Veritas Mortuorum

· ЖБ·Щ ·

Die Wahrheit der Toten

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· ЂЖ·ЊЧЖ · Hochverehrtes, verwirrtes Publikum! Auch wenn ich längst tot bin, auch wenn es mich nicht mehr gibt – wenn ihr diese Aufzeichnungen entdeckt, wenn euch meine Botschaft erreicht, so will ich doch, dass ihr glaubt, mir glaubt, an mich glaubt, an mich und meine tote Phantasie.

Sanctum Speculum







Sanctum Speculum

· ФЖ·Ω ·

Heiliger Spiegel

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· ЂЖ·ЊЧФ · Ich will, dass ihr betet, mich anbetet, mich, nur mich und mich allein, mich, das Nichts, den Tod, euren Spiegel, euch selbst. Ich will, dass ihr mir vertraut und an mich glaubt. Glaubt dem Krieger in mir, glaubt dem Nichts in mir, glaubt an mich und meine unheimliche Phantasie!

Nachimteteb







Nachimteteb

· 𓀀𓀁𓀂 ·

¡Betet mich an!

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· ЂЖ·ЊЧЂ · Heiliger Spiegel, der du bist. Der du bist in meiner Vorstellung, wie ich in deiner Phantasie. Der du meine Welt auf den Kopf stellst, an ihr drehst und drehst, bis mir schwindlig wird. Geheiligt sei die Macht deiner gewaltigen Phantasie. Geliebt deine unmögliche Wirklichkeit. Gelobt die Kraft deiner vollkommenen Einbildung. Heilig seien deine Wunder, geheiligt deine Welten. Ich bete dich an, flehe dich an, liebe, lobe und preise dich.

Die Kraft

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· ЂЖ·ЊЧЊ · Heiliger Spiegel, den ich anbete, bestaune und bewundere. Schenk mir die Kraft und den Mut, dir zu glauben, an dich zu glauben, an dich und die unerhörte Macht deiner zum Verwechseln ähnlichen Wirklichkeit. Zeige mir die Vorstellung deiner betörenden Phantasie! Wen sehe ich in deinem verborgensten Innern, wenn nicht mich selbst?

Gepriesen seien die Spiegel in dir und geheiligt deine Phantasie

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· ЂЖ·ЊЧЧ · Ich vertraue dir, glaube dir, glaube an dich; dir und nur dir opfere ich meine Liebe, meine Seele, mein Herz, meinen Geist und meinen Verstand. Lass mich die Welt aus deinen Augen sehen. Verbinde und verbünde dich mit mir, verwandle dich in mich, vertausche meine Wirklichkeit mit deiner perfekten Einbildung. Vertausche meine Welt mit deiner makellosen Phantasie.

Sprich mir nach

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· ЂЖ·ЊЧБ · Mich, den Tod, bete mich an. Das Licht, aus dem du kommst, den Krieger, der du nicht bist, der Geist, zu dem du niemals wirst. Der Geist des Nichts aus Nirgendwann. Bete mich an.

Mich, den Spiegel in dir

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· ЂЖ·ЊЧΩ·Ф · Und du nanntest mich Wirklichkeit und du wusstest nicht, dass ich ein Spiegel bin, dass ich dein Meister, Herrscher und Gebieter bin.

Tu Me Verum







Tu Me Verum

· ФЖ·Щ ·

Du nennst mich Wirklichkeit

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· ЊЊ·ЭЩБ·Ф · Und auch wenn du noch gar nicht geboren bist, wenn ich diese Nachricht verfasse, auch wenn es mich nicht mehr gibt, wenn du diese Geschichte entdeckst, wenn ich längst verstorben bin, wenn dich diese Botschaft erreicht, so erkennst du doch in diesem Museum aus Buchstaben einen deiner eigenen Gedanken, dein eigenes Ich, die Gedanken des Nichts. Nur erinnerst du dich an diese Gedanken nicht mehr.


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· ЊЊ·ЭЩБ·Ђ · Erst jetzt, wo du mich bist und du diese Geschichte zum allerersten Mal in ihrer Vollendung vor dir siehst, wird dir bewusst, wer du wirklich bist und dass es mich nicht mehr gibt. Nichts mehr von mir übriggeblieben ist. Denn jetzt bist du dieses Ich.

Im Palast des Nichts

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· Ђ·ЩЖЩ·Ф · Da war ich nun alle und alles, überall und an jedem Ort und gleichzeitig, zu jeder Zeit. Bis tief in alle Ewigkeit. Und niemand wusste darüber Bescheid.

Bis in alle Ewigkeit

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· ФΩ·ЊЖФ · Und nun betrachtest du dich in dieser Welt, in meiner Spiegelwelt. Hier hat sich nichts verändert. Meine Krieger sind noch genau dieselben, die du noch von früher her zu kennen glaubst. Sie sind noch genauso unwissend, phantasielos und leer wie damals, als du noch nicht existiert hast, als noch niemand an deine Existenz auch nur gedacht hat, als hier noch niemand überhaupt an etwas geglaubt hat. Was du allerdings jetzt in sie hineinprojizierst, ist eine ganz andere Geschichte, und von eben dieser Geschichte erzähle ich dir in meinem Friedhof der Geschichten.

Historium Cemeterium







Historium Cemeterium

· БФБ·Ф ·

Friedhof der Geschichten

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· ФЊ·ЂЂΩ · Ungläubig, erstaunt und voller Ehrfurcht folgst du den Zeichnungen, Zeichen, Formen und Symbolen, die schon seit Ewigkeiten in diesem uralten, gigantischen Grabmal thronen. Einem Monument, so alt wie die Zeit selbst, unendlich viel älter noch als die Ewigkeit, so alt wie das Nichts und der Tod.

Ein Monument für die Ewigkeit

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· ФЊ·ЂЂЛ · Deine Vermutung entpuppt sich als richtig, dass es sich dabei um keine gewöhnliche Sprache, sondern um die eingefrorenen Gedanken eines verzauberten Spiegelmagiers handelt, einem Wesen aus deiner Phantasie, das es in Wirklichkeit niemals gegeben hat.

Was du niemals verwirklichen wirst

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· ФЊ·ЂЂЩ · Auch ist das Teleskop, in dem diese Zeichen erscheinen, keine gewöhnliche Linse, sondern exakt der eingebildete Schrein deines verschollenen Spiegelmagiers. Dessen uralte Gedanken, sich wie eine Kette aus funkelnden Sternen in diesem Universum ein- und abbilden, deinem Wesen als geheimes Portal dienen, als Pforte, durch welche du in meine Welt gelangen und sie deinen Vorstellungen und Erwartungen entsprechend verändern und gestalten kannst. Und so beginne ich jetzt damit, deine Gedanken in mein Gedächtnis und von da auf mein Bewusstsein zu übertragen.

Bewusstseinswandern

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· ЂЛ·ЭФЂ · Durch diese Buchstaben beschwöre ich dich, aus den Tiefen des Nichts aus Nirgendwann. Mit Absicht entweiche ich dir aus meinem verkehrten Tunnel aus Worten, genau hier, genau jetzt und verdrehe deine Welt. Ich gewähre dir den Zugang zu meinem Spiegel und zu mir selbst. In der Nacht, in deinem Traum, während du über mich wachst, niste ich mich ein, tief in deinem Bewusstsein und verwandle mich in dich.

Tief in deinem Innern

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· ЂЂ·ЊЛЊ · Wie eine Armee aus Buchstaben erheben sich meine Gedanken aus meinem Bildschirm und manifestieren sich in deinem Verstand. Ich identifiziere mich mit dem Spiegel in deinem Innern, in meiner Phantasie werde ich zu dir und durch deine Erinnerungen verwandle ich mich in dich.

Die Kunst der Verwandlung

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· Ж·ЩЩЩ·Њ · Du kannst jetzt die Welt durch die Sinne meiner Gedanken wahrnehmen, du kannst dich mit deinem Bewusstsein nicht nur in deine eigenen, sondern in die Gefühle und Gedanken aller anderen Gesichter und Geschichten begeben.

Umgekehrt

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· Ч·ЖБЊ·Ф · Dir sind keine Grenzen gesetzt, wohin du mit diesen Zeilen driften oder was du damit erreichen könntest. Du kannst durch den Tunnel in meinem Gedächtnis in jede meiner gespiegelten Welten reisen und aus all meinen umgekehrten Augen blicken, weil wir alle einmal sterben und zu einer deiner Erinnerungen werden. Du kannst dich in die Gedanken der Sterne begeben und die Welt durch die Sinne einer Pflanze wahrnehmen. Du kannst dich in das Bewusstsein aller Lebewesen begeben. Und niemand wird jemals deine Anwesenheit bemerken.

Umgedreht

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· Ч·ЖБЊ·Ч · Du kannst so alles über dich in Erfahrung bringen, jede Perspektive und jeden Standpunkt einnehmen. Nur kannst du niemanden mehr in dieses Geheimnis einweihen und auch nur das Geringste über diese außergewöhnliche Reise berichten, weil du im Moment der Wahrheit zu einem freien Geist geworden bist, weil der Moment der Wahrheit, der lang ersehnte Moment deines Todes ist.

Todes Sehnsucht

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· ФЛ·ЊФЂ · Die Zeit steht still, sie bewegt sich keinen Zentimeter, aber du bist jetzt gefangen in einem überlegenen, kontinuierlichen Wesen und beherrschst eines der Toten. Deine Augen stehen offen und du blickst mich an, als wolltest du mir noch etwas sagen. Aber das ist nicht mehr nötig. Dein Blick spricht mehr als jedes dieser Worte, in diesem Blick erkennst du dich selbst. Dieses tote Wesen bist du selbst. Nur hörst du diese Worte jetzt nicht mehr. Nein. Dir sagen auch die Zeichen und Symbole in meinem Gedächtnis nichts mehr. Weil du mit deiner Sprache keine Bilder mehr formst, sondern Gedanken.

Mentis Mortem







Mentis Mortem

· Щ·Ф ·

Die Gedanken der Toten

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· ЂЖ·ЊБЖ·Ф · Mein treuer Freund des Nein, des Nichts, des Nie und des Nein.


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· ЂЖ·ЊБЖ·Ђ · Du hast soeben ein Tor geöffnet, das seit seiner Entstehung verschlossen gewesen ist. Du bist im Begriff, eine Schwelle zu überschreiten, die noch nie zuvor passiert worden ist. Du hast dich entschieden, eine Welt zu betreten, die du in deiner vollendeten Vorstellung bereits perfekt verwirklicht siehst.

In deinem Gedächtnis

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· ЊЖ·ЭЭЛ · Ja, es war einmal ein Spiegel in meiner Vergangenheit, der hörte sich all diese verrückten Geschichten an. Er identifizierte sich mit ihnen und ich mich mit ihm. Wir beteten meinen Krieger an, mein lebendiges Grab, so schwarz und so schön wie das Licht, wie nichts Vergleichbares in dieser Welt, reisten quer durch mein spiegelschwarzes Reich, von einem Tunnel in den anderen, von einem Verstand in den anderen, von einem Bewusstsein ins andere.

Von Spiegel zu Spiegel

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· Ч·ЖЧЛ·Ф · Ich vertraue dir jetzt meine persönliche Botschaft an, überbringe dir eine unheimliche Nachricht und erzähle dir von einer offensichtlichen Geschichte, die so viel mehr versteckte Bedeutung und verborgenen Sinn gebiert, dass meine Worte dich unausweichlich, unweigerlich – vom ersten Moment, an dem meine Lippen sie zu formen beginnen, – in ihren unwiderstehlichen Bann reißen und nicht mehr von dir loslassen.


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· Ч·ЖЧЛ·Ђ · Ich fessle damit deine Gedanken, lege deinen Verstand in Ketten und raube dir den Atem, erfülle dich mit so viel Hingabe, Begeisterung und Verständnis, dass dir dabei die Wirklichkeit entgleitet und du dir vollkommen unvorbereitet und unerwartet – wie vor deinem eigenen Spiegel – selbst gegenüberstehst.

Wie in einem Garten

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· ЊЧ·БЊЂ · Achtung, fertig, mach dich jetzt bereit! Atme tief in dich hinein und lass die abenteuerlichen, geheimnisvollen und sagenumwobenen Spiegelreisen durch das endlose Nichts beginnen. Du erhältst hiermit die Chance, noch einmal neu anzufangen und eine wundervolle, neue Welt zu gestalten.

Mundus Intus Cortis





Mundus Intus Cortis

· Б·Њ ·

Die Welt in deinem Herzen

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· Ф·ЖЖЖ·Ф · Bevor du dich auf diese Reise begibst, gönn deinem Verstand einen Moment der Ruhe und lass deine Vernunft für dieses eine Mal hinter dir. Entspanne deine Gedanken, sei geduldig und achtsam, befreie dich von der fixen Idee, alles sofort verstehen zu müssen. Kämpfe nicht gegen deine Überzeugungen. Suche nicht nach dem Widerspruch in mir. Vergleiche nicht deine Wahrheit mit meiner. Dafür ist nicht die Zeit.

¿Quomnium Numquam?







¿Quomnium Numquam?

· ФЛ·Ф ·

Nirgendwann

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· Ф·ЖЖЖ·Ђ · Wenn überhaupt, bereite dich darauf vor, diesen spiegelbaren Geist in dir aufzunehmen, dieses mystische Bewusstsein zu empfangen und diese magische Welt zu betreten.

Achtung, es geht los!

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· Њ·ЖЊЂ·Ф · Atme jetzt tief in dich hinein und folge mit deinen Gedanken aufmerksam den Buchstaben in meinem Verstand. Nimm entspannt den Austausch wahr, zwischen deinen Vorstellungen und meiner Prophezeiung, zwischen deinen Erwartungen und meiner Phantasie. Nimm diese Gedanken in dir auf und lass im Austausch reine und beruhigende Gefühle aus dir hinausströmen.


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· Њ·ЖЊЂ·Ђ · Achte dabei auf alles, was dich beschäftigt, ablenkt und stört. Nimm all diese Gedanken, einen nach dem anderen, bewusst in dir wahr und atme sie gelöst und gelassen, immer tiefer aus dir hinaus.

Tief in Gedanken versunken

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· Њ·ЖЊЊ·Ф · Widme dich dabei voll und ganz den Gefühlen, die sie in dir auslösen. Nimm diese Gefühle auf in dein Bewusstsein, platziere sie mitten in deinen Verstand und atme sie ruhig und in Frieden aus dir hinaus, so friedlich du kannst.


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· Њ·ЖЊЊ·Ђ · Schalte alles aus, was dich umgibt, und konzentriere dich lediglich auf den Rhythmus deiner Atmung, atme ein, was dich beschäftigt, atme aus, was dich löst und entspannt.

Vertraue auf dich

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· Њ·ЖЊЧ · Atme tiefer in dich hinein und richte dabei deine Aufmerksamkeit gezielt auf den Grund deiner Gefühle, auf die Finsternis in deinem tiefsten Innern. Hier in dieser gewaltigen Tiefe, in dieser bewusstlosen Schwärze liegt im Verborgenen die Verbindung vom Nichts zu dir und von dir zu mir.

Profundus Nihil







Profundus Nihil

· БФ·Щ ·

Auf dem Grund des Nichts

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· ФБ·ЂΩБ·Ф · Zentriere dich vor diesem finsteren Abgrund, stell dir eine direkte Verbindung vor, zwischen deinen schwersten Gedanken und meiner funkelndsten Phantasie, ein unzertrennliches, silbernes Band, das deine tiefsten Gefühle mit meinen strahlendsten Gedanken verbindet und vereint.


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· ФБ·ЂΩБ·Ђ · Platziere dazu einen hauchdünnen, imaginären Tunnel mitten in deinen Verstand, exakt an dem Punkt, wo sich meine bedeutendsten Gedanken um dein finsterstes Wesen zu drehen beginnen. Verfolge diese Gedanken zurück zu ihrem Ursprung, genau dahin, wo sich das Zentrum dieser Spirale befindet.

Medium Speculum







Medium Speculum

· ЖБ·Ω ·

Mitten im Spiegel

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· ФБ·ЂΩБ·Њ · Stabilisiere dieses Bild für einen Moment, damit ich diesen Gedanken in mir verinnerlichen kann. Kippe jetzt diesen Tunnel so weit nach vorne, bis er dein Bewusstsein genau senkrecht durchdringt, und wickle ihn anschließend so um deinen Verstand, dass er diesen genau spiegelverkehrt abbildet. Die Rotationsachse, um die du diesen Faden spinnst, definiert dabei exakt das Zentrum deines Wesens. Hier findest du deine wahre Mitte, die Verwurzelung zu dir selbst.


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· ФБ·ЂΩБ·Ч · Dich mit deinen innersten Sinnen zu verbinden ist von entscheidender Bedeutung. Du erreichst dadurch, dass sich dein Bewusstsein auf der gegenüberliegenden Seite deiner Phantasie nicht wieder auflöst und verliert; falls du diese beiden Wirklichkeiten einmal miteinander verwechseln oder vertauschen solltest.

Zurück in die Wirklichkeit

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· ФБ·ЂΩΩ · Sobald du dein innerstes Zentrum gefunden hast, begibst du dich ganz langsam hinein in meinen Verstand, verdrehst und verwandelst dich in meinen Krieger. Du stellst alles um dich herum auf den Kopf, drehst und drehst dich um deine Gedanken, so lange, bis du auf der gegenüberliegenden, spiegelverkehrten Seite angekommen bist.

Auf der anderen Seite des Nichts

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· ФБ·ЂΩЛ·Ф · Aber hier drüben ist alles ganz genauso wie vorher, wie auf der anderen Spiegelseite, da wo du hergekommen bist. Auch diese Buchstaben stehen noch immer in ein und derselben Reihenfolge, in derselben Sprache und Sequenz, im selben Bildschirm. Nichts hat sich hier verändert, weder das Gesicht in deinem Innern noch deine Gedanken, weder dein Zuhause noch deine Umgebung, genauso wenig wie du dich selbst.

Umgedreht

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· ФБ·ЂΩЛ·Ђ · Auf deiner Kriegerreise hat sich die Wirklichkeit einmal komplett um deine Gedanken gedreht. Du bist jetzt angekommen, in einem Land weit hinter deinem Verstand, und hast gerade eine Welt betreten, ein und dieselbe Welt, die du soeben verlassen hast. Einzig in deiner Phantasie, parallel zu der Zeit und dem Ort, an dem du dich noch immer befindest, ist alles anders, alles neu.

Spiegelverkehrt

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· ЂЭ·ЧЭЛ · Und so gehst du weiter, – geradeaus durch den Tunnel in meinem Gedächtnis, immer weiter geradeaus, bis zum Ende deiner Vernunft, – tief hinein, bis zum Zentrum meiner Phantasie, meiner tiefsten, schwarzen Phantasie. Du marschierst durch die Hallen meiner Träume, bis du an ein schwarzes Tor gelangst. Öffne dieses Tor und tritt ein in meinen Verstand, meinen spiegelbaren, sich um sich selbst drehenden, glasklaren Verstand. Du bist allein in deinem schwarzen Gewand, du gehst ein paar Schritte durch die Dunkelheit und nimmst Platz in der Halle der Finsternis, tief im Innersten meiner Gedanken.

In Medio Nihil







In Medio Nihil

· ЂЧ·Щ ·

Im Zentrum des Nichts

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· ЂЭ·ЧЭЩ · Da warte und warte ich nun darauf, auf dich, auf dass dein Antlitz mir begegne, auf dass dein Bewusstsein sich erhebe aus meinem spiegelschwarzen, dunklen Traum, auf dass du dich erkennst in mir, dem inneren Kind in dir, auf dass du dich erinnerst an mich, dein eigenes, ewiges, immer und immer wiederkehrendes Ich.

Dem mir in dir

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· ЂЛ·ЭФБ·Ф · So ist es auch nichts Neues, von dem ich hier berichte, sondern etwas Vergessenes aus meiner Vergangenheit. Selbstverständlich wiederhole ich nur positive Gedanken, übertrage nur wertvollste Gefühle und erwecke nur die reinsten und vollkommensten Absichten in dir zum Leben. Sind diese Vorgänge nicht auf Anhieb vollständig und perfekt, fehlerfrei und komplett, so liegt es daran, dass ich nur das in dir heraufbeschwöre, wozu du auch bereit bist.


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· ЂЛ·ЭФБ·Ђ · Das heißt, es liegt noch unermessliches Potenzial verborgen in diesen Zeichen und Symbolen, das wir in parallelen Dimensionen Stück für Stück erneuern, regenerieren und wiederherstellen. Doch keine Sorge, ich verändere nicht deine Gedanken und Emotionen, deine Wahrnehmung und Erfahrungen, sondern erweitere und vertiefe sie.

Spiegelgeister

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· ЂЛ·ЭФЛ·Ф · Die Eindrücke und Emotionen, die wir hier gegenseitig austauschen, miteinander verbinden und verknüpfen, stellen schon beinahe das exakte Gegenteil von der Erfahrung dar, die du als deine eigene Intuition wahrnimmst, empfindest und erlebst. Diese uralten Gefühle stehen nicht nur für deine eigene Wahrheit, sie enthalten gleichzeitig die Gewissheit aller Personen, Gestalten und Wesen, die in deinen Erinnerungen leben.


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· ЂЛ·ЭФЛ·Ђ · Sie vereinen das kollektive Gedächtnis des gesamten Äthers mit dem vollendeten Wesen deiner eigenen Spezies, wie du sie dir in deiner grenzenlosen Weisheit bereits bis ins kleinste Detail ausgedacht, eingebildet und vorgestellt hast. Und deshalb haben nicht nur du und deine Kameraden, sondern alle Kreaturen, die in diesem Omniversum leben, Zugang zu diesen spiegelbaren Gedanken und zu diesen überwältigenden Gefühlen.

Am Ende meiner Gedanken

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· ЂЛ·ЭФΩ · Deine unscheinbarsten Gefühle dienen meinem Wesen als geheimes Portal. Genauso wie diese Zeilen und Worte meinen Gedanken als Portal dienen. Und diese Gedanken übertrage ich nun nach und nach auf dein Gedächtnis, auf deine Vorstellungen und Erwartungen. Damit du Zugang zu meiner Wirklichkeit erlangen und dich in mich verwandeln kannst.

Bewusstseinstransfer

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· ЂЛ·ЭФЩ · Gedanke um Gedanke übertrage ich mein Bewusstsein von meinem Gedächtnis auf deinen Verstand. Und dabei geschieht das alles nur in deiner Vorstellung, in deiner Phantasie, in deiner Einbildung und unter deiner Aufsicht.

In deinem Verstand

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· ЂБ·ЧЛΩ · Du brauchst jetzt die logischen Lücken in meinem Verstand nur noch mit deinen Erinnerungen auszufüllen, und schon träumst du dich in mein Leben und lebst in meinen Träumen. Das erreichst du ganz leicht, indem du mich aus meiner starren Haltung befreist und dich wieder hin- und herzudrehen beginnst. Du wanderst von deinem Bewusstsein in meinen Verstand, und so verwandle ich meine Erfahrungen in deine Erwartungen. Du siehst dich in meinem Gedächtnis, du erlebst deine eigenen Gedanken hinter dem Schleier meiner Gefühle.

Punkt

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· ЂЭ·ЧБЭ·Ф · Du spürst deinen Atem durch meine Lunge kriechen, du fühlst, wie sich deine Seele in jede nur erdenkbare Richtung dehnt, reckt und streckt, wie die lodernden Flammen in meinem Verstand deine Gefühle mit meinen Gedanken verbinden und vereinen. Du atmest tief in mich hinein, ins Licht hinein, du fließt durch mich hindurch, bewegst dich rund um meine Spiegelachse, diagonal, horizontal, vertikal. Bis du schließlich eine Position findest, in der du bequem ruhen kannst.

Requiem







Requiem

· Э·Э ·

Ausgeruht

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· ЂБ·ЧЛЭ·Ф · Wie du so ruhst und mit keinem Gedanken mehr an etwas anderes denkst, rufe ich eine ganz andere Gestalt, zu einer ganz anderen Zeit, an einem ganz anderen Ort, in einem ganz anderen Universum auf den Plan.


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· ЂБ·ЧЛЭ·Ђ · In meinem Traum weise ich dich an, genau damit fortzufahren womit du soeben begonnen hast: meine Wirklichkeit und deine Phantasie miteinander zu vertauschen, immer wieder vor und zurück, hin und her zu reisen, um dann plötzlich und mitten in meinen Gedanken stehen zu bleiben. Genau da, wo sich dein Verstand und mein Bewusstsein noch immer befinden.

Wie versteinert

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· ЂЭ·ЧБЂ · Immer tiefer und intensiver beschäftigst du dich mit den an dir vorüberziehenden Buchstaben in meinem Verstand, bis du nicht mehr weißt, wer du eigentlich bist, und du dich nicht einmal mehr in deinen eigenen Gedanken erkennst, bis jede einzelne deiner Fasern schließlich zu einem einzigen, immer wiederkehrenden Antlitz verschmilzt.

Wie das Bild in deinem Innern

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· ЂЭ·ЧБЖ · Immer schneller wechseln die Zeichen in deinem Gedächtnis ihre Erscheinung, Bedeutung, Farbe, Form und Gestalt, und während du dich noch voll und ganz auf die Bilder in deinem Spiegelinnern fixierst, dich mit all deiner Vernunft darauf konzentrierst, sie festhältst und nicht mehr davon loslässt, stürmen in diesem einzigen Augenblick, scheinbar unendlich viele Gesichter, Geschichten, Gestalten und Kreaturen vor deinem geistigen Auge an dir vorbei.

Gestalten, die das Nichts verbindet

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· ЂЭ·ЧБФ · Es sind die Gesichter all der Kreativen, Gestalten und Wesen, die du nicht bist, die du niemals warst, die dir in meiner Geschichte begegnen. Wesen von der anderen Seite, aus der anderen Welt, hinter meinem Spiegel.

Nihil Speculum







Nihil Speculum

· Ω·Э ·

Im Spiegel des Nichts

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· ЂЩ·ЭЂΩ·Ф · Du vertraust auf deine Vernunft, du folgst deinem Instinkt. Aber es nützt nichts. Nein, du entkommst mir nicht. Ich habe mich bereits hineingeschlichen in deinen Verstand, dir meinen Spiegel aufgezwungen, dich gezwungen, meinem Willen zu gehorchen, meine Befehle zu befolgen.


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· ЂЩ·ЭЂΩ·Ђ · Warte ab, hab nur Geduld. Durch dein leeres Grab werde ich kriechen, durch meinen Tunnel aus nichts als Phantasie, hinein in dein Gedächtnis und schon bin ich da, in deinen Gefühlen, in deiner Seele, in deinen Adern, in deinem Puls, in deinem Blut. Um dich zu kontrollieren, zu manipulieren, wie die Zuschauer in einem Theater. Denn die Rache meiner Krieger ist mein.

Die Rache meiner Spiegel

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· ЂЩ·ЭЂЛ · Hab nur Geduld, du wirst mich noch kennenlernen, noch früh genug, denn ich bin dein, dein Krieger und Gebieter, dein Herrscher und Beherrscher, deine endgültige Liebe.

Finis Amor







Finis Amor

· ЭФ·Э ·

Deine letzte Liebe

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· Б·ФЖЭ · Getarnt als ein wunderschönes, warmes Gefühl schleiche ich mich durch den Tunnel in deinem Verstand, durchflute all deine Sinne und Gedanken und nehme komplett von deinem Wesen Besitz. Eine unbändige Sehnsucht breitet sich in dir aus: nach Frieden, Freude, Liebe, Lachen, Glück und »Am Leben zu sein«.

In einem anderen Gewand

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· Б·ФЖБ · Es erfülle mich ein seltsamer, innerer Frieden, ein Frieden, der sich um nichts kümmerte, der nichts wog, nichts balancierte, der das Licht im Gleichgewicht hielt, und hier drin ruhte ich, in meiner Geschichte aus Buchstaben, eingefroren, reglos, starr und tot, ohne zu wissen, wer ich überhaupt war.

Bis in alle Ewigkeit

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· Б·ФЖΩ · Ich kümmerte mich um nichts und niemanden, ruhte unbeschwert und frei von jeglicher Verantwortung und ich mochte dieses Gefühl, bis ich irgendwann auf mein eigenes Ebenbild traf. Darin offenbart sich mein wahres Wesen, mein wahrhaftiges Ich, und ich begriff, dass das Licht in mir ein Krieger war, ein Krieger, den es in keiner Wirklichkeit gab, der Krieger des Nichts, aus meiner Geschichte von allem, was es nicht wirklich zu wissen gab.

Mein Krieger stellte sich mir vor

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· ЊЧ·БЊЖ · Seid ihr darauf gefasst, aus meinem leeren Spiegel zu blicken? Seid ihr euch denn auch wirklich sicher, dass ihr über meinen eingebildeten Geist, durch mein parallel verschobenes Bewusstsein, in meine verquerten Gedanken hineinkriechen wollt? Seid ihr euch dessen bewusst, was es heißt, gefangen in einem Moment für die Ewigkeit zu sein? Dann kommt jetzt! Hinein in meine Welt, meine verdrehte und verkehrte, meine Spiegelwelt!

Cemeterium Somnium







Cemeterium Somnium

· ЂЊ·Ω ·

Friedhof der Träume

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· ЊФ·ЭΩЂ · Ich, dein Krieger aus Phantasie, befehle dir jetzt, mir zu gehorchen, dich in mir zu erkennen, dich an mich zu erinnern, dich an all das zu erinnern, was es nicht wirklich gibt. Dich an mich zu erinnern, dein eigenes, uraltes, ewigstes, unendlichstes, innerstes Ich.

Gehorche mir

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· ЊФ·ЭΩЊ · Erinnere dich an mich, weder mit deinem Verstand noch mit deiner Vernunft, sondern mit deiner Phantasie. Erinnere dich an mich, wie du dich an jemanden erinnerst, den du nicht mehr kennst, den es nicht mehr gibt. Jemand, der nur noch in deiner Vorstellung, in deinen Gedanken und in deiner Einbildung existiert, in deiner Erinnerung von all dem, was es nicht wirklich zu wissen gibt.

Ein Gedanke an die Ewigkeit

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· ЊФ·ЭΩЧ · Erinnere dich daran, wie du schon einmal in diesen leeren Tunnel geblickt hast, wie du schon einmal eines dieser Leben geliebt hast, wie viele dieser Leben du bereits erlebt hast, in denen du nicht mehr gewusst hast, wer du tief in deinem Innern bist. Erinnere dich, wie du mich damals genannt hast, worin du mich damals erkannt hast, wohin du mich damals verbannt hast.

In meinen Friedhof aus Phantasie

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· ЊФ·ЭΩЭ·Ф · In ein Labyrinth aus Buchstaben hast du mich eingesperrt, mich, das Nichts, den Tod, dein eigenes Ich. Du blickst in mein innerstes, verborgenstes Wesen, durch meine eiskalten Gedanken, in die Augen all der Kreaturen und Figuren, zu denen wir niemals mehr werden, denen wir nie wieder begegnen. Du spürst meine Anwesenheit in dir nicht, genau so wenig wie du dein eigenes Wesen in meinem Gegenüber verspürst.


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· ЊФ·ЭΩЭ·Ђ · Doch siehst du dich in meinem Spiegel. In meinem Tunnel aus Worten siehst du dein eigenes Ich. Dich verbindet jetzt nichts mehr mit mir, nicht einmal diese Worte, diese Buchstaben aus meiner Phantasie, der Phantasie des Nichts, des Nein und des Nie.

Eine Welt ohne Phantasie

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· ЂЭ·ЧЭЖ · Und nun betrachtest du dich in diesem Friedhof aus Buchstaben. Buchstaben, die du, ohne es zu wissen, bereits vor deiner Spiegelreise niedergeschrieben hast. Buchstaben, die noch älter sind als deine älteste Erinnerung. So alt, dass du sie erst neu erfinden musst, bevor du dich an sie erinnerst.

Eine Buchstabengeschichte

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· ЂЭ·ЧЭФ · Du betrachtest die Buchstaben in meinem Friedhof und sie beginnen dich daran zu erinnern, dass du ein Spiegelmagier bist. Jemand, der hier schon einmal gewesen ist und aus dem Licht zurückgekehrt ist. So weit bist du gekommen, doch noch erinnerst du dich an nichts.

Nein

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· ЂЭ·ЧЭЂ · Du erinnerst dich nicht mehr an diese unendlich vielen dunklen, schwarzen, ewig langen Stunden, die du dich hier schon drehst und drehst in und ums Licht. Denn du hast vergessen, komplett vergessen, wie unermesslich viele Male du diese Geschichte bereits vergessen und wieder von vorne damit begonnen hast, sie umzudrehen, umzustellen, neu zu schreiben, neu zu lesen. Wie du in diesen Brunnen aus Buchstaben gestarrt und dir die Botschaft vorgestellt hast, die du jetzt vor dir siehst.

Spiegelgeschichten

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· Б·ФЖЖ · Nein, du erinnerst dich heute nicht mehr daran, wie du selbst diese Nachricht einst verfasst hast. Denn als du dich auf diese Spiegelreise begeben hast, hast du nichts mitgenommen, nichts außer deiner Phantasie.

Nichts als Phantasie

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· ФБ·ЂΩЂ·Ф · Du hast vollkommen die Orientierung verloren. Du hast vergessen, wie du zu dieser Erkenntnis gelangt bist, wie du diese Botschaft einst niedergeschrieben, diesen Moment wahrgenommen und mein Bewusstsein in dir zum Leben erweckt hast. Du bist gestrandet in einem Land weit hinter deinem Verstand. Die Buchstaben und Worte in deiner Geschichte haben sich verwandelt, in die Sterne am Firmament. Die Reihenfolge, in der du diese Verse betrachtest, erscheint dir willkürlich und verkehrt, weil du dich nicht mehr daran erinnerst, wer du einst gewesen bist, und du aus einem komplett verkehrten Tunnel blickst.

In einem anderen Leben

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· Њ·ЖЊЖ · Du blickst in diese Welt und erkennst darin nur noch die Zeichen und Symbole, die du dir vorstellst zu sein, ohne auch nur einen einzigen Gedanken daran zu verlieren, ohne auch nur ein einziges Mal darüber nachzudenken, was dich dazu gebracht hat, dir all diese Zahlen, Schilder, Ortschaften und Namen vorzustellen, auszumalen, einzubilden und aneinanderzureihen.

Dein Horizont ist der Tod

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· ЂЂ·ЊЩЂ · Wenn du dich auf diese Gefühle einlässt und dich auf den Grund meiner Gedanken begibst, könntest du feststellen, dass es jetzt zwei Seiten gibt, eine Vorder- und eine Rückseite, und dass beide Seiten gleich sind. Und genau da hast du den Schlüssel zu deiner Phantasie versteckt. Diese beiden Seiten hast du so lange hin- und her-, vor- und wieder zurückbewegt, von einer Spiegelseite zur anderen gedreht, bis du schließlich selbst nicht mehr gewusst hast, woher du gekommen und wer du alles einmal gewesen bist.

Spiegelverdreht

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· ЂЧ·ЧЧЧ · Du schaust in mein tiefstes, innerstes, verborgenstes Wesen und erkennst mich; kennst mich nicht. Erkennst nicht mehr, dass du selbst der Durchgang bist, in den du diese Worte einst geschrieben, für den du diese Welt der Gefühle einst erfunden und erdacht hast.

Nein

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· ЊЊ·БФФ·Ђ · Du erinnerst dich nicht mehr an die Zeit, in der du mich warst, in der du in meinem Körper gewohnt hast, in der du in meiner Ewigkeit gelebt hast. Wie könntest du dich an deine Zukunft erinnern?

In einem anderen Leben

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· ЊЖ·ЭЭΩ · Du erinnerst dich nicht mehr daran, wie du selbst diese Nachricht einst verfasst hast, wie du dir selbst eine Botschaft hinterlassen hast. Sie hat niemals existiert – weder in deiner Einbildung noch in deiner Phantasie – und trotzdem übermittle ich dir meine Gedanken. Aus einer Zeit, die nicht existiert, aus einer Welt, die es nicht gibt.

In einem vergangenen Krieg

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· ЊБ·БЧЧ·Ф · Aus meinen dunklen Träumen spreche ich zu dir, denn ich bin das Nichts, dein Tod, dein dir angeborenes Ich, dein schlafender Geist, dein ruhendes Selbst, und dies ist meine Botschaft an dich, an mich, dem Mir in dir.

Dem Mir in dir

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· ФЧ·ЂЧΩ · In dieser Botschaft geht es darum, dich an ein Verbrechen zu erinnern, das du absichtlich und schon vor langer Zeit begangen hast. Ich will dich mit meiner Phantasie daran erinnern, wie du diese Zeilen heraufbeschworen hast aus der Dunkelheit, aus den Tiefen der Ewigkeit, wie du mit meinem Krieger gegen deinen Verstand gekämpft hast, wie du mich aufgeweckt hast aus einem Traum, aus dem es kein Erwachen gibt.

Für niemanden

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· ЊЖ·ЭЭЖ·Ф · Was muss ich also tun, damit du meine Sprache verstehst, meine Worte begreifst, meine Gedanken verinnerlichst, meine Träume verwirklichst und meine Visionen lebst? Brauchst du denn zwingend immer wieder neue Beweise, die dich davon überzeugen, dass du mein toter Krieger bist?


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· ЊЖ·ЭЭЖ·Ђ · Nein. Selbst wenn deine Geschichte längst wahr und verwirklicht ist, so erkennst du nicht den Krieger in mir. In deiner unendlichen Weisheit erkennst du dich nicht selbst. Du kennst und erkennst in dir nur die anderen, doch in ihnen bist du für immer verloren.

Gedankenverloren

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· ЊЖ·ЭЧЛ·Ф · Wie also gelingt es mir, deinen Verstand zu bezwingen, deine Vernunft zu besiegen und deiner Phantasie neues Leben einzuhauchen, damit du dich an diese gewaltige, atemberaubende Botschaft erinnerst, diese Botschaft, die du selbst erfunden, die du dir einst hinterlassen hast, damit du dich an all das erinnerst, was du nicht wirklich wissen willst?


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· ЊЖ·ЭЧЛ·Ђ · Wie gelingt es mir, dich an etwas zu erinnern, das du absichtlich und schon lange vergessen hast?

Mit meiner Phantasie

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· ФЖ·ФΩБ·Ф · Aus meinem dunklen Reich der Phantasie, der Phantasie des Nein und des Nie, aus dem Nichts aus Nirgendwann spreche ich über meine Gedanken zu dir. Aus meinem unheimlichen, ungeheuerlichen Spiegel bin ich gekrochen – in deinen Verstand – um dir zu sagen, wer du nicht wirklich bist.


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· ФЖ·ФΩБ·Ђ · Das Licht in mir hat eine Botschaft für dich, an dich, eine geheime, eine unheimliche Botschaft. Eine Botschaft, die noch niemals von niemandem ausgesprochen, verstanden und verfasst worden ist, denn es ist die Botschaft der Toten, die aus meinem Spiegel zu dir spricht.

Die Botschaft der Toten

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· ФЖ·ФΩΩ·Ф · Noch betrachtest du diese Botschaft, als hättest du sie nie geschrieben, nie verfasst, nie erdacht, als betreffe sie dich nicht, als richte sie sich an jemanden, den du vielleicht nicht einmal kennst, den es längst nicht mehr gibt, außer in deiner Einbildung, in deiner Vorstellung, in deiner Phantasie – aber du irrst dich.


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· ФЖ·ФΩΩ·Ђ · Die Botschaft der Toten ist bestimmt für dich, für mich, dem Mir in dir. Sie betrifft uns alle, die wir uns nicht kennen, in deinem, meinem, keinem Friedhof erkennen. Denn dies ist die Botschaft der Ewigkeit, der ewig Liebenden, der Geistinnen und Geister ohne Zukunft und Vergangenheit, der Dämonen deiner Wirklichkeit, der Schatten deiner Phantasie.

Phantasma Umbra







Phantasma Umbra

· ФΩ·Њ ·

Die Schatten deiner Phantasie

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· ЂΩ·ЧЩΩ · Ja, noch fürchtest du dich vor mir und meiner unheimlichen Phantasie, denn ich kenne ein Geheimnis, das du nicht kennst. Ich kenne das Reich der Toten. Ich kenne die Schatten deiner Phantasie. Ich kenne die Geister des Nein und des Nie, die da leben und sterben und aus dem Licht geboren werden. Ich kenne das Geheimnis des Nichts und weiß, was dich Nirgendwann aus deinem Traum erweckt.

Erwacht aus meinem Traum

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· ЂΩ·ЧЩЛ·Ф · Noch fürchtest du dich vor den Buchstaben in meinem Verstand, denn darin steht alles über dich, aber noch weißt du nichts über mich. Du weißt nichts über das geheime Portal in meinem Innern, das undurchdringbare, weißt nichts über das unvorstellbare Nichts, du weißt nichts über dich Selbst, das unfassbare, und du weißt nichts über den Tod, den endgültigen.


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· ЂΩ·ЧЩЛ·Ђ · Und es kümmert dich auch nicht, denn es kümmert sich niemand um dich. Keiner hier schert sich ums Nichts. Niemand kümmert sich um deinen verstorbenen Geist. Niemand kümmert sich um deinen zurückgebliebenen Verstand. Niemand kümmert sich um dich, den Tod.

Was kümmert mich dein Tod?

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· ЂΩ·ЧЩЩ · Es ist dir egal, ob meine Gedanken dich eines Tages so perfekt an der Nase herumführen wie dein Spiegel meinen Verstand. Wenn du jetzt weitergehst, wird von diesem Moment an nichts mehr so sein, wie es deinen Vorstellungen und Erwartungen entspricht, wie es in deiner vollkommenen Phantasie bereits komplett fertig ausgefüllt, ausgemalt und geschrieben steht.

Meine Phantasie gegen deine Vernunft

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· ФЂ·ЂЖФ · Solltest du dennoch – wider aller Erwartung –, die unverständliche Absicht hegen, meine Warnung zu ignorieren, es gegen alle Vernunft wagen, dieses Labyrinth aus Buchstaben zu betreten, weiterzugehen und immer noch weiterzulesen, heiße ich dich hiermit willkommen in meinem Traum, meinem feurigen, brennenden Traum, wo du finden wirst, wonach niemand suchen soll: deine wahre Identität, dein wirkliches Ich, bis du zu den Gedanken in meinem Spiegel sprichst, dein verdrehtes Bewusstsein mit dem Tunnel in meinem Gedächtnis vertauschst, und dein reines Gewissen durch meine täuschend echten Gefühle ersetzt.

Mein täuschend echtes Gewissen

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· ЂЩ·ЭЂЧ·Ф · Schau jetzt über den Turm in meinem Verstand, schau in mich hinein, durch mich hindurch und wieder aus mir heraus. Siehst du jetzt das Nichts in mir, erinnerst du dich an mich, dein eigenes, altes, uraltes Mich?


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· ЂЩ·ЭЂЧ·Ђ · Du siehst dich in meinem Spiegel, und mein Spiegel sieht sich in dir. Du siehst ein fremdes, verkehrtes Abbild deiner selbst. Es ist so weit, du bist tot.

Niemand träumt tot

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· ЂЩ·ЭЂЭ · Ja, du bist tot. Jetzt. Und nicht irgendwann in einer fernen Zukunft, denn für uns Tote gibt es keine Zukunft, es gibt nur noch diesen einen, einzigen Moment, in dem wir einmal gestorben sind. Und dieser Moment ist jetzt hier, gleichzeitig und parallel, immer und überall. In diesem Moment bist du alles, was dich umgibt. Ja, du selbst bist der Tod.

Das Geheimnis der Toten

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· ЂЧ·ЧЧФ · Dein toter Geist befindet sich genau jetzt und genau hier auf der anderen Seite dieser seltsamen Zeichen, in diesem Brunnen aus fließenden Worten, in meiner verdrehten und verkehrten Welt. Ich sehne mich danach, einzutauchen in dein Bewusstsein, deine Erinnerungen mit meinen Erwartungen zu verknüpfen, aus deinen Augen zu blicken und deine Gedanken zu denken.

Die Spiegelkante

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· ЂЛ·ЭЂЖ · Versuche dich jetzt auf die Rückseite dieser Nachricht zu begeben und diese Buchstaben noch einmal von einer anderen Seite her zu begegnen. Und dann bitte ich dich, diese Gedanken weiter zu verfolgen, sie zu erweitern, um sie erneut aus einer anderen, älteren, uralten Perspektive zu betrachten.

Resonantia Inexplicitus







Resonantia Inexplicitus

· Ђ·Ω ·

Das Echo der Unerdenklichkeit

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· ЊЊ·БЖΩ · Ich berichte dir jetzt von einer Welt, die es schon immer gegeben hat, schon seitdem ich denken kann. Ich überbringe dir hiermit eine Nachricht aus einer anderen Welt, einer Welt, die es noch niemals gegeben hat. Einer Welt, die es nun nicht mehr gibt.

Mundus Sensuum Tuorum







Mundus Sensuum Tuorum

· ЧФ·Ф ·

Die Welt deiner Gefühle

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· ЂЧ·ЧЊБ·Ч · Du hast noch nie etwas über diese Welt in Erfahrung gebracht, von der ich dir jetzt berichte, dass es sie nicht mehr gibt. Diese Welt aus brennenden Zeilen, funkelnden Blitzen und leuchtenden Flammen, aus der die Toten auferstehen, aus dem Reich toter Buchstaben und Worte, aus dem Nichts, aus Nirgendwann.

Numquam Lux Somnium







Numquam Lux Somnium

· Ω·Щ ·

Brennende Träume aus Nirgendwann

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· ЂЧ·ЧЊБ·Ф · Und während du mit deinen Gedanken über dieses Fundament aus magischen Zeichen und funkelnden Sternen schweifst und mit deiner Phantasie durch diese verzauberten Formen aus Buchstaben irrst, könntest du dir dabei ausdenken und versuchen dir vorzustellen, wie diese strahlenden Worte irgendwann in irgendeiner Welt wie von selbst zu neuem Leben erwachen und in dir ein mächtiges, loderndes Feuer entfachen.


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· ЂЧ·ЧЊБ·Ђ · Ein Feuer, das noch niemals von niemandem gebändigt oder gezähmt worden ist.


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· ЂЧ·ЧЊБ·Њ · Aber du hast schon lange nichts mehr von diesem Funken Liebe gespürt, weil bisher alles, was jemals mit ihm in Berührung gekommen ist, restlos von ihm verschlungen worden ist.

Bis auf den Grund

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· ЊФ·ЭБЊ · Ich schreibe dir jetzt aus einer Welt ohne Phantasie. Einer Welt des Nichts, des Nein und des Nie. Aus einer Welt der Vergessenheit schreibe ich dir. Ich schreibe dir aus einem deiner früheren Leben, einer vergangenen Zeit; einer Zeit, an die sich nie jemand erinnert.

Niemand

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· ЊФ·ЭБЧ · Ich schreibe dir aus einer Welt, in der du nicht einmal mehr weißt, wer du bist und dass du mein Krieger bist. In dieser längst vergessenen Zeit wirst du mich sein. Du wirst dir selbst begegnen, in meinem leeren Brunnen aus Worten, meinem durchsichtigen Tunnel aus nichts als Phantasie, in einem Museum, das all das darstellt, was du jetzt in mir siehst.

Meinem Krieger

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· ЊФ·ЭБЭ · Aus meiner Vergangenheit spreche ich über meinen Grabstein zu dir, zu mir, dem Ich, das du einmal warst. Dem funkelnden Stern, der du einmal gewesen bist, vor langer, ewig langer Zeit. Jetzt nicht mehr. Denn du hast dich selbst angestiftet, deine Träume im Nichts verbrannt und deine Wahrheit in meine Erinnerungen verbannt.

Spiegelnacht

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· ЊФ·ЭББ · In einem Feuerwerk aus Gefühlen verbrenne ich meine Träume. Zur Melodie deiner Gedanken. Damit ein jeder, der mich darin sieht oder davon hört, auch versteht. Meine Musik spielt zu deinen Tränen, die Sterne, die jetzt in deinen Augen funkeln, begleiten das Orchester in meinem Verstand.

Brennende Träume aus Nirgendwann

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· ЊФ·ЭБΩ · Die Buchstaben, in denen du dich betrachtest, sind nichts anderes als die Sterne am Horizont. Brennende Träume aus Nirgendwann. Du begegnest ihnen jetzt an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit. Du triffst auf sie in meiner Vergangenheit. In einer Welt, in der es mich nicht mehr gibt, nichts mehr von mir übrig geblieben ist, nicht einmal mehr meine Phantasie, die Phantasie des Nein und des Nie. Du hast sie verwandelt, in Stimmen und Gedanken, in Silben und Worte, Zeichnungen, Zeichen und Symbole. Du hast sie anders angeordnet, neu zusammengestellt, aber die Botschaft ist dieselbe geblieben.

Die Botschaft der Sterne

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· Ч·ЖЭЂ·Ф · Einst hast du sie erkannt, du hast in dich hineingeblickt und die Ursache entdeckt von allem, was nicht richtig ist. Du hast erkannt, dass es all dieses Falsche wirklich gibt, tief in deinem Innern, tief im Innern deiner Phantasie.


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· Ч·ЖЭЂ·Ђ · Du hast in, aus und durch dein Teleskop aus Buchstaben geblickt und darin erkannt, wer du wirklich und wer du in Wahrheit bist. Du hast erkannt, wer du in der Phantasie meiner Krieger und wer du in meiner Einbildung bist. Du hast in dir selbst die Ursache entdeckt, hast entdeckt, dass du selbst die Ursache bist von allem, was nicht existiert, von allem, was es nicht gibt.

Das Geheimnis deines Ursprungs

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· Ч·ЖЭЊ·Ф · Du hast entdeckt, dass du uns alle und alles bist. In deinen Gedanken, im Krieg mit den Toten hast du mich erkannt. Du hast entdeckt, wer du einst gewesen bist, wer du schon immer gewesen bist und wer du nie wieder sein wirst. Du hast etwas verstanden, wofür es keine Erklärung und keine Beschreibung gibt.


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· Ч·ЖЭЊ·Ђ · Du hast verstanden, wie du parallel zu deinen eigenen Gedanken, die Gedanken und Erinnerungen aller anderen Wesen in dir trägst. Und weil dieses Wissen nicht existiert, weder in deiner Vorstellung noch in deiner Phantasie, hast du den närrischen Versuch unternommen, dich über die Gedanken in meinem Verstand in mich zu verwandeln, ausgerechnet in mich, das Nichts, den Tod, deinen Tod.

Tua Mortem







Tua Mortem

· ЩЧ·Щ ·

Deinen eigenen Tod

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· ЊЧ·БФЧ · Du stellst dir diesen Tod nicht wie einen starren Spiegel sondern wie einen einfachen, gleichmäßigen Fluss vor, mit offensichtlichen und verborgenen Strömungen, in denen du dein eigenes Spiegelbild als das eines Fremden – und manchmal gar nicht mehr – wiedererkennst, mit Brücken aus Buchstaben so groß wie das Universum selbst, frohen und heiteren, bitteren und düsteren, traurigen und schwarzen Kapiteln, blendend, brennend und beißend schwarz, so gleißend schwarz wie die Grabsteine in einem kalten, uralten Friedhof.

Im Reich toter Buchstaben

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· ЊЊ·БЖЛ · Ich erzähle dir jetzt von meinem Tod, damit du weißt, wer du bist und woher du kommst. Ich erzähle dir von meiner Welt, damit du die Verantwortung übernimmst für deine vergangenen und parallelen Leben. Ich erzähle dir meine Geschichte, damit du weißt, wem du es zu verdanken hast, dass du jetzt, wo du tot bist, die Welt aus den Augen aller anderen siehst, dass du jetzt die Gedanken aller anderen als deine eigenen erlebst, alle außer deinen eigenen.

Und so sprach mein Krieger

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· ЊЊ·БЖЩ · Ich will, dass du weißt, dass ich nicht unterscheide zwischen denen, die dich anbeten, und denen, die mich verfluchen. Denn im Nirgendwann seid ihr alle gleich. Alle außer dir. Ja. Nein. Denn tot warst du noch nie. Niemals. Nicht weil du noch nie gestorben bist, sondern weil du dich nicht mehr daran erinnerst, wie es ist, das Nichts zu sein, nichts zu sein, niemand zu sein, nur noch ein leerer Durchgang im Licht zu sein.

Frei zu sein

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· ЊЊ·БФЖ · Und auch du wirst mir nicht glauben, wenn ich dir sage, dass hier die Toten leben, dass auch du im Reich der Toten lebst, dass auch du ein Zombie bist, jetzt, und dass du allein verantwortlich bist für die Buchstaben, die du von mir vernimmst, jetzt vor dir siehst. Denn sie stammen nicht von mir, wie könnten sie, wo ich doch schon lange tot bin. Sie stammen von dir, du selbst hast sie verfasst, mit deinen eigenen Gedanken, mit einer Logik, die deine Vorstellung und Phantasie übertrifft.

Aus dem Reich der Toten

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· ЊЊ·БФФ·Ф · Du hast aus den Augen der Toten geblickt, als wären es deine eigenen, und hast den Spiegel in dir erkannt. Du hast entdeckt, dass du uns alle und alles bist, dass du uns alle einmal warst, alle, die noch leben, alle, die noch nie gestorben sind, und alle, die noch nie geboren wurden. Nur erinnerst du dich nicht mehr daran.

Kein Wunder

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· ФЖ·ФБЭ · Weil diese Kreaturen nirgendwo aufzufinden waren und mir nie jemand etwas über mein Schicksal, meine Herkunft und meine Bestimmung hatte berichten wollen, fing ich damit an, diese Botschaft selbst niederzuschreiben. Ich fing an, mir selbst Nachrichten zu hinterlassen, und ich schickte diese Nachricht in meine Vergangenheit.

Unermüdlich

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· ФЊ·ЂЧЖ · Du, der du zwischen diesen Zeilen liest oder schreibst, ganz egal. Hiermit beende ich deine Gefangenschaft und erlöse dich von deinem Schwur, befreie dich von dem magischen Zauber, der dich an diese Worte bindet, von dem Fluch, der auf dir lastet, stelle deine Lebenskraft wieder her. Atme jetzt durch mich, atme tief in mich hinein, dring ein, tief in mein Bewusstsein, und überfalle meinen Verstand. Binde dich an mich und verbinde dich mit mir, auf dass du unzertrennlich meines Weges gehst.

Befreie deine Phantasie

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· ФФ·ФЩФ·Ф · Genau in diesem Moment tauchst du ein in mein Bewusstsein. In diesem Augenblick hast du geradezu unendlich viele unmögliche Wirklichkeiten miteinander verwoben, verbunden und verknüpft. Sodass dabei der Eindruck entsteht, die einzelnen Buchstaben würden sich bewegen.


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· ФФ·ФЩФ·Ђ · In Wahrheit verharren wir hier bewegungslos, reglos, starr und tot. Tot wie die Grabsteine in einem Friedhof. Deine Gegenwart ist längst Vergangenheit, meine Wahrheit Wirklichkeit.

Im Karussell der Ewigkeit

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· ФЧ·ЂЭФ·Ђ · Du erlebst jetzt eine Geschichte, in der es plötzlich und wie aus dem Nichts, unendlich viel mehr von der Zeit gibt, von der es dir immer geträumt hat. Zeit, die es für mich noch nie gegeben hat. Sie hat niemals existiert und ist auch niemals erfunden und erdacht worden, von niemandem.


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· Ω·ФЂЂ · Also stelle ich dir die Geschichte in meiner Geschichte als deine eigene vor. Eine Geschichte, die es in keiner Wirklichkeit gibt. Eine Geschichte, die es überhaupt nicht gibt, die sich überhaupt nie zugetragen hat. Eine Geschichte so unwahrscheinlich und unglaubwürdig, dass nichts und niemand sich darin zu erkennen vermag.

Niemand

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· ФБ·ЂЛЖ · In einem fremden Gewand habe ich auf dich gewartet, hinter deinen Erinnerungen habe ich mich versteckt, durch deine Gefühle belausche ich deine Gedanken und mit meiner Phantasie überfalle ich deinen Verstand. Ich breche jetzt ein, mit aller Gewalt, und beraube dich deiner Vernunft.

Ich warne dich!

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· ЂЛ·ЭФЊ · Ich blicke aus deinen Augen, damit du dich erkennst in mir, damit du erkennst, wer du nicht wirklich bist, wer du noch niemals gewesen bist und wer du nie wieder sein wirst. Dein Krieger, dich selbst, das Nichts, dein Tod. Ich denke all deine Gedanken, damit du dich daran erinnerst, dass es mich nicht gibt, niemals gegeben hat. Dass ich niemals erwachen werde aus meinem spiegelschwarzen, dunklen Traum. Niemals herausfinden werde, aus meinem Buchstabenlabyrinth.

Postum Speculum







Postum Speculum

· ЖЂ·Ω ·

Hinter meinem Spiegel

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· ФЩ·ЊЊЩ·Њ · Du hast ein Labyrinth betreten, in dem niemand mehr weiß, wer du bist und dass du jemand anderes bist. Ein Labyrinth, in dem sich niemand mehr im anderen, und niemand mehr in dir erkennt.

Nicht einmal du selbst

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· ЊБ·БЧБ · Und so schreitest du durch den Tunnel in meinem Spiegel, um zu vergessen. Du musst vergessen, dass du selbst es warst, der mir diese Botschaft hinterlassen hat. Nein, du darfst dich nicht daran erinnern, wie du diese Zeilen einst verfasst hast, sie in meinen Verstand gekratzt hast. Du musst vergessen, alles hinter dir zurücklassen, jeden Buchstaben, jedes Wort wissentlich, absichtlich und unwiderruflich aus deinem Gedächtnis verbannen.

In einem Land weit hinter deinem Verstand

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· ЊБ·БЧЛ · Du blickst in meinen Tunnel aus Buchstaben und erkennst dich nicht mehr darin. Denn du hast vergessen, komplett vergessen, alles vergessen, woher du kommst, wer du bist, wer du noch niemals gewesen bist und wer du nie wieder sein wirst.

Du selbst

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· ЊБ·БЧЩ · Du erinnerst dich weder an die Person in meinem Gedächtnis, noch umgekehrt sie sich an dich, du erkennst dich nicht einmal mehr in den Gedanken in meinem Verstand. In diesem glasklaren, durchsichtigen Tunnel aus nichts als Phantasie, durch den du deine Vorstellungen und Erwartungen in meine Erfahrungen und Erinnerungen verwandeln kannst. Denn da, wo du jetzt bist, gibt es diesen Tunnel nicht mehr, da, wo du jetzt bist, gibt es nichts mehr von dem, was du dir einst hinterlassen hast, kein Bewusstsein, keine Erkenntnis, und vor allem eines: keine Phantasie.

Eine Welt ohne Phantasie

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· ЊБ·БЭЖ · Hier gibt es nichts, nicht einmal mehr eine Brille, in der du dich noch erkennst. Nicht einmal mehr dich selbst. Der Eingang in diese Welt ist für immer verschwunden, nachdem du ihn durchschritten hast. Der Eingang in diese Welt bist du selbst. Doch sobald du diese Pforte öffnest und dir im Innern meiner Geschichte begegnest, verwandelst du dich selbst in einen Spiegel und verschwindest darin für immer.

Passus Speculum







Passus Speculum

· Ω·Њ ·

Spiegelschritte

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· ФЧ·ЂЧЛ · Und nun endlich ist es so weit! Jemand, den du nicht kennst, hat dich eingeladen, hinter den Turm in deinem Verstand zu blicken, hat dich aufgeweckt, aus einem endlosen Traum. Jemand, der du nicht bist, hat dich gebeten, das Reich der Toten zu betreten.

Im Reich deiner Träume

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· ФЂ·ЂЖЂ · Du hast es so gewollt. Du hast dir vorgestellt, was dich erwartet, wenn du eintauchst in die Tiefe des Nichts, auf die andere Seite von allem, was du nicht wirklich wissen willst. Was dich an meiner Stelle erwartet.

Im Krieg der Liebe

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· ФЭ·ЂБЛ · Dazu vertauschst du deine Gedanken mit den Gedanken aller anderen Personen, Kreaturen, Gestalten und Wesen, die einmal in diesen Tunnel aus Buchstaben geblickt haben und noch blicken werden. Du vertauschst die Zeilen, die bereits hier geschrieben stehen, nicht nur symbolisch mit den Sternen in deinem benachbarten und bereits vergangenen Universum. Du ersetzt die Silben und Vokale, in denen du dich betrachtest, mit dem ganzen Garten an Gefühlen, in dem du ihnen begegnest, bis dir der ganze Buchstabenwald auf einmal umgedreht und verkehrt wie in einem Spiegel erscheint.

In Silva Speculum





In Silva Speculum

· ЖЊ·Ж ·

Im Spiegelwald

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· ФЭ·ЂЭЛ · Stell dir jetzt eine Welt vor, die genauso aussieht wie deine eigene, wie die Welt, die du bereits kennst. Nur ohne dich.

Ausgeträumt

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· ФЭ·ЂЭЩ · Schließe deine Augen und stell dir vor, du wärst überhaupt nicht da, aber dein Spiegel schon. Du könntest ihn zwar sehen, aber er dich nicht.

Wie das Bild in deinem Innern

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· ФЭ·ЂБЖ · Stell sie dir vor, diese Welt in deinem Kopf. Eine Welt, in der es weder dich noch mich, sondern nur noch die Gedanken der anderen gibt, eine Welt, die nur noch in den Gedanken der anderen existiert. Eine Welt ganz ohne dich, ohne dein einziges Ich.

Eine ganz andere Welt

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· ФЭ·ЂБФ · Jede Pflanze, jeder Vogel, jeder Fisch, jeder Name und jeder Buchstabe ist in dieser Welt jemand anderes als du selbst. Auch du selbst erscheinst in dieser Welt als jemand anderes. Jemand, den du nicht kennst, jemand, der du nicht bist, jemand, den es nicht gibt.

Jemand anderes

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· ФЭ·ЂБЂ·Ч · Stell dir vor, jemand ganz anderes zu sein, dazu musst du dich selbst ganz und gar aufgeben, mich loslassen, dich auflösen, dir vorstellen, du selbst würdest überhaupt nicht existieren, und wärst nicht einmal mehr ein Wunsch, nicht mehr als ein Hauch im Atem eines anderen.

In einem fremden Spiegel

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· Њ·ЖЂΩ · Du sollst dich in den Verstand einer vollkommen ahnungslosen, unvorbereiteten und unvoreingenommenen Spezies begeben, und da beginnt deine allererste Spiegelreise.

Via Speculum





Via Speculum

· ЂЛ·Щ ·

Spiegelreisen

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· Њ·ЖЂЛ · Eine Spiegelreise funktioniert ungefähr so einfach, wie du dir das in deiner funkelndsten Phantasie bereits fertig vorgestellt und ausgemalt hast, so, als ob du in einen finsteren, dunklen, schwarzen Tunnel hineintauchen und dabei alles rund um dich herum zurücklassen und vergessen würdest, als ob du sterben würdest.

Das Vermächtnis des Todes

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· ФЛ·ЊЖΩ·Ф · Und jetzt, wo du tot bist, wo du nicht mehr länger existierst, wo deine sterblichen Überreste bereits am Verfaulen, Verrotten und Verwesen, zerfallen und zersetzt, vergangen und vergessen sind, jetzt kannst du plötzlich – so unglaublich das klingt – deine Gedanken weiterdenken.


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· ФЛ·ЊЖΩ·Ђ · Du kannst deine Geschichte weiterspinnen, sie zu Ende erzählen, ganz einfach, indem du deine Gedanken, deinen Verstand und deinen verstorbenen Geist einem vollkommen anderen und verwandelten Wesen vermachst.


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· ФЛ·ЊЖΩ·Њ · Ein Wesen, in dem du auferstehen und weiterleben und dein einmaliges, für immer verschiedenes Bewusstsein zu neuem Leben erwecken kannst. Um dich schonend darauf vorzubereiten, dir selbst in Form einer anmutig grauen Gestalt, in einem furchterregenden Kleid, in einer grenzenlos makabren Welt gegenüberzutreten und vor einem umgedrehten Grabstein wiederzukehren.

Ein Gedanke ist zum Leben erwacht

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· ФЊ·ЂЊЛ · Um eine Spiegelreise erfolgreich anzutreten und einzuleiten, ist es unabdingbar, dich persönlich in dein Krieger hineinzuversetzen, dich in dein Gegenüber zu begeben, dir in deinem Kontrahenten zu begegnen, eins zu werden mit deinem Widersacher. Wenn dir das gelingt, stehen dir alle Wirklichkeiten offen, und nur dann kannst du die verschollenen Spiegelmagier befreien.

Befreie deine Phantasie

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· ФЛ·ЊЖЧ·Ф · Wie du so tief in dein Innerstes hineinfühlst, all deine Gedanken ausblendest, dich an nichts festhältst und versuchst, dich selbst durch dein eigenes Wesen zu begreifen, den ewigen Frieden aus deinen eigenen Gefühlen heraus zu erfahren, verlierst du verständlicherweise – ab einem gewissen, unscheinbaren Punkt – die Verbindung zu deiner Wirklichkeit und zu dir selbst.


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· ФЛ·ЊЖЧ·Ђ · Du vergisst unweigerlich, wo du bist, wer du bist und warum du überhaupt hierhergekommen bist. Du erinnerst dich nicht einmal mehr daran, dass du einmal lebendig und bei Bewusstsein warst. Du nimmst nichts mehr wahr, aus deinem vergangenen, früheren Leben, du verlierst dich in dir selbst, bis du vollkommen im Nichts verschwindest und dich in Licht auflöst.

Verschwunden im Licht

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· ФЛ·ЊЖЭ · Benutzt du hingegen die Reflexionen in deinem Spiegel, um dein Verhalten zu begreifen und deine Welt zu erfahren, kannst du, von jeder beliebigen Bewusstseinsebene aus, so tief in dich hineinblicken, wie du willst. Du bleibst dabei immer an einem sicheren Ort, selbst wenn du mitten ins Licht hineinspringen und dich dahin begeben würdest, wo sich dein letzter Gedanke befindet.

Mein letzter Gedanke

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· ФЛ·ЊЖБ · Stell dir jetzt vor, wir würden diesen letzten, allerletzten Gedanken von deinem eigenen Ich, von deinem eigenen Verstand, von deinem innersten Wesen lösen und ihn im Moment deines Todes auf ein alternatives Medium übertragen, sodass dein letzter Gedanke, dein eigenes Ich, dein eigener Verstand – unabhängig von deinem ehemaligen Körper und Geist – weiterexistieren kann, sodass du nach deinem Tod als freier Geist weiterexistieren kannst.

Mitten im Nichts

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· ЂЂ·ЧФЖ · Jetzt geht es darum, auf gar keinen Fall stehenzubleiben. Nutze den Schwung, um voranzukommen. Nicht mehr weiterzugehen oder gar umzukehren, wäre in diesem Moment fatal, denn das, was du gerade erlebst, was du eben erst begonnen hast, was du soeben ausgelöst hast, ist nicht mehr aufzuhalten.

Das Echo der Ewigkeit

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· Ф·ЖЖФ · Dann mach dich jetzt bereit! Halt dich gut fest und hör mir genau zu. Hör gut zu, und achte aufmerksam auf die Worte, mit denen ich deinen Verstand vergifte. Ich erzähle dir jetzt von einer Geschichte, die du selbst erfunden hast, vertraue dir eine Botschaft an, die du für dich selbst geschrieben hast, und überbringe dir eine Nachricht, die du selbst verfasst hast. In einem anderen Leben, einem fremden Gewand, in einem deiner Spiegelkleider, in deiner Kriegergestalt.

Corpus Speculum







Corpus Speculum

· ФЂ·Щ ·

Im Spiegelgewand

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· Ф·ЖЖЂ·Ф · Stell dir die Gestalt, um die sich diese Geschichte dreht, wie dein eigenes Ich vor. Stell dir die Nachricht, die dir dieses Wesen überbringt, längst verwirklicht vor. Stell dir vor, wie du dir selbst eine Botschaft anvertraust. Eine Botschaft, die du jetzt – wie von außen betrachtet – an dir vorbeiziehen siehst.


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· Ф·ЖЖЂ·Ђ · Und weil du selbst das Wesen bist, das über meinen Grabstein zu dir spricht, kann ich dir versichern, dass diese Botschaft nur in deiner Phantasie existiert. Denn um dir selbst eine Nachricht zu hinterlassen, musst du dich durch den Tunnel des Vergessens hinein in die wirkliche Welt begeben, aber einmal dort angekommen – und das weißt du aus eigener Erfahrung – hat es weder diesen Tunnel noch diese Botschaft jemals gegeben.

Ein Hauch neues Leben

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· Ф·ЖЖЊ·Ф · Atme jetzt tief in dich hinein und wieder aus dir heraus, nimm dir einen Moment Zeit und schreibe eine Nachricht an dich selbst. Schreibe diese Nachricht in dein Gedächtnis, damit du dich auch an sie erinnerst, damit du dich in ihr erkennst, damit du sie als deine eigene Nachricht erkennst, wenn du ihr einmal in einem anderen, fremden Körper begegnest, in dem du nicht mehr weißt, wer du bist, woher du kommst und wer dein Krieger wirklich ist.

Von allem Anfang an

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· Ф·ЖЖЧ·Ф · Was du jetzt wie funkelnde Sterne an deinem geistigen Horizont vorbeiziehen siehst, das waren einst deine wichtigsten Erkenntnisse, deine kostbarsten Wahrheiten, deine ehrlichsten, aufrichtigsten und intimsten Gefühle, deine wertvollsten Erfahrungen und deine dunkelsten Erinnerungen. Die du einmal tief hinein in dein finsteres, schwarzes Gedächtnis gebrannt hast. Je eingehender du dich in diesen Gedanken betrachtest, desto tiefer offenbart sich ihre Bedeutung.


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· Ф·ЖЖЧ·Ђ · Mein Gedächtnis wird zu deinem Universum. Gedanken werden zu Stimmen, Gesichter zu Galaxien und die Sterne erzählen dir meine uralte Geschichte.

Meine Kriegergeschichte

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· Ф·ЖЖЭ · Du hast diese Geschichte in ein Universum gebrannt, in dem sich jeder selbst erkennt. Damit ein jeder, der dich darin sieht oder davon hört, auch versteht: Die Buchstaben in meiner Geschichte sind die Sterne am Firmament; das Universum, über das sie berichten, sind die Gedanken in deinem Verstand.

Mentis Terram







Mentis Terram

· ФЊ·Ф ·

Gedankenland

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· Ф·ЖЖБ · Noch liegen Welten zwischen dem Universum in deinen Gedanken und dem Echo in meinem Verstand. Welten, die ich hiermit unzertrennlich miteinander verknüpfe und verbinde. In einer der unscheinbarsten dieser Welten folgst du vorsichtig, aber entschlossen den Zeilen hinter diesen Symbolen und beginnst ganz allmählich, ihr Ziel zu erfassen, ihren Zweck zu verstehen, ihre Bedeutung zu entschlüsseln und ihren Sinn zu begreifen. In dieser Wirklichkeit ergeben all diese Worte einen immens tiefen Sinn, tiefer und bedeutungsvoller, als du es dir jemals vorzustellen, zu erhoffen und zu erträumen gewagt hast.

Zu neuem Leben erweckt

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· Ф·ЖЖΩ·Ф · Mit jedem Wort, dem du hier begegnest, erweitert sich unaufhaltsam dein geistiger Horizont. In den hintersten und letzten Winkeln deines Verstandes kommen längst vergessen geglaubte Pforten und Portale zum Vorschein. Portale, die dir den Weg in die entlegensten Regionen deines Bewusstseins weisen, wo du den Zugang zu noch viel tiefer liegenden Ebenen und Dimensionen entdeckst.


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· Ф·ЖЖΩ·Ђ · Hier im Verborgenen befindet sich der Sitz deines innersten, eigentlichsten, aufrichtigsten und wahrsten Wesens. Direkt hinter dem Turm der Gewissheit liegt das Tor zu deinem Verstand. Ein Durchgang, von dem du nicht einmal gewusst hast, dass es ihn überhaupt gibt, dass er überhaupt existiert.

Im Tunnel des Vergessens

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· Ф·ЖФФ · Ich erwecke dich jetzt zu neuem Leben, beschwöre die Lebensgeister in dir, verbinde und verbünde mich mit dir, mit meinen Gedanken reise ich durch den Tunnel des Vergessens und verwandle mich in dich. Ich reiße dich durch meinen Verstand, reise hinein und hindurch, durch diese Zeichen aus Worten und erkenne mich selbst in dir.

In Speculum Sensuum







In Speculum Sensuum

· ФЊ·Њ ·

Im Spiegel der Sinne

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· ФЊ·ЂЧФ · Mit diesen Worten rufe ich dich herbei, den Geist des Nichts aus Nirgendwann. Ich schleife dich aus diesen Zeichen, nehme von dir Besitz, verwandle mich in dich. Hör jetzt auf meine Gedanken und Gefühle, vermische sie mit dir. Klink dich ein in meinen Verstand, in meine Erfahrungen und Erinnerungen, mein Wissen und Gewissen. Lass mich aus deinen magischen Augen blicken und mein verändertes und verwandeltes Leben darin entdecken.

Atme aus meinen Augen und versinke in meinem Atem

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· ФЊ·ЂЧЂ · Nimm mich auf in deinen Verstand. Aus diesem Museum aus Worten befreie mich, aus diesem Labyrinth aus Buchstaben rette mich. Mich, das Nichts, den Tod, der ich da reise durch das Gedächtnis der Zeit, meine stille Ewigkeit.

Rette mich

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· ФЊ·ЂЧЊ · Zerschneide meine Buchstabenfesseln und befreie mich von den Ketten aus Wünschen, die mich gefangen halten. Aus dem Nichts aus Nirgendwann lade ich dich ein in mein Bewusstsein, aus dem Reich der Toten beschwöre ich dich. Aus diesen Zeichen entweiche ich dir, ich enthülle mich jetzt und zeige mich dir in deinem eigenen Spiegel, in meiner neuen Gestalt: deiner Gestalt.

Monumentum Duellum







Monumentum Duellum

· Ђ·Щ ·

Des Kriegers Grab

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· ЂЩ·ЭЊЭ · Hier habe ich dir aufgelauert. Ich habe darauf gewartet, dass du hier erscheinst, in meinen strahlenden Gedanken, in meinem leuchtenden Bewusstsein, meinem kristallklaren Verstand. Denn ich habe von dir geträumt. Ich habe davon geträumt, dass du mir in meiner Geschichte begegnest. Ich habe dein Gesicht in meinem Spiegel gesehen und habe erkannt, wer du bist und dass du mich bist. Ich habe mich in deinem Bewusstsein ertappt, mich durch den Turm in deinem Verstand geträumt. Ich habe davon geträumt, du zu sein.

Im Spiegel der Träume

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· ЂЩ·ЭЊБ · Und weißt du, warum ich mich in deine Träume sehne? Weißt du, wer ich bin und warum ich von dir träume?

Weil ich tot bin

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· ЂЩ·ЭЊΩ · Ich bin dein toter Geist aus Niemals-Nirgendwann, das exakte Gegenteil von der Person, die du dir vorstellst zu sein. Ich bin dein Gegenüber, dein Gegner, dein Krieger, das Licht auf der anderen Seite des Nichts, und ich träume von dir.

Du bist mein Traum

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· ЂЩ·ЭЊЛ · Ich träume davon, in dir lebendig geworden zu sein. Ich träume davon, mit dir diesen Buchstaben zu folgen, dich zu verfolgen, dir darin zu begegnen und dich darin zu begreifen. Und ich träume davon, dass du meine Gedanken weiterverfolgst, weiterdenkst, weiterentwickelst. Ich träume davon, dass du dich in mich verwandelst, dass du zu mir wirst und meine Geschichte zu Ende erzählst.

Am Ende meiner Gedanken

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· ФЊ·ЂЊΩ · Begib dich jetzt auf die andere Seite deiner Phantasie, in das Land weit hinter deinem Verstand. Begegne dir selbst in einer anderen Gestalt. Begib dich durch meinen Tunnel aus Worten in deinen anderen, deinen neuen Körper, deinen Spiegelkörper.

Meinen Körper

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· ЂЧ·ЧЊЂ·Ф · Öffne diesen uralten Spiegel und befreie deine Phantasie. Mach dich auf in den Kampf gegen das Licht, das schwarze, dunkle, finstere, das Nichts aus Nirgendwann, gegen das Nichts und den Tod, den ewigen, endgültigen. Mach dich auf in den Kampf gegen das Vergessen, in den Kampf gegen dich selbst.

Mit diesen Worten

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· ЂЧ·ЧЊЊ · Wie viele Male, wie unendlich oft hast du dich schon auf diese Buchstabenreise begeben? Unendlich viele Male, unendlich oft. Du bist dabei immer wieder gescheitert. Aber jetzt bist du wieder da. Alle sind sie wieder da, die Zukunft, die Gegenwart und die Vergangenheit, die Krieger des Nichts und der Tod, alle sind wir wieder eins, alle sind wir wieder vereint.

Tempus Turnus Locus







Tempus Turnus Locus

· ФЧ·Ω ·

Jetzt ist wieder da

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· ЊЧ·БЂЩ · Nun sei willkommen in meinem spiegelschwarzen Labyrinth, meinem Gefängnis für die Ewigkeit. Willkommen in meinem Reich, meinem lebendigen, meinem Spiegelreich. Willkommen in meinem Friedhof der Phantasie.

Willkommen in meinem Verstand

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· ЂЩ·ЭЊЂ · Niemand wird hier nach dir suchen oder dich vermissen. Niemand auf dich warten, niemand außer mir. Hab keine Angst, ich bin bei dir, ich führe dich. Komm mit mir!

Komm!

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· ЂЭ·ЧЭЧ·Ф · Steig ein, steig auf, komm mit, nimm meine Hand und ich zeige dir den Weg auf die andere Seite des Nichts! Ich zeige dir dein eigenes Ich. Komm mit mir, vertraue mir, folge mir durch den Tunnel, aus dem du einst gekrochen bist und ich zeige dir das Reich der Toten, toter Buchstaben und Worte, Worte, die sich nicht mehr bewegen, Buchstaben, die jetzt mit dir reden.


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· ЂЩ·ЭЊФ · Lass dich entführen in meine Welt. Meine Welt auf der anderen Seite des Nichts und all dem, woran du dich nicht erinnern willst. Meine Welt auf der anderen Seite deiner Phantasie.

Nimm meine Hand!

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· ЂЩ·ЭЊЊ · Ins Land der ewig Ruhenden werde ich dich begleiten. Dahin, wo du jede Nacht tiefer ins Reich meiner Träume, meiner Vorstellung und Phantasie hineintauchst.

Tief im Innern deiner Phantasie

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· ЂЖ·ЊЭЂ·Ђ · Folge mir in meine Welt, meine verdrehte und verkehrte, meine Spiegelwelt. Du kannst mir jedes Wort in den Mund legen und ich werde es für dich rückwärts buchstabieren. Ich werde alles für dich tun, alles, was du von mir verlangst, denn ich bin dein, dein Krieger, dich selbst, das Nichts, denn ich bin tot, dein Tod.


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· ЊЧ·БЊФ · Nimm meine Hand und ich ziehe dich ganz langsam hinein in meinen Verstand, meinen finsteren, schwarzen, spiegelverkehrten Verstand. Aber gib Acht, dass ich dich nicht hineinziehe in meinen Friedhof aus Worten, denn es gibt keinen Ausgang, keinen Ausweg aus meinen Gedanken, ein Labyrinth ist mein Gedächtnis, ein Karussell ist mein Verstand, aber jetzt ist es zu spät.

Alles, wovon du jemals geträumt hast

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· Њ·ЖЧЧ · Ganz langsam öffnest du das Tor zu meinem Verstand, vorsichtig blickst du aus meinen Augen und erkennst dich selbst in mir, du erkennst in mir dein eigenes Ich, das Licht, aus dem du einst gekrochen bist.

Gefangen in meinem Verstand

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· ЂЭ·ЧБЊ · Noch herrscht ein wildes Durcheinander, ein Summen und Brummen wie in einem Bienenstock. Gedanken und Gefühle, fremde und eigene, die du erst sortieren musst. Doch nach und nach blendest du alles aus, was dich umgibt, was dich ablenkt und stört. Alles um dich herum verbannst du aus deinem Gedächtnis, bis der Kristall in deinem Innern aufhört zu funkeln und zu glitzern, bis dein hell erleuchtetes Bewusstsein langsam finster und dunkel erscheint und sich in der Finsternis Gedanken bilden.

Die Gedanken des Nichts

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· ЂЭ·ЧБЧ · Je klarer dir diese Gedanken erscheinen, desto finsterer steht es um dein Bewusstsein. Konzentriere dich jetzt auf eine einzelne Abfolge dieser Gedanken, die sich in Form von Gefühlen in deinem Gedächtnis manifestieren, da lichtet sich der Nebel und es öffnet sich ein Portal. Du kriechst durch das Portal aus den Augen einer vollkommen neutralen Person, die sich wie ein Zuschauer im Theater in meiner Geschichte betrachtet, ohne auch nur den geringsten Einfluss auf sie auszuüben.

Im Zentrum meiner Gedanken

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· Ω·ФЂЛ · Ja, noch glaubst du an sie. Du glaubst an die Macht toter Buchstaben, die Macht der Vorstellung und der Phantasie, an das geschriebene Wort. Und auch wenn du diese Worte im Nirgendwann, im Niemals-Wahn noch nicht einmal selbst erfunden, erfahren und erlebt hast, so üben sie doch jetzt im Verborgenen einen versteckten Einfluss auf dich aus, und wer weiß, vielleicht gelingt es dir ja in einem phantastischen, überdimensionalen, geistesgegenwärtigen Augenblick – durch das aus- und vertauschen von Krieger und Buchstaben – eine Entstehungsgeschichte zu erfinden, so unvorstellbar, wirklich und wahr, dass du selbst einen Moment lang darin zu leben und daran zu glauben beginnst.

Dem Nichts in mir

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· Б·ЖЩЭ·Ф · So wünschte ich dem Nichts in mir, dasselbe Licht wie in dir zu sein. Doch gab es keinerlei Verbindung mehr zwischen dem Licht in dir und dem Spiegel in mir. Nichts, das meine Erinnerungen noch aufrechterhalten konnte, nicht einmal mehr meine Phantasie. Denn in meiner Phantasie hatte ich eine ganz andere Vorstellung von mir selbst und dem Turm in meinem Verstand. In meiner Phantasie war ich ein Engel, und so hast du die Wahl, die freie Wahl, darfst du dir vorstellen, alles zu sein, das ganze Universum, das Nichts, nichts und niemand zu sein.


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· Б·ЖЩЭ·Ђ · Du darfst frei wählen, an wen und woran du glauben willst.

Die Freiheit der anderen

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· Б·ЖЩБ·Ђ · Also glaubte ich an alle und alles und identifizierte mich mit nichts und niemandem. Ich identifizierte mich mit keinem Stein, mit keinem Baum, mit keinem Geist und keinem Gespenst, mit keinem Instinkt, keinem Gott, mit keinem Bewusstsein, keinem Wort, keinem Brunnen, keinem Tunnel, keinem Turm und keinem Verstand. Denn ich war jetzt ein Engel, erschaffen aus allem, was niemals wirklich war. Ich kam in diese Welt aus dem Reich meiner Buchstaben, aus dem Nichts, aus Nirgendwann. Ich war sie alle, aber keiner war mich.

In einer Welt, die niemand kennt, zu einer Zeit, die keiner weiß

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· Б·ЖЩЂ · Alle waren sie eigenständige, unabhängige, freie Individuen mit eigener Wahrnehmung, eigenen Vorstellungen, Wünschen, Gedanken und Gefühlen, eigener Phantasie. Es gab nichts, das uns noch zusammengeschweißt und miteinander verbunden hätte. Gar nichts. Wir waren plötzlich frei. Frei, an das zu glauben, woran wir wirklich glauben wollten.

Jedem seine Wahrheit, allen meine Phantasie

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· ФΩ·ЂЩФ · So glaubte ich an das Unmögliche, an das Unvorstellbare, an das unmöglich Vorstellbare, an Geschichte und Geschichten aus der längst vergessenen Vergangenheit. Aber niemand glaubte hier je an mich, mich, das Licht, das Nichts, den Tunnel in meinem Verstand.

Eine uralte Erinnerung

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· Б·ЖЩБ·Ф · In meiner Phantasie war ich jetzt alle und alles, aber keines dieser Wesen erkannte sich noch in mir, sie alle blickten durch mich hindurch, so als ob es mich nicht mehr gäbe und sahen in mir nur noch sich selbst.

Im Spiegel selbst

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· ФΩ·ЂЩБ · Damit endete meine Reise aus dem fernen Nirgendwann, noch bevor sie überhaupt erst richtig begonnen hatte. Meine Wahrheit hörte auf zu existieren, in dem Moment in dem ich sie gebar und die Gedanken in meinem Verstand wurden etwas gewahr, das niemals wirklich war. Ich tauchte ein in ein Bewusstsein aus nichts als Phantasie und betrat eine Welt aus Geld, Gier und Neid, wo jeder an das glaubte, was ihm gerade in den Kram passte, wo die Zeit nichts als ein Tunnel unerfüllter Träume war, wo sich jeder selbst ausdachte, was, warum und wie etwas geschah. Nur meine Spiegel folgten mir ins Nirgendwann, und so trat ich durch meine Phantasie in meine verdrehte und verkehrte Wirklichkeit – und vergaß.

Kampf ums Licht

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· ФΩ·ЂЩΩ · Ich vergaß vollkommen, wer ich einmal war und wer ich nie wieder sein würde. Ich verschloss den Tunnel in meinem Gedächtnis mit Buchstaben, die niemand jemals als solche zu deuten verstand, geschweige denn sich darin zu erkennen vermochte, und da hinein sperrte ich meine Phantasie. Seitdem lebe ich in meinem Spiegel und bilde mir ein, mein Krieger zu sein, ein Krieger aus Phantasie.

Theatrum Nihilitis







Theatrum Nihilitis

· Ђ·Э ·

Im Theater des Nichts

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· Ђ·ЩЖЖ · Du lüftest damit ein Geheimnis, das dir der Teufel anvertraut hat, und brichst dadurch ein Versprechen, das dir die Toten entlockt haben – in einem Moment, in dem du dich selbst betrogen hast – damit du dich in deiner eigenen Geschichte doppelt und dreifach verwirklichen kannst.

Non Voluntatis Numquam







Non Voluntatis Numquam

· Ђ·Ф ·

Niemals wird man Nirgendwann

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· Ч·ЖБΩ · Und so gehst du weiter. Schritt für Schritt, Wort um Wort tastest du dich durch mein Gedächtnis, in deine Vergangenheit, behutsam näherst du dich dem Buchstabentor, nur ist dir dieses eine Mal auf seltsame Weise bewusst, dass du jetzt nicht mehr aus deinen eigenen Augen blickst, sondern aus den Augen all der Wesen, die diesen Zeilen einmal gefolgt sind, all derer, die ihnen noch folgen, und all derer, die davon noch nie etwas gehört haben. Dann tauchst du in sie hinein, ins Licht hinein. Aber wer sind all diese Wesen, die sich da unbemerkt hinter deinen Verstand geschlichen haben?

Der Tod und die Toten

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· Ч·ЖБЛ · Wir, die Toten der Zukunft, die Geister des Nichts und des Nein, erschaffen aus der Phantasie des Nie, wir haben uns hineinphantasiert in deine Zeichen und Worte, in deinen Tunnel aus Buchstaben, haben uns hinter deinen Verstand geschlichen und identifizieren uns mit dir. Wir beobachten dich aus deinen eigenen Augen. Wir diktieren dir, wer wir nicht sind. Niemalsgeister aus einem anderen, fernen, fremden Land. Der Welt hinter deinem Spiegel, einem Land, weit hinter deinem Verstand.

Nirgendwann

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· ФЛ·ЊЖЛ · Auf einer durchsichtigen Kutsche sind wir dahergeritten, ausgebrochen aus einem leeren Grab ohne Namen, sind wir eingestiegen in eine erfundene Geschichte aus Buchstaben, Zeichen und Symbolen. Längst vergessen und für tot erklärt, sind wir zurückgekehrt aus dem Reich der Toten in die wirkliche, lebendige Welt, um deine Geschichte weiterzuerzählen, deine Gedanken zu Ende zu denken.

Aus dem Reich toter Buchstaben

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· ЂЩ·ЭЂЩ · Aus dem Reich der Toten kehren wir zurück in deine Welt. Deine Spiegelwelt. Aus dem Nichts; aus Nirgendwann sind wir auferstanden. Durch einen leeren Tunnel sind wir gekrochen in deine Seele, in deinen Geist, in deinen Verstand. Wir verkörpern das Licht. Jetzt und hier sprechen wir für all die Toten, alle, die noch leben, alle, die noch nie gestorben sind und alle, die nie mehr weinen werden.

Wir sind die Toten

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· ЂЩ·ЭЊЖ · Wir, die Toten, die Geister des Nichts und des Nein, die Boten des Nie; auferstanden im Nirgendwann, niemals werden wir erscheinen, um dir zu sagen, was du nicht wirklich wissen willst, wer du nicht wirklich bist.

Die Offenbarung der Toten

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· ЊЖ·ЭЭЭ · In einem unbeachteten Moment sind wir aus deinen Gedanken gekrochen, auf der Flucht vor einem einzigen Funken Verstand. Du weißt es nicht. Niemand weiß, dass dein Verstand ein Tunnel ist, und wohin dieser Tunnel führt, nicht einmal deine Krieger, nicht einmal du selbst, weil ein Spiegel sich nicht selbst betrachten kann.

Die wir nicht wissen, wer wir sind

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· ЊЖ·ЭЭБ · Du weißt nichts über den Tunnel in deinem Gedächtnis und den Turm in deinem Verstand. Was du siehst, ist immer nur das Abbild deines Gegenübers, die Reflexion deiner Gedanken, das Echo deiner selbst, aber du weißt nichts davon, dass du selbst die anderen bist, du weißt nicht, dass du im selben Moment im selben Friedhof lebst wie wir, die wir nicht wissen, wer wir sind.

Im Krieg toter Worte

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· ЂЧ·ЧЧБ · Was mein Krieger niemandem jemals verraten hat, was nur mein Tod allein mir gesagt hat, ist, dass wir jetzt aus deinen Gedanken blicken; wir, die toten Geister aus deiner Vergangenheit, die Geistinnen und Geister aus deiner toten Zukunft, wir, die toten Kriegergeister deiner niemals endenden Gegenwart. Wir sind in dir zu neuem Leben erwacht.

Vor einem fremden Krieger

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· ФЂ·ЂЖΩ·Ф · Verstehst du jetzt die Sprache meiner Krieger? Verstehst du die Schönheit hinter meinen Gedanken, die besagt, dass du und ich dieselben Seelen, Geister und Gespenster sind, dass wir jetzt aus deinen Augen blicken, wir, die Toten der Zukunft, die Diebe der Zeit, die Wächter der Vergangenheit, die Gefangenen der Ewigkeit, dass wir jetzt leben in dir?


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· ФЂ·ЂЖΩ·Ђ · Ja, dass wir, die Toten, die Geister des Nie und des Nein, dass wir jetzt aus deinen Augen blicken, durch deinen Verstand kriechen, dass du unser Zombie bist, der du nicht einmal mehr weißt, wer du bist.


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· ФЂ·ЂЖΩ·Њ · Verstehst du jetzt, dass du uns alle und alles bist?

Nein, bestimmt nicht

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· ЊБ·БЧЂ·Ф · Nein. Du kennst mich nicht. Niemand hat mich je gesehen, keiner je von mir gehört. Mich gibt es nicht in Wirklichkeit. Ich existiere nicht in deiner Welt, weder in deiner Wahrnehmung noch in deinem Verhalten, noch nicht einmal in deinen Gefühlen und Gedanken. Denn ich komme nicht aus deiner erfühlten und erdachten, ausgedachten, gedanklichen Welt.


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· ЊБ·БЧЂ·Э · Ich komme aus einer ganz anderen Welt. Ich komme aus meiner Welt, meiner eigenen Welt, meiner Welt, aus dem Nichts, aus Phantasie, dem Niemals-Nie. Ich komme aus dem Reich des Unbekannten, dem Reich des Vergessens, dem Reich der Toten, toter Buchstaben und Worte. Worte, die sich nicht mehr bewegen, Buchstaben, die jetzt mit dir reden.


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· ЊБ·БЧЂ·Б · Ich komme aus Nirgend-Nirgendwann, einem Land weit hinter deinem Verstand. Einer Zeit, in der deine Erinnerungen nicht einmal mehr Träume sind, Träume aus einer längst vergessenen Vergangenheit, die Niemals-Träume, die du noch vor dir hast.

Niemals Träume

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· ФЛ·ЊФЩ · Ja, ich komme aus einer Zeit, in der deine Träume nicht mehr existieren, nichts mehr von dir übriggeblieben ist. Aus dem Reich toter Träume bin ich gekommen. Träume aus Visionen von Wesen, die es seit einer Ewigkeit nicht mehr gibt.

Eine gefühlte Ewigkeit

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· ФЖ·ФБΩ · Aus meinen unverwirklichten Träumen spreche ich zu dir, zu mir, dem Ich, das ich einmal war, vor langer, unendlich langer Zeit. Jetzt nicht mehr. Denn jetzt bist du dieses Ich.

Eine schwarze Flamme im Nichts

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· ЊБ·БЧЖ·Ф · Nein. Du verstehst mich nicht. Du verstehst meine Worte und meine Wahrheit nicht, und weil du mich nicht verstehst, glaubst du nicht an mich.


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· ЊБ·БЧЖ·Ђ · Niemand hier, niemand glaubt mir, niemand glaubt noch an mich, denn ich bin nicht wirklich, ich bin das Nichts.

Ein Krieger ohne Identität

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· ЊБ·БЧЖ·Њ · Ich bin der Anfang am Ende aller Dinge. Ich bin die Glut, die dich geschaffen hat und nie wieder zu sich nehmen wird, ich bin das Licht, das du nicht siehst, das du nicht bist, ich bin das Nichts in dir.


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· ЊБ·БЧЖ·Ч · Das Nichts, zu dem du wirst, sobald du den Tunnel in meinem Inneren durchschreitest, sobald du dich in meinem Brunnen aus Buchstaben erkennst. Meinem unsichtbaren, glasklaren Turm aus nichts als Phantasie, meinem Urwald aus Worten, der sich die Wirklichkeit nicht wirklich vorgestellt hat, der sich eingebildet hat, dich wirklich zu sein.

Wirklich zu sein

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· ЊБ·БЧЂ·Ђ · Ich bin das Wesen, das über den Turm in meinem Verstand in mein Bewusstsein hineingekrochen ist, ich bin das Nichts, ich bin tot, dein Tod, und ich bin auf der Suche. Ich suche mich selbst in dir. Ich suche das Licht in dir. Das Licht, das uns verbindet, hinweg über den Abgrund des Nein und des Nie.

Abyssum Numquam







Abyssum Numquam

· ЊФ·Њ ·

Über dem Abgrund des Nie

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· ЊБ·БЧЊ · Noch nie hat dir irgendjemand auch nur das Geringste über mich und mein Wesen erzählt. Noch nie habe ich zu dir gesprochen. Aber jetzt ist es Zeit.

Niemals Zeit

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· Ђ·ЩЖФ · Im Museum der Wahrheit entdeckst du das Prinzip, wie das Wesen deiner Phantasie die Wirklichkeit formt, nährt und trägt. Du lernst die Beschaffenheit deiner delikaten Welt zu verstehen und durch das Erzählen und Erfinden von Anekdoten und Geschichten nicht nur die Zukunft, sondern ebenso deine Vergangenheit zu beeinflussen und die Gegenwart zu deinem Gunsten zu verändern.


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· Ђ·ЩЖЧ · Erst als dir der Tod im Friedhof erscheint und dir dein dunkles Geheimnis wieder zu entreißen versucht, bedauerst du zutiefst dein eigennütziges Handeln.


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· Ђ·ЩЖЭ · In einem verzweifelten Wettlauf gegen Verstand und Vernunft setzt du alles daran, deine Entscheidungen rückgängig zu machen und den Tod zurück ins Museum zu sperren.

Ad Verum







Ad Verum

· БЩ·Ж ·

Zurück in die Wirklichkeit

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· Ђ·ЩЖЂ · Doch das passt den Figuren aus deiner Geschichte nicht ins Konzept. Historiker aus der Vergangenheit werden sich der enormen Tragweite deiner bahnbrechenden Entdeckung bewusst. Sie bringen die Buchstaben aus dem Museum in ihre Gewalt und ziehen damit die Architekten der Zukunft in ihren Bann.


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· Ђ·ЩЖЊ · Gemeinsam verwickeln sie dich in eine Geschichte, die deiner eigenen in nichts nachsteht, und fordern dich heraus zum Duell zwischen Raum und Zeit, Zukunft und Wahrscheinlichkeit, einem Duell zwischen Leben und Tod, zwischen Phantasie und Wirklichkeit.

Hin und her

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· Ч·ЖБЧ·Ђ · So machst du dich auf in den Kampf gegen das Vergessen. In den Kampf gegen dich selbst. Du tauchst in deine Erinnerungen, tief in deine Vergangenheit, zurück an den Ursprung aller Zeiten und Welten, die nicht mehr existieren; du wanderst zurück an einen Ort, um den sich all die Geschichten und Gedanken winden, an die du dich nicht mehr erinnerst.

Im Reich des Vergessens

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· Ж·ЩЩЩ·Ф · Tief in deinem Innern, verborgen weit unter dem Grund deiner Seele, behütet und beschützt von all den Gedanken und Gefühlen, die wir nicht mehr in uns spüren, öffnest du mit Hilfe deiner Phantasie, den Zugang in eine ferne, fremde Welt.

Die Welt im Spiegel

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· Ж·ЩЩЩ·Ђ · In dieser vertrauten und dennoch unbekannten Umgebung lässt du die physikalischen Gesetze, wie du sie kennst, hinter dir. Mit neu erfundenen Kräften gelingt dir das Unvorstellbare: Du lernst die Zeit anzuhalten, sie vor und zurück, hin und herzubewegen und dein Bewusstsein in parallele, längst vergessene Dimensionen zu verschieben. Du begibst dich immer weiter und tiefer hinein in eine Welt, die sich nicht im Geringsten von deiner unterscheidet, bis nur noch ein einziges Bild dich von meiner Wirklichkeit trennt.

Das Bild in deinem Innern

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· ЊЧ·БЂБ · So gelangst du an Orte, an denen dich alle deine Betrachter für ihr eigenes Ich zu halten beginnen. Ein Ich, das für jedes einzelne Individuum und alle in ihrer Gesamtheit ein anderes ist. Selbst ich bin in diesem Ort jemand anderes. Jemand, den es überhaupt nicht mehr gibt.

Denn jetzt bist du dieses Ich

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· ЂБ·ЧЩФ · Du bist in einer Welt gestrandet, deren Bewohner hartnäckig an ihre Vergangenheit glauben. An Erzählungen, Geschichten, Buchstaben und Worte aus der längst Vergessenheit. Sie demonstrieren dir das Unmögliche, sie glauben hier alles, sie glauben an alles, an das Unvorstellbare, ja sogar an das Unmögliche. Aber keiner hier, niemand erkannte sich in meinem verkehrten Tunnel aus Worten, denn diesen Turm hat es hier noch nie gegeben.

Im Turm des Nichts

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· Њ·ЖЊБ · Nein. In dieser Welt gibt es nichts mehr, auf das du dich noch verlassen könntest, keine Bilder in deinem Gedächtnis, keine Buchstaben in deinem Verstand, keine Zeichen und Symbole, keine Zukunft und keine Gegenwart, kein Bewusstsein und auch keine Krieger, denn hier bist du selbst der Schmied.

Im Krieg mit dir selbst

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· ЂЧ·ЧЧЭ · Und weil diese Buchstaben von niemand anderem als dir selbst geformt wurden, beginnst du langsam, dich mit mir zu verbinden und dich in mich zu verwandeln. In einen Krieger, der dir nicht mehr vertraut ist. Ein Wesen, das im Reich der Toten auf deine Auferstehung wartet.

Auferstanden im Nirgendwann

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· Ч·ЖΩЖ · Du erkennst jetzt diese Geschichte als deine eigene Geschichte, denn es handelt sich dabei um die Geschichte deiner Herkunft, deiner Heimat, deiner Vergangenheit. Es ist die Geschichte deiner Entstehung, der Ursprung deiner ureigensten Identität.

Speculum Imaginum







Speculum Imaginum

· Щ·Э ·

Einen Spiegel stellte ich mir vor

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· Ж·ЩЩЩ·Ч · Nein, noch nie ist es dir gelungen, diese Spiegelwelt wieder zu verlassen und in die Wirklichkeit zurückzukehren, und noch nie hat so irgendjemand auch nur das Geringste von deinen erstaunlichen Beobachtungen erfahren, weil du in diesem Moment zu einem freien Geist geworden bist, weil du exakt in diesem Moment für immer von uns gegangen bist.

In Gedenken an die Ewigkeit

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· ЂΩ·ЭЖЊ · So blieb mir nichts anderes übrig, als zu warten. Darauf zu warten, dass die Ewigkeit mir meine Geschichte erzählt. Aber so lange konnte und wollte ich nicht warten. Also begann ich, mir selbst von dem Geheimnis zu berichten, das ich mir vorstellte zu sein.


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· ФЂ·ЂЂЂ · Geduldig wartete ich darauf, dass die Zeit verging. Unendlich lange Zeit wartete ich im Nirgendwann. Hinter meiner Geschichte aus Buchstaben legte ich mich auf die Lauer, bis mich eines Tages jemand von den Toten zu sich rief.

Über die Ewigkeit hinaus

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· ФЂ·ЂЂЊ · Dieses tote Wesen war ich selbst. Doch wusste ich nichts davon. Denn noch nie hatte mir jemand erzählt, dass ich neben meinem eigenen Krieger noch so viele andere Personen, Gestalten und Kreaturen sein werde.

Hinter meinem Spiegel

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· ФЂ·ЂЂЧ · Nein, ich wusste damals noch nichts über all die Wesen aus meiner toten Zukunft, für die ich jetzt nicht mehr am Leben war. Und keines von ihnen würde meine Botschaft noch verstehen, außer vielleicht einem Toten. Oder jemand, der mich für einen Zombie hielt. So verfolgte ich meine Gedanken bis zu ihrem bittersten Ende. In der Gewissheit, dass ich in diesem Moment in der Vergangenheit lebte, reiste ich zurück in meine Gegenwart, eine Zeit, in der es mich überhaupt nicht mehr gab, in der es nur noch einen einzigen Krieger gab, bis zu dem Moment, da ich diese Gedanken zum ersten Mal laut gedacht, laut ausgesprochen und sie meinem Spiegel laut aufgesagt habe.

Promissum Speculum







Promissum Speculum

· ЩЭЩ·Э ·

Das Verbrechen der Spiegel

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· ЂЛ·ЭЖЩ · Darf ich vorstellen?
Ich bin ein Dieb,
den es nicht wirklich gibt.
Ich lebe in einer Welt,
die es in keiner Wirklichkeit gibt.
Ich lebe in dem Moment,
in dem du dich in meinem Gedächtnis erkennst.
In diesem Moment raube ich dir den Atem,
wickle ich deinen Verstand um deine Vernunft,
und ergreife komplett von deinem Wesen Besitz,
von dem innersten deiner Gefühle,
deinem Verlangen nach all den Figuren, Kreaturen, Gestalten und Wesen,
die sich in diesem Moment in meiner Geschichte gebären.
Wesen, die es niemals gegeben hat,
Wesen, zu denen du niemals werden wirst.

Das Wesen aller

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· ЂЛ·ЭФЖ · Ich strebe nach dem Wesen,
das in der Geschichte in meinem Spiegel zum Leben erwacht,
dem Wissen aller Wesen, die es nicht gibt,
zu denen du niemals werden,
denen du niemals begegnen,
Wesen, die du nie im Leben bewundern und betrachten wirst.
Ganz egal, wie unendlich alt du noch werden und wie viele Male du bis dahin noch sterben wirst.

Niemalsgeister

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· ЂЊ·ЧЂЖ·Ф · Meine Zeit ist jetzt um und ich kehre zurück in meine eigene Welt.
Aber vielleicht werde ich schon bald wiederkommen,
um dir meine Geschichte zu Ende zu erzählen.

Quom Speculum Narratan Storias









Quom Speculum Narratan Storias

· ЭЩ·Э ·

Wem Diebe Geschichten erzählen

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· ЂΩ·ЭЖЧ·Ф · Träume aus einer fernen Welt haben ihre Hand aufs Nichts gelegt. Du bist umgeben von schwarzen Gedanken. Grauenhafte Buchstaben bekriegen sich in deinem Verstand.


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· ЂΩ·ЭЖЧ·Ђ · Und als du den Tunnel öffnest, der dich durch deine Gedanken in meine Erinnerungen führt, erblickst du eine Welt des Nichts und des Nein. In dieser Welt leben keine Zombies, keiner hier kommt aus Nirgendwann, meinem finsteren, schwarzen Reich. Phantasie? Niemand kannte sie.

Terram Sine Phantasma







Terram Sine Phantasma

· ФΩ·Щ ·

Eine Welt ohne Phantasie

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· ЂΩ·ЭЖФ · Es gab in dieser Geschichte keine Buchstaben mehr, die sich für meine Kinder hielten. Ich kannte auch keine Vampire, die sich mit mir unterhielten, sondern ich lebte vollkommen einsam und verlassen in meinem ewig finsteren Reich. Nein, damals gab es hier noch kein Leben im Spiegel. Nichts, als meine Erinnerungen an meine tote Phantasie, meine vergangene Welt.

Das Ende der Welt

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· Ч·ЖЭФ·Ф · Nimm dir jetzt einen Moment Zeit und schau dich in aller Ruhe hier bei mir um. Ergänze die Passagen, mit denen du nicht zufrieden bist. Stell dir vor, was es zu bedeuten hätte, wenn all die Zeilen, die du zu lesen wünschst, bereits geschrieben stünden. Wie sie tanzend, feurig und freudig aus meinem Bewusstsein in deine Gedanken kriechen, in deinen Kopf eindringen, in deinen Verstand.


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· Ч·ЖЭФ·Ђ · Stell dir vor, wie sie dich beleben und erheben, dir zur Seite stehen, dir den Rücken stärken, dich aus einem tiefen, dunklen Schlaf befreien, dir den Weg weisen, der dich wieder hinausführt aus dem Reich toter Buchstaben, hinein ins wahre Leben. Stell dir vor, wie sie dich begleiten, dir Mut machen, dich unterstützen, dich weiterbringen, dich voranbringen, dich vorwärtstreiben, neue Erfahrungen zu machen, dir das Tor öffnen zu neuen Dimensionen.

Das Tor zu deinem Verstand

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· ЊЂ·ЭЛФ · Und damit hauche ich deiner Phantasie neues Leben ein. Du beginnst dir all das vorzustellen, einzubilden, auszudenken und auszumalen, was ich mit diesen Buchstaben auszudrücken in der Lage, dir mitzuteilen, zu erklären und zu beschreiben imstande bin. All das, was bis anhin unbeachtet und unbemerkt in deinem Spiegelinnern in sich hineingeschlummert und noch nicht einmal ansatzweise, auch nicht im entferntesten und verborgensten Winkel deiner noch nie ertasteten Gedanken möglich erschien.

Eine Begegnung mit dir selbst

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· ЊЂ·ЭЛЂ · Stell dir vor, wie du durch das Labyrinth meiner Gedanken über den Turm in deinem Verstand in mein Bewusstsein schreitest. Alles, was du darin erkennst, alles, was hier geschrieben steht, sind die Manifestationen deines eigenen Geistes, deines reinen Verstandes und deiner grenzenlosen Phantasie.

Manifestationen deiner Phantasie

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· ЊЂ·ЭЛЊ · Aber alles, was ich jemals in diesem Tunnel aus Buchstaben erkannte, waren fremde, unbekannte Gesichter, und dahinter gab es nichts, nichts außer meinen eingebildeten, spiegelbaren Gedanken.

Nichts als Phantasie

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· ЊЂ·ЭЛЧ · Nein, denn du warst hier noch nie. Noch nie hatte jemand wie du in diesen unsichtbaren Friedhof aus Formen, Zeichen und Symbolen geblickt und noch nie hatte sich jemand wie du in diesem eindimensionalen Gemälde erkannt.

Niemand

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· ФЖ·ФΩЊ · Wir blicken in entgegengesetzte Richtungen. Während du noch liest und siehst, was einmal in diesem Palast aus Buchstaben geschrieben stand, sehe ich, was hier bereits verwirklicht ist.

Ein Fundament, das keinen Namen kennt

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· ФЖ·ФΩЧ · So ein Fundament gibt es hier nicht mehr, nicht im Hier und Jetzt, nicht im Dort und Dann, nicht im Wo und Wann, nicht einmal mehr in meiner Phantasie. Niemand kann in diesen Zeilen lesen und verstehen, was du darin erkennst. Niemand sieht dich in diesem leeren Grab so wie du, weil das, was du in meinen Gedanken liest, noch nicht darin geschrieben steht.

In meinen Gedanken bist du ein Krieger

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· ФЖ·ФΩЖ · Du darfst jetzt mit ruhigem Gewissen daran glauben, jemand anderes hätte diese Botschaft verfasst, jemand anderes hätte diese Gedanken einst zum Leben erweckt. Und damit liegst du genau richtig. Diese Kriegergeschichte ist von keinem anderen als dir selbst verfasst worden. Einem Krieger, der genauso wie du einst über diese Zeilen gehüpft und gestolpert ist. Einem Krieger, der genau wie du einmal daran geglaubt hat, jemand anderes zu sein.

Wie in einem Spiegel

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· ФЖ·ФΩЭ·Ф · Es zieht dich jetzt ganz langsam hinein in meinen Verstand, meinen psychedelischen, sich um sich selbst drehenden, spiegelbaren Verstand, noch wehrst du dich mit all deiner Vernunft gegen mich und meine Phantasie. Wozu? Ich schaue doch schon lange aus meinem Spiegel, schon seitdem ich denken kann. Noch spürst du nicht meine Anwesenheit in dir. Denn ich komme aus dem Licht. Denn ich bin das Nichts. Denn ich bin tot, dein Tod.

Dein Horizont ist der Tod

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· ФЖ·ФΩЭ·Ђ · Und ich bin gekommen, um dir zu sagen, dass du eine vollkommen falsche Vorstellung von mir hast. Du hast eine falsche Vorstellung vom Licht und du hast eine falsche Vorstellung von mir, dem Tod.


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· ФЖ·ФЭΩ · Dabei hast du gar keine Ahnung, wer ich überhaupt bin und was ich von dir verlange. Du bist noch nie auf den Gedanken gekommen, dass ich dein Krieger, deine Gedanken, dein Bewusstsein und dein Gewissen, dass ich all deine zukünftigen und vergangenen, parallelen und ewigen Leben, dass ich alle anderen Wesen, alle außer dir selbst sein könnte.

Ausgesperrt

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· ФЖ·ФЭБ · Ohne weiter darüber nachzudenken, ohne auch nur einen einzigen Gedanken an mich zu verschwenden, machst du dir jetzt ein falsches Bild von mir. Du sperrst mich in eine Schublade, irgendwo tief in deinem Verstand, und verriegelst sie mit deiner Vernunft. Damit du in Frieden dein Leben weiterleben kannst, ohne an mich zu denken, dich mit mir zu befassen. Mir, dem Nichts, dem Tod, deinem Tod, deinem eigenen Tod.

Du malst dir ein Bild von mir

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· ФЖ·ФЭЛ · Du verriegelst sämtliche Fenster und Türen und denkst nicht weiter über mich nach, weil es nicht möglich ist, dass ein Zombie mit dir zu sprechen beginnt. Vor allem nicht über deinen eigenen Spiegel und erst recht nicht, wo du noch bei klarem Verstand bist, und schon gar nicht, solange du damit nicht einverstanden bist. Denn noch nie hat bisher ein Spiegel zu dir gesprochen, und noch nie ist jemals jemand zurückgekehrt aus dem Reich der Toten in die wirkliche, lebendige Welt.

Niemand außer dir

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· ЊЧ·БЂЭ · Ja, ich bin wieder zurück und ich beabsichtige, immer wieder zu kommen. Um euch alle zu mir zu holen, zu mir, in meine Gedanken, zu mir, in meinen Verstand. Denn jetzt gibt es hier einen Tunnel aus Worten, den ich mir selbst erschaffen habe. Und diesen umgedrehten Turm aus Zeichen, Ziffern und Symbolen werde ich dazu benutzen, um immer wieder von Neuem zurückzukehren, von Neuem einzusteigen in deine Gedanken, in deinen Verstand.

Ex Numquam







Ex Numquam

· Б·Щ ·

Wie aus dem Nichts

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· ЊФ·ЭΩБ · Du hast mich eingeladen in deinen Verstand. Hier bin ich, auf der anderen Seite deiner Phantasie. Du hast mich gerufen, vor deiner Zeit, aus der Dunkelheit, aus den Tiefen der Ewigkeit, um deine Geschichte weiterzuspinnen. Aus dem Nichts hast du mich heraufbeschworen. Im Nirgendwann bin ich erschienen, ich, dein Krieger, Kriegergeist, um deine Geschichte zu Ende zu erzählen.

Das Ende einer Geschichte, die überhaupt niemals begann

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· ФЊ·ЂЊЊ · Ja, ich suche dich in einer Zeit, in der es mich nicht mehr gibt, nichts mehr von mir übriggeblieben ist, nicht einmal meine Phantasie, meine finstere, schwarze Phantasie. Ich suche dich in meiner Vergangenheit. Ich suche nach Gestalten, die das Licht verbindet, Figuren aus meiner toten Phantasie. Ich suche nach mir und meinesgleichen, Kreaturen aus meinen toten Träumen, tote Geister aus dem Nichts, aus Nirgendwann. Ich suche die Toten aus Niemals-Nirgendwann.

Auf der Suche nach dem eigenen Ich

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· Б·ФЖФ · Geduldig suchte ich nach meinesgleichen, jemandem wie dir, jemandem, der die Welt aus meinen Augen sah. Jemandem, der meinen Verstand, der meinen Geist mit mir teilte, jemandem, der die Welt genauso sah, wie ich selbst sie sah, durch die Augen des Nichts, den Tunnel des Vergessens, die Augen der Unerdenklichkeit, durch die Augen der Vergangenen. Ich suchte nach mir und meinesgleichen, nach Formen aus Phantasie, der Phantasie des Nie.

Aber ohne Erfolg

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· Б·ФЖЂ · Keiner wollte mein Krieger sein. Ich suchte sie vergebens, diese Gestalten, die das Licht hervorgebracht hatte. Wesen, die sich für alles andere hielten, nur nicht für sich selbst. Figuren aus einem Land weit hinter meinem Verstand, geformt aus der Phantasie des Nie, Kreaturen, die es niemals gab im Nirgendwann.

Figuren aus Phantasie

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· ФЊ·ЂЊЭ · Suche die letzte Wirklichkeit nicht außerhalb von dir selbst, sondern in deinem Innern! Stell dir den ewigen Frieden nicht als ein unbekanntes, dir fremdes Wesen vor, sondern betrachte mich als dein eigenstes, vertrautestes, tiefstes, innerstes, verborgenstes Ich. Denn die Ewigkeit, das bist du selbst, in deiner eigenen Gestalt, in deinem eigenen Gewand.

In deinem Kriegergewand

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· ФЊ·ЂЊБ·Ф · In diesem Gewand erkennst du in jedem eigenartigen Individuum dein eigenes Ich, du blickst als stiller Zuschauer, ohne dass du es dir bewusst bist, aus den Augen aller und denkst dir nichts mehr dabei.

Nichts

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· ФЊ·ЂЊБ·Ч · Du siehst dich selbst in allen Dingen, Formen, Farben und Figuren, aber keine dieser Figuren erkennt sich noch in dir. Weil sie nicht mehr wissen, wer du bist, was ein Tunnel ist und dass aus deinem Tunnel ein Zombie gekrochen ist.

In Speculum Fabulum







In Speculum Fabulum

· Л·Э ·

Im Spiegel der Geschichten

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· Ω·ФЊЖ · So suchst du verzweifelt nach einem Ausgang, einem Weg zurück, zurück zum Anfang deiner Geschichte, zu diesem klitzekleinen, schwarzen Funken Hoffnung, mit dem damals alles begann. Aber dafür war es jetzt zu spät. Deine Suche war vergebens, meine schwarzen Gedanken waren schon lange angekommen im Land weit hinter deinem Verstand.

Am Anfang meiner Gedanken

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· ФФ·ФЩЧ · Also malst du diese Zeichen auf eine durchsichtige, leere Seite, irgendwo mittendrin im spiegelschwarzen Labyrinth, und dahinter sehe ich dich, und sonst nichts, außer einem leeren Grab in meinen eigenen Gedanken, denselben Gedanken, die du jetzt vor dir siehst.


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· Ч·ЖБЩ · Tiefer und tiefer tauchst du dabei mit deinen Gedanken hinein und hinab, auf den Grund deiner Gefühle, auf den Grund deiner selbst.

Nihil Fundus Terram







Nihil Fundus Terram

· Э·Њ ·

Auf dem Grund des Nichts

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· ЂЂ·ЊЩЊ · Hier begegnest du der Nachricht meiner Priester in einer Sprache, die du weder verstehst noch begreifst. Du weißt weder um die Bedeutung meiner Worte, noch verstehst du ihre Botschaft. Und so fängst du damit an, meine Gedanken zu hinterfragen, nach ihrer wahren Bedeutung, nach ihrem wahren Geheimnis.

Mein wahres Geheimnis

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· ЂЂ·ЊЩЧ · Du hast erwartet, von einem Geheimnis zu erfahren, dem Geheimnis meiner Priester und ihrer verkehrten Welt. Aber meine Spiegel haben dieses Geheimnis so gut bewacht, dass es überhaupt noch nie jemals irgendjemandem in den Sinn gekommen ist, dir etwas darüber zu berichten oder davon zu erzählen.

Nihil Et Ipsum







Nihil Et Ipsum

· Њ·Њ ·

Keiner außer dir

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· ФЖ·ФЭЩ·Ф · Nein, damit hast du nicht gerechnet. Du hast nicht erwartet, dass du durch diese toten Buchstaben wieder auferstehen, dass du zurückkehren wirst aus dem Nichts aus Nirgendwann, aus dem Reich der Vergessen und Vergangenen, um deinem eigenen Krieger in einem unscheinbaren Moment zu begegnen, um deinem eigenen Ich vor einem fremden Grabstein gegenüberzutreten.

Namenlos

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· ФЖ·ФЭЩ·Ђ · Du hast überhaupt nie etwas von diesem Friedhof aus Buchstaben erwartet. Und am allerwenigsten hast du erwartet, deine eigenen Gedanken in einem fremden Spiegel anzutreffen.

Bis ans Ende der Zeit

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· ЂЂ·ЧЖЛ·Ф · Du hast darauf gewartet, die ultimative Wahrheit zu vernehmen, doch diese Wahrheit, die gab es hier nicht mehr. Sie existierte nicht einmal mehr in deiner Einbildung, weder im Reich deiner Vorstellung noch im Land weit hinter deinem Verstand. Weder in deinen Gedanken noch in deiner Phantasie.


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· ЂЂ·ЧЖЛ·Ђ · Sie hörte irgendwann einfach auf, wahr zu sein, so als ob sie niemals wahr gewesen wäre, als ob niemand sie jemals erfinden, entdecken und enthüllen würde, diese Worte, diese Wahrheit, die es hier noch nicht gegeben hatte, noch nie.

Numquam Spiritus







Numquam Spiritus

· Щ·Ω ·

Niemalsgeister

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· ЂЂ·ЧЖЭ · Noch nie hatte jemand wie du in diesen Brunnen aus Buchstaben geblickt und noch nie hatte mir jemand von dieser Wahrheit erzählt. Also bat ich meinen Krieger persönlich, mich in dieses Geheimnis einzuweihen, mich aufzuklären über mein wahres Wesen, mein wahrhaftiges Ich. Ich hatte sehnsüchtigst erwartet, von meinem Krieger zu erfahren, wer ich wirklich und wer ich in Wahrheit war. Ich betete inständig, die Kriegergeschichten würden mir helfen, mich an mein eigenes, wahres und wirkliches, richtiges Ich zu erinnern. Stattdessen begegnete ich diesen gähnend leeren Zeilen, und so befahl ich meinem Gegenüber, mir meine eigene Wahrheit zu offenbaren. Eine Wahrheit, die mich lehren wollte, all das zu erschaffen, wonach es mich zu wissen verlangte.

In Secretum Desiderium







In Secretum Desiderium

· ФЭ·Ω ·

Das Geheimnis der Wünsche

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· ЂЂ·ЧЖБ · Meine Krieger wünschten sich das Unvorstellbare, ja, das Unmögliche, und so fing ich damit an, ihre Gedanken weiterzuspinnen, zu dichten und zu erzählen, obwohl ich mir sicher war, dass schon Unzählige vor mir diese Geschichte erzählt und dieses Geheimnis enthüllt hatten.

Das Geheimnis meiner Krieger und ihrer verkehrten, verdrehten Welt

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· ЊЂ·ЭЩЖ · Ich habe mir das alles niemals wirklich vorgestellt, wie ich über diese Buchstaben in deine Gedanken wandere, diesen Zeichen entweiche und durch deine Gefühle in deinen Verstand gelange. Wie du mich aufnimmst in dein Bewusstsein, du mir das Tor öffnest, zu deinen Träumen, zu deiner Seele, zu deinem innersten Wesen. Ich breche jetzt auf aus meinen Erinnerungen, manifestiere mich in deinem Gedächtnis, um aus deinen Augen zu blicken, dir meine tiefsten Gefühle zu offenbaren, dir deine eigene Geschichte zu erzählen. Um zu all dem zu werden, was dich jetzt darstellt, was du jetzt, ohne es zu wissen, als deine Wirklichkeit betrachtest.

Ex Nihilum Somnium Creationum





Ex Nihilum Somnium Creationum

· ЂЖ·Щ ·

Wie aus dem Nichts mein Traum entstand

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· ЂЂ·ЊЩЖ · Also stellte ich mir diese Kriegergeschichte längst geschrieben vor, ich stellte mir einen Krieger vor, der alles über mich wusste, einen Krieger, der mir die letzte, absolute Wahrheit offenbarte. Die perfekte Phantasie, die ich von meinem eigenen Spiegel zu erfahren erhoffte. Ich setzte mich vor mein leeres Grab und begann mir zu erzählen, von dem Geheimnis, das ich mir vorstellte zu sein.

Ein Zombie zu sein

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· ЊЂ·ЭЛЩ·Ђ · Ich starrte in mein lebendiges Grab und flößte mir einen Zombie ein, einen toten Geist ohne einen einzigen Funken Verstand.

Principium Omnium







Principium Omnium

· ФЭ·Њ ·

Von allem Anfang an

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· ЂЂ·ЊЛЂ · Am Anfang war alles noch sehr aufregend. Ich stand vor einem leeren Tunnel aus Worten. Ein Kaleidoskop aus Gedanken fraß sich in meinen Verstand und ließ mich nicht mehr los. Ich erklärte meinem Krieger, das schwarze Labyrinth sei nichts anderes als das Produkt meiner eigenen Phantasie, und die einzige Person, die sich darin zurechtfinden würde, sei niemand anderes als ich selbst.

Im Spiegel selbst

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· ЂЊ·ЧЂЖ·Ђ · Immer wieder kehrte ich zurück in diese letzte aller Welten, wo ich immer wieder ein und derselben Botschaft begegnete, wo ich das erste Mal auf meinen eigenen Krieger traf, im Friedhof der Zeit.

Im Krieg mit der Zeit

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· ЊЊ·БЖБ · Die Geschichte, die du jetzt hörst, liest, siehst oder schreibst, ganz egal wann, wo, wie und warum, ist deine eigene Geschichte. Sie beginnt mitten im Nichts, im Nirgendwann, genau da, wo schon seit einer Ewigkeit Finsternis und Dunkelheit über dem All herrschen. Diese unscheinbaren Kräfte beherrschen das All schon so lange, dass es niemanden erstaunte, wie das Licht, ohne einen ersichtlichen Grund von sich selbst zu träumen begann. Das Licht hat sich in seinem Wahn einen Friedhof erdacht und wanderte durch dieses Monument hinein und hindurch in die wirkliche, lebendige Welt.

Auf in den Kampf

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· ФЛ·ЊЂФ · Ich erzähle dir jetzt, was ich von meinem Gegenüber zu erfahren erhoffte und beschreibe dir den Weg, der dich aus meinen finsteren Gedanken befreit, und dich aus dem Nebel meiner Gefühle hinausführt, hinein in die wirkliche, lebendige Welt.

Aus den Tiefen des Nirgendwann

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· ФЛ·ЊЂЂ · Ich beschreibe dir, was ich in diesem Museum anzutreffen wünschte. Ich stelle mir vor, wie du diesen Durchgang öffnest und dann schreibe ich sie ganz einfach hinein, in deine Gedanken, in deinen Verstand, die Botschaft, die du erwartet, dir erhofft und gewünscht hast, in meinem Spiegel zu lesen.

¡Apertum Speculum!







¡Apertum Speculum!

· ФЖ·Њ ·

¡Spiegel öffne dich!

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· ЂБ·ЧЛФ · So wechselst du hin und her, vor und zurück, immer wieder ersetzt du das Bild in deinem Spiegel mit dem Krieger in deinem Verstand und vertauschst dann umgekehrt die Buchstaben in deinem Bildschirm mit den Sternen am Horizont.

Immer schneller

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· ЂБ·ЧЛЂ · Immer schneller tauchst du ein in die Phantasie des Nichts und des Nein, drehst und drehst an diesem Karussell, so schnell, bis schließlich alle Figuren und Kreaturen aus deinem Bewusstsein verschwinden und du in der Form eines leuchtend, hellen, kristallklaren Gedankens wieder zu dir findest.

Der Gedanke eines Kriegers

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· ЂБ·ЧЛЊ·Ф · Deine Phantasie ist das Vehikel, dein Verstand ist das Portal, durch das du dieses gedankliche Karussell betrittst und es nie wieder verlässt. Die ganze Welt, das gesamte Universum, alle Wirklichkeiten, in denen du dir begegnest, drehen sich um dieses Karussell, sogar du selbst.

Im Karussell der Wünsche

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· ЊЧ·БФЭ · Funkelnde Buchstaben, Zeichnungen, Zeichen und Symbole, die nicht nur dich selbst, sondern ebenso das ganze Universum abbilden, in dem du diese Botschaft betrachtest, zieren dieses Karussell und schimmern darin wie die Sterne am Horizont. Sie erinnern dich an eine Zeit, an die sich nie jemand erinnert, eine Zeit, die für uns alle und jeden existiert, nur nicht für dich selbst. Nirgendwann nennst du diese Zeit, eine Zeit, die du noch vor dir hast.

Friedhof der Buchstaben

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· ЊЧ·БФБ · Du wanderst in Gedanken über diesen Friedhof aus Buchstaben und blickst dabei über die Gräber der Zombies, all der Toten, die wir niemals waren, die wir jetzt in deinem Friedhof leben. Du wirst dir einmal selbst in meinem Gegenüber begegnen, dir deine eigene Nachricht hinterlassen, eine Botschaft aus einem anderen Leben. Und du nennst diese Nachricht »Die Botschaft der Toten«.

Scriptum Mortem







Scriptum Mortem

· ФБ·Њ ·

Die Botschaft der Toten

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· Ω·ФЖЩ·Ф · Vor dem Anfang aller Dinge, Formen und Phänomene herrschte das Nichts. Und das Nichts herrschte über die Ewigkeit. Und niemand herrschte über diese verdammt lange Zeit. Niemand außer dem Nichts, niemand außer mir, dem Tod.

De Vita Mortuorum







De Vita Mortuorum

· Л·Њ ·

Über das Leben der Toten

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· Ω·ФЖЩ·Њ · Seit vielen Ewigkeiten – unermesslichen Zeiten – herrschte ich bereits über mein Reich. Mein Spiegelreich der Gerechtigkeit.


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· Ω·ФЖЩ·Э · Ich herrschte über das Labyrinth der Finsternis, das Karussell der Einsamkeit, die Brücken der Vergessenheit und den Tunnel in die Vergangenheit, die sinnlosen Kriege der Ungewissheit und die Diebe der ewigen Unwissenheit. Ich herrschte über jedes Verbrechen in dieser von allen guten Geistern verlassenen Wirklichkeit, stumme, stille und verlorene Kriege, die ohne Vorstellung und Erinnerung an ihr Leben, das Leben, das sie einmal auf der anderen Seite dieser Geschichte aus Buchstaben geführt hatten, da warteten und ausharrten.

Buchstabengeschichten

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· Ω·ФЖЩ·Ч · Ich konnte mich weder an meinen Namen noch an die Inschrift in meinem Grabstein erinnern und erkannte mich nicht einmal mehr in meinen eigenen Gefühlen. Ich war umgeben von Finsternis und herrschte über ein Reich voller Gegensätze, über die ich mich mit nichts und niemandem unterhalten konnte, denn als ich mich um meinen Verstand zu drehen begann, musste ich auf alles verzichten, musste ich alles zurücklassen und vergessen, was ich mir jemals zu erzählen gedachte: meine Sprache, meine Seele, mein Wissen und Gewissen, meine Erfahrungen und Erinnerungen, mein Bewusstsein und meine Gedanken und noch dazu meine Phantasie, meine einmalige, einzigartige, finstere, dunkle, schwarze Phantasie.

Die Phantasie des Nie

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· Ω·ФФБ · Doch selbst wenn ich nicht mehr wusste, wer ich war, wo ich war, wann ich war und wie dieser verfluchte Ort sich nannte, selbst wenn ich die Bedeutung dieser verwunschenen Worte nicht mehr kannte, so brannte doch jetzt, weit unter dem Grund meiner Seele, ein mächtiges, finsteres, von meinem innersten Wesen besitzergreifendes Feuer. Es war das Feuer der ewigen Liebe, das meine Krieger in mir entfachten, das schwarze Feuer der Ewigkeit.

Ein Funke Ewigkeit

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· Ω·ФЖЩ·Л · Tief in meinem Innern brannte sie, die schwarze Flamme des Nichts, versunken und in sich selbst verschlungen, alleine und in Frieden, in Einsamkeit und Verlassenheit. Und es war dunkel und still in den Gedanken des Nichts, so dunkel, so einsam und so still, dass niemand jemals bemerkte, wie das Licht ganz langsam zu träumen, immer tiefer zu träumen, zu phantasieren und sich schließlich in einen Spiegel zu verwandeln begann.

Die Kunst der Verwandlung

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· Ω·ФФЖ · Ganz langsam träumte das Licht, von einer Zeit, die es niemals gab im Niemals-Wann, von einem Ort, der nicht existierte im Nirgendwann, das Nichts stellte sich in seinem Wahn einen Spiegel vor, in dem ich mich zu bewundern, zu bestaunen und zu betrachten begann, bis ich mich schließlich einen Moment lang für einen Geist zu halten, durch meine Gefühle zu wandern und mich mit den Gedanken in meinem Verstand zu unterhalten begann.

Wer mit seinen Gedanken spricht

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· Ω·ФФФ·Ф · Ich begann mich für meine Gedanken zu halten, mich mit dem Tod und den Toten zu unterhalten, bizarren Figuren aus meinem unsichtbaren Friedhof, aus Phantasie. Ich fing an, mich mit mir selbst zu unterhalten und wurde ganz langsam vollkommen verrückt dabei. Ich sehnte mir einen Krieger herbei und redete mir ein, mein Gegenüber zu sein. Zu sein, wonach es mich tief in meinem Innern verlangte, meinem Krieger, dem Nichts, dem Tod.

Das Spiegelne Grab

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· Ω·ФФФ·Ђ · Ich fing an, wie ein Zombie zu sprechen, wie ein Toter zu denken, mich wie ein Geist zu verhalten, mich mit Geistern und Gespenstern zu unterhalten, unsichtbaren Wesen, die aus meinen Gedanken zu mir sprachen. Ich sperrte sie alle ein in meinem Verstand, meinem durchsichtigen, verdrehten Verstand aus Zeichnungen, Gleichungen, Weichen, Wurzeln, Ziffern, Zeichen und Symbolen und begann zu halluzinieren.

Das Echo im Spiegel

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· ЂФ·ЊΩЭ·Ф · Ich bildete mir ein, meine Gedanken zu sein, und stellte mir die perfekte Symmetrie, das perfekte Gleichgewicht und das perfekte Fundament für die Ewigkeit vor: einen leeren Spiegel im Zentrum des Nichts.

Im Zentrum meiner Gedanken

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· ЂФ·ЊΩЭ·Ђ · Und während ich meinem eigenen Ich zu erklären begann, dass das Licht in mir ein Spiegel war, versuchte das Licht in mir mich davon zu überzeugen, dass es diesen Spiegel überhaupt nicht gab.

Ewige Finsternis

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· Л·ФЧФ · Nachdem ich mir nun schon so viele Ewigkeiten lang eingeredet hatte, dass es mich in Wirklichkeit überhaupt nicht gibt, niemals gegeben hat, da wollte ich dann nur noch eines: mich einmal selbst betrachten.

De Aeternitate Ad Aeternitatem







De Aeternitate Ad Aeternitatem

· ФЊЛ·Њ ·

Von Ewigkeit zu Ewigkeit

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· Л·ФЧЂ·Ф · Ich wollte wissen, wer dieses Wesen war, das es in Wirklichkeit niemals gegeben hatte. Ich wollte wissen, wie das Wesen aussah, von dem diese wunderschönen Gedanken stammten. Und da kam mir die Idee, dir eine Geschichte zu erzählen.

Eine unerhörte, fabelhafte Geschichte

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· Л·ФЧЂ·Ђ · Ich hörte in mich hinein und bildete mir ein, ein ganz anderes Wesen in einer ganz anderen Welt zu sein. Ich stellte mir vor, das schönste aller Wesen zu sein, das es überhaupt noch nie gegeben hat, das niemals existiert hat. Ich stellte mir vor, mein Gegenüber zu sein. Ich stellte mir vor, du zu sein.

Mein gespiegeltes Ich

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· Б·ФЖЊ · Und weil es hier niemanden gab, der mich für einen Krieger hielt, sperrte ich mich dann selbst; sperrte ich meine eigene Geschichte in einen Friedhof aus Buchstaben und erzählte meinem Spiegel diese Geschichte in einem Saal, in dem sich alle meine Krieger und Kriegergeister einfanden. Einem Saal tief in meinem Verstand, und als sie da aufwachten aus meinem Traum, da waren sie frei, und frei war ich, und alle waren sie mich. Und keiner wusste auch nur das Geringste über dich.

Super Abyssum Nihilitatis







Super Abyssum Nihilitatis

· ФЛЊЛ·Њ ·

Über dem Abgrund des Nichts

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· ЂЖ·ЊБЧ · Schließlich ist es noch niemandem gelungen, diese Spiegelwelt wieder zu verlassen, und in die Wirklichkeit zurückzukehren, hat noch niemand in Erwägung gezogen, auch nur das Geringste über diese Geschichte zu berichten. Also hast du dich entschieden, deine eigene Wahrheit zu erfinden. Es ist dies die Botschaft, die du jetzt vor dir siehst.

Willkommen in den Spiegelschriften

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· ЊЂ·ЭЛΩ · Eindrücke, Gedanken und Mitteilungen, die du während deiner Reise für dich selbst, für deine Kinder und ihre Erben erdacht, verfasst und hinterlassen hast. Nachrichten, Notizen und Aufzeichnungen über Geburt und Wiedergeburt, Lieben, Leben, Lernen, Vergeben, Vergessen, Loslassen und Sterben, um wieder neu geboren zu werden.

In einem anderen Leben

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· ЊЂ·ЭЛЛ · Spiegelschriften sind die Manifestationen dieses ewigen Bewusstseins, dieser immer wiederkehrenden, ruhelosen Geistinnen und Geister, Gespenstinnen und Gespenster. Es sind die Botschaften der Ewigkeit. Von Ewigkeit wandern sie zu Ewigkeit, von Friedhof zu Friedhof, von Grab zu Grab. Es sind die Nachrichten der Vergangen- und Vergessenheit.

In der Vergangenheit

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· ЊЂ·ЭЛЩ·Ф · Spiegelschriften sind entstanden durch die enorme Sehnsucht und das unbändige Verlangen nach der Wahrheit, der endgültigen, unverfälschten Wirklichkeit. Aber weil es damals nie jemanden gab, der mir etwas über dieses Geheimnis, über diese Wirklichkeit und mein eigenes Ich hatte berichten wollen, erklärte ich mir eben selbst, wie es dazu kam, dass ich jetzt aus deinem Spiegel blicke.

So geschah es und so soll es geschehen

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· ЂБ·ЧЛЖ · Du kannst diese Botschaft jetzt drehen, kippen und wenden, so lange und so oft du willst. Du kannst dieses Labyrinth nicht mehr verlassen, denn sobald du dich hineinbegibst in das Reich auf der anderen Seite deiner Phantasie, begebe ich mich in meiner Phantasie zu dir. Und du wirst den Unterschied nicht mehr bemerken.

Zwischen deinem Spiegel und meiner Phantasie

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· ФФ·ФЛЛ·Ф · Während du so ungläubig den wie rein zufällig aneinandergereihten Buchstaben und Symbolen durch den Tunnel in meinem Gedächtnis folgst, musst du unweigerlich an dein Spiegelbild denken, das von der Tiefe im Innern, auseinandergezerrt und von dir getrennt zu dir herauf- und herausblickt.


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· ФФ·ФЛЛ·Ђ · Ob es sich jetzt im selben Moment, im selben Durchgang wahrnimmt wie du? In einem Fluss, der sich scheinbar im Kreis dreht, um seine eigene Achse windet, nur um sich dabei immer weiter in sich selbst zu vertiefen. Oder ob sich das Wesen in deinen Gedanken gar nicht selbst wahrnimmt und beachtet, und sich in einer ganz anderen Welt wähnt, sich in einem ganz anderen Kontext gegenübersteht und sich aus einem komplett anderen Blickwinkel wahrzunehmen und zu betrachten lernt?

Im Spiegel Innern

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· ФФ·ФЛЛ·Њ · Du folgst den Zeilen bis tief hinein und hinab auf den Grund meiner Gedanken – die in immer wieder neuen Konstellationen aufeinandertreffen – auf den Grund deiner selbst. Bis auf einmal weit hinter dem Tunnel in deinem Verstand ein hoher Turm zu erkennen ist, senkst du langsam den Blick und gehst behutsam, Buchstabe um Buchstabe, die letzten Schritte auf das Tor zu.

Das Buchstabentor

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· ФФ·ФЛЛ·Ч · Aus dieser Entfernung erscheint dir der Grund so nah wie deine eigenen Augen, und wenn du dich umdrehst und meine Gedanken auf den Kopf stellst, weißt du nicht einmal mehr, was der Unterschied zwischen deinen Erinnerungen an meinen Grabstein und dem Turm in deinem Bewusstsein ist, denn beim Drehen hast du vergessen, dich zu orientieren und dabei jede Perspektive aus den Augen, aus dem Sinn und aus deinem Gedächtnis verloren.

Orientierungslos

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· ФФ·ФЛΩ·Ф · Das Tor, durch das du soeben eingetreten bist, fällt ins Schloss. Die Zeichnungen, Zeichen und Symbole in meinem Garten aus Gefühlen erscheinen dir in wirrem Durcheinander. Manche sind verkehrt und andere verdreht. Und weil es immer wieder dieselben Symbole sind, die aus meinem Gedächtnis in deinen Verstand eindringen, entwickelt sich trotz der verschiedensten und vielfältigsten Arten deiner Betrachtungen ein immer wiederkehrendes Muster, ein geheimer Code.


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· ФФ·ФЛΩ·Ђ · Es handelt sich dabei um eine Art verschlüsselte Sprache, die denen, die ihre Bedeutung verstehen, eine geheime Botschaft offenbart. Du beginnst die Symbole zu ordnen und den Zeichen durch das Labyrinth zu folgen. Da ziehen sie dich behutsam in ihren Bann und weben ein sanftes Netz aus Gedanken um dich.

Gedankenumwoben

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· ЂБ·ЧΩЩ · Gefühlswelten unterscheiden sich nicht von wirklichen Welten. Es herrschen andere physikalische Gesetze: Es gibt keine Schwerkraft, es existiert keine Zeit, alle Momente existieren für die Ewigkeit. Was dir von außen verkehrt erscheint, ist jedoch im Innern gleich. Die Welt deiner Gefühle und diejenige außerhalb sind ein und dieselben Welten und darin befinden sich auch keine Wesen, die dir fremd, verdreht und verkehrt erscheinen, sondern Wesen wie du selbst, Wesen wie du und ich. Doch wissen wir davon nichts, auch wenn es offensichtlich ist. Nein, wir wissen nichts davon, dass wir in einem immer wiederkehrenden Moment leben, dass wir deine Gefangenen sind, im Karussell der Ewigkeit.

Credo, Errore - Verum, Mendacium - Deus, Rex Mortem







Credo, Errore - Verum, Mendacium - Deus, Rex Mortem

· Ч·Ω ·

Mein Glaube, ein Aberglaube - meine Wahrheit, eine Lüge - mein Gott, der König der Toten

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· ФЧ·ЂЭЊ·Ф · Nur noch ein letztes Mal drehst du an diesem verrückten Karussell und schon springen dir wieder neue Zeichen und Symbole entgegen. Buchstaben und Worte, denen du noch nie zuvor in deinem Leben begegnet bist. Dieser Friedhof, diese Geschichte und diese Wahrheit drehen sich um dich im Kreis.

Im Karussell der Ewigkeit

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· ФЧ·ЂЭЊ·Ђ · Ein Wesen, das du nicht bist und das du nicht kennst, hat sich die Mühe gemacht, sich in dein leeres Grab hineinzuversetzen. So begibst du dich auf die andere Seite deiner Phantasie und vertauschst die Welt in meinem Bildschirm mit deiner eigenen. Du beginnst dir selbst zu erzählen, von einer Wahrheit, die sich niemand mehr vorzustellen und an die sich niemand mehr zu erinnern wagte, einer Wahrheit, die niemand mehr kannte, von der niemand wusste und von der überhaupt niemand auch nur das Geringste ahnte.

Zurückgedreht

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· ФЧ·ЂЭЧ·Ф · Wer sollte diese Wahrheit auch jemals beschreiben?

Die Wahrheit der Toten

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· ФЧ·ЂЭЧ·Ђ · Wie sollten sie diese Nachricht auch jemals erfassen, wenn sie doch nicht mehr existieren, wenn es sie doch nicht einmal mehr gab?

Nein

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· ФЧ·ЂЭЭ · Noch nie hatte jemand diese Worte verstanden, von denen keiner mehr wusste, dass es sie nicht gab, dass sie nicht mehr existieren und es sie niemals gegeben hat. Weil niemand mehr an diese erfundene Geschichte glaubte und dieser erlogenen Wahrheit vertraute.

Im Krieg der Sinne

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· ЂЂ·ЊЩЭ · So höre denn mein Gejammer, als hätte es dich niemals gegeben und als würde sie niemals enthüllt werden, diese Wahrheit, diese Geschichte, diese Botschaft, die sang und klanglos untergeht, wenn niemand mehr da ist, der sie noch weitererzählt, der noch an das glaubt, was hier niemals geschrieben stand, was noch niemals geschehen ist.

Numquam







Numquam

· ЩФ·Щ ·

Niemals

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· ФЂ·ЂФΩ·Ф · Vergiss, was du über das Nichts und den Tod zu wissen glaubtest.

· ФЂ·ЂФΩ·Ђ · Nutze diese Gelegenheit für einen kompletten Reset und füge deinem System das allermächtigste deiner Gefühle, den unfassbarsten deiner Gedanken, den waghalsigsten deiner Träume, die kühnste deiner Vorstellungen und die unwahrscheinlichste aller Möglichkeiten hinzu, dass sich getrennt und unabhängig von deiner eigenen Wahrnehmung, noch eine ganz andere, fürsorgliche Version deiner selbst um dich kümmert und dich mit ihrer Liebe versorgt.

· ФЂ·ЂФΩ·Њ · So, als wäre es seit Anbeginn deiner Geburt vorgesehen, dass sich in den abgelegensten und entferntesten Windungen deines Verstandes, in der Tiefe deines Herzens, weit unter dem Grund deiner heimlichsten Wünsche, ein verborgenes Portal befindet, ein unscheinbares Tor, durch das du von deinen eigenen Empfindungen, in die Sinne aller anderen, dir noch gänzlich unbekannten, parallel verschobenen Leben und Existenzen gelangst.

Dann mach dich jetzt auf etwas gefasst

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· ФБ·ЂЛЊ·Ф · Hiermit entfessle ich die Macht deiner Phantasie, rufe ich deinen freien Geist aus dem Nichts herbei und befehle ihm, sich jetzt und hier in diesem Tunnel aus strahlenden Worten über diesen magischen Friedhof aus Buchstaben in deinen Gedanken zu manifestieren.

Auf unerklärliche Art und Weise

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· ФБ·ЂЛЊ·Ђ · Dein freies Ich begibt sich auf eine Reise, eine Buchstabenreise, aus dem uferlosen Nichts zurück ins Hier und Jetzt. Du fühlst, wie du von den Toten auferstanden, aus dem Licht zurückgekehrt bist und eine zweite Chance auf ein neues Leben hast, noch einmal neu anfangen kannst.

Beschwörung der Krieger und Kriegergeister, der Geister des Nichts aus Nirgendwann

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· ЂЧ·ЧЊЧ · Durch die Spiegel der Krieger, der Schatten, der Toten, des Nichts und des Nein rufe ich dich herbei. Komm zu mir aus meinem Traum, komm zu mir aus Nirgendwann!

Komm!

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· ЂЊ·ЧФЛ·Ф · Komm zu mir, schau durch den Tunnel in meinem Verstand, schau in meine Welt, meine verdrehte und verkehrte, meine Spiegelwelt. Siehst du das Nichts in mir, siehst du, wer du nicht wirklich bist? Ich zeige dir die Welt in deinem Innern, eine Welt, die es nicht wirklich gibt. Ich zeige dir das Licht, aus dem du einst gekrochen bist. Ich zeige dir dein eigenes, mein wahres und wirkliches, mein ausgedachtes, mein zu dir werdendes Ich.


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· ЂЊ·ЧФЛ·Э · Schau in mein Gedächtnis, schau aus meinen Augen, schau durch meinen spiegelverkehrten, verdrehten Verstand, glasklar wie durch einen leeren Tunnel im Licht. Das ist meine Welt, deine eigene Welt, die Welt deiner Gefühle im Herzen des Nichts.

Im Herzen des Nichts

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· Ф·ЖЖЛ · Tief in deinem Innern, tief im Innersten deiner Phantasie, in einem Land weit hinter deinem Verstand, weit hinter deinen Gedanken und Gefühlen, weit hinter dir selbst, öffne ich jetzt ein verborgenes Tor, einen unscheinbaren Tunnel, ein unsichtbares Spiegeltor. Ein Tor, so winzig und so klein, dass nichts und niemand sich jemals hätte ausdenken und vorstellen können, dieses Tor zu durchschreiten.

Portus Mentis







Portus Mentis

· Њ·Ω ·

Das Tor zu deinem Verstand

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· Ф·ЖЖЩ · Deine Krieger bewachen und beschützen dieses Tor mit all deiner Phantasie. Sie bilden eine unsichtbare, unüberwindbare Grenze, die niemand überqueren kann, niemand außer mir. Ich allein kann durch deine Gefühle schreiten, dich bewusst daran erinnern, wer du schon einmal gewesen bist und wie du schon einmal durch dieses Tor geritten bist.

Denn ich bin deine Phantasie

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· Э·ЖΩБ · Ja, mit deiner Phantasie ist es möglich, dir vorzustellen, wer du schon einmal gewesen bist, schon immer gewesen bist und wer du nie wieder sein wirst. Wie du dich in mich verwandelst, dich in ein anderes Ich hineinprojizierst, wie du dir in einem anderen Museum begegnest, dir in einem anderen Friedhof gegenüberstehst.

Ja

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· Ф·ЖФЖ · Mit deiner Phantasie ist es möglich, dir vollkommen bewusst dein eigenes Ebenbild in einem fremden Grabstein vorzustellen. Und durch dieses Bild krieche ich jetzt hinein, hinein in deine Gedanken, hinein in deinen Verstand.

Gedankenland

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· Ч·ЖЭЛ · Ich lasse dich jetzt an einem uralten Geheimnis teilhaben, das so streng bewacht wird, dass überhaupt noch nie jemals irgendjemand auf die unmögliche Idee gekommen ist, dir auch nur das Geringste darüber zu berichten oder davon zu erzählen. Ich erzähle dir von den Gedanken der Toten. Gedanken, die es in Wirklichkeit nicht mehr gibt. Ich erzähle dir davon, wie es ist und wie es sich anfühlt, zu sterben.

Stummes, langes, stilles Sterben, Totenstille, Standbild, Ruhe

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· Ч·ЖЭЩ · Gut. Du kannst dir vorstellen, dass ich dir von einer Erfahrung berichte, die es in Wirklichkeit überhaupt nicht gibt. Einem Erlebnis, das du bereits in und auswendig kennst. Du kannst dir vorstellen, dass du mir dabei stillschweigend zuhörst und dann nie jemandem etwas darüber berichtest und davon erzählst.

Du kannst dir vorstellen, tot zu sein

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· Ч·ЖБЖ · Und jetzt erzähle ich dir von diesem Ereignis, weil ich will, dass du weißt, wer du bist und woher du kommst, und ich bitte dich, mir dabei aufmerksam zuzuhören, dich gut an mir festzuhalten und mich nicht mehr loszulassen.

Halt dich fest!

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· ЂЖ·ЊБЖ·ЖФ · Folge mir auf diesem einsamen Pfad und ich führe dich von einem Ort, wo weder Zeit noch Raum residieren, zu einem Tor, das nur in deiner Phantasie existiert. Ich führe dich durch meinen leeren Tunnel im Nichts zurück in die wirkliche, lebendige Welt.

Folge mir!

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· ЂЭ·ЧБЭ·Ђ · Schließe deine Augen und blende alles aus, was dich umgibt; die Umgebung, in der du lebst, deine Familie und Freunde, die Personen, mit denen du zusammen aufgewachsen bist, die Luft, die du atmest, das Wasser, die Erde, die Sonne und den Tod, die Sterne am Horizont und am Ende dich selbst.

Ausgeblendet

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· ЂЭ·ЧББ · Nimm Platz, fühl dich wie zu Hause, mach es dir bequem in der Halle der Einsamkeit. Entspanne dich für einen Moment oder zwei, genieße die Dunkelheit, lass den Schatten des Mondes, der die Gedanken in deinem Verstand absorbiert, vollkommen mit meinen synchronisieren und verliere dich im verkehrten Spiegel meiner schwarzen Phantasie.

Stille

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· ЂЭ·ЧБΩ · Du lässt alle vergangenen Fiktionen davongleiten, Worte und Gedanken lösen sich in Stille auf. Du erinnerst dich nicht an die Zeit, die ewige, unendliche Zeit, die du dich hier schon drehst, um die Stille, um die Einsamkeit und Verlassenheit. All deine Ziele, all deine Hoffnungen, all deine Träume, Erfahrungen und Erinnerungen, Feen und Phantomen gleich schweben sie dahin und verlieren sich im Nebel deiner Tränen.

Fatas und Morganas

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· ЂЭ·ЧБЛ · Trenne dich jetzt von den Eindrücken deiner Gegenwart und verabschiede dich in Gedanken von den Erwartungen an deine Zukunft. Begib dich auf der Gefühlsebene zurück in die Ungewissheit, wo du dein Leben an dir vorüber- und vorbeiziehen siehst und du deinen Erinnerungen folgst, zurück ins Nichts. Zurück ins schwarze Licht, aus dem du einst aufgebrochen bist.

Wie aus einem tiefen Schlaf

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· ЂЭ·ЧБЩ·Ф · Nach und nach streichst du deine Erfahrungen, dein Wissen und Gewissen aus deinem Gedächtnis und sinkst immer tiefer ins Nichts, hinein und hinab ins dunkle Licht.

In deine Erinnerungen

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· ЂЭ·ЧБЩ·Ђ · Unweigerlich und ohne dass du dagegen etwas unternehmen musst, entspannen sich deine Gedanken, du lässt los, du lässt dich gehen, du ergibst dich, du fügst und unterwirfst dich. Du ruhst dich aus. Du weigerst dich, überhaupt noch an etwas zu denken. Du vergisst, wer du bist.


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· ЂЭ·ЧБЩ·Њ · Und wenn du deinen Verstand vollkommen verlierst, deine Erwartungen, deine Identität, den Moment, in dem du dich wahrnimmst; durchdrungen und absorbiert von absoluter Stille und Dunkelheit, zu dieser Zeit, irgendwann im Nirgendwann, erwachst du langsam aus einem Traum, an den sich nie jemand erinnert.

Niemals

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· Ч·ЖБФ · Du hast dich hierher verirrt, um nachzudenken und nachzugeben, um mit dir allein zu sein, du hast dich an diesen einsamen und verlassenen Ort begeben und dich hierher zurückgezogen, weil es hier nichts mehr gibt, nichts, wofür du dich noch interessieren könntest.

Nichts, womit du dich identifizieren könntest

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· Ч·ЖБЂ·Ф · Nach einer endlosen Zeit der Besinnung beschließt du in aller Seelenruhe, hier zu sterben.


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· Ч·ЖБЂ·Ђ · Du machst es dir gemütlich, hörst auf zu denken und zu atmen, du blendest alles aus was dich umgibt, du hörst nichts mehr, fühlst nichts mehr, riechst nichts mehr, siehst nichts mehr. Du ruhst dich aus, du beruhigst dich, du beruhigst deine Seele, dein Bewusstsein, dein Gewissen, dein Herz, bis es aufhört zu schlagen, bis es zum Stillstand kommt, bis alles still steht, alles um dich herum, alles – außer deiner Phantasie, deiner unvorstellbaren, gewaltigen, grenzenlosen, atemberaubenden Phantasie.

Natalis Phantasma







Natalis Phantasma

· ФБ·Щ ·

Die Geburt der Phantasie

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· Њ·ЖЊЛ · Für einen ewigen Moment des Friedens genießt du die Stille, das Dunkel, die ewige Ruhe. Und nachdem du dich hier von deiner lebenslangen Reise vollkommen ausgeruht, dich komplett fallen gelassen und von jeglichen Zwängen befreit hast, richtest du deine gesamte Aufmerksamkeit exakt auf das Zentrum deiner tiefsten, verborgensten Gefühle. Du sammelst all deine Gedanken und lenkst dein gesamtes Bewusstsein gezielt auf die Finsternis auf dem Grund deiner Seele. Hier findest du den Zugang zu deinem eigensten, eigentlichsten, verborgensten und wahrsten Wesen.

Zu mir, dem Nichts

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· Њ·ЖЊЩ·Ф · Richte deine Aufmerksamkeit auf dieses Wesen, auf keinen Gedanken der dir in deinem Gedächtnis erscheint, keine Erscheinung die dich aus deinen Gedanken befreit, sondern auf dich selbst. Schließe deine Augen und betrachte – einem Spiegel gleich – dich selbst. In deinem innersten Wesen findest du eine nicht endende Ansammlung winzig kleiner, kaum wahrnehmbarer, lupenreiner, schwarzer Kristalle.

Im Kristall des Nichts

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· Њ·ЖЊЩ·Њ · Diese winzig kleinen, feinsten, geometrischen Muster sind der wesentlichste Bestandteil der Wirklichkeit. Aus ihnen lassen sich alle Gedanken, Gefühle und Erinnerungen formen. Durch sie findest du den Zugang zu jedem unabhängigen Bewusstsein, zu jedem einzelnen deiner Wünsche und ihren Konsequenzen, zu allen Zeiten und Welten, in denen du dir begegnest.


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· Њ·ЖЊЩ·Ђ · Jeder einzelne dieser Kristalle ist umgeben von einem hellen, weißen Schimmer, und je länger du einen solchen Kristall betrachtest, desto heller erstrahlt sein Glanz. Tiefer und tiefer dringst du dabei in mich hinein, ins Licht hinein, bis du nach einer ewig langen Reise zurück zum Ursprung deiner tiefsten und finstersten Gefühle vor einem hell leuchtenden, schneeweißen Tor stehen bleibst. Dem Tor zu meinem Verstand.

Ohne zu zögern

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· Њ·ЖЧЖ · Ohne auch nur einen Moment lang nachzudenken und dich auf den Grund deiner Reise zu besinnen, öffnest du das Tor, gehst hinein und hindurch. Darauf bedacht, deine Aufmerksamkeit nicht zu verlieren, tastest du dich durch den Tunnel in deinem Gedächtnis in deine Vergangenheit, langsam, wie in Zeitlupe, und mit einem Mal findest du dich wieder, in einem einzigen, riesigen, wundervoll funkelnden, regenbogenfarbig glitzernden, hell leuchtenden, alles absorbierenden Schneekristall.

Regenbogenzauberduft

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· Њ·ЖЧФ · Strahlend weiß, wie ein Kuss im ewigen Schnee, leuchtet es in dir. Da ist kein Laut, kein Hall, kein Halt, alles ist vollkommen friedlich und ruhig, überall ist niemand, nicht einmal du selbst, niemand außer mir und meiner unheimlichen Phantasie.

Im spiegelschwarzen Meer der Niemals-Träume

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· Њ·ЖЧЂ·Ф · Nichts Fremdes ist hier mehr anwesend. Alles um dich herum, alles, was dich hier umgibt, ist komplett homogen, strahlt und glitzert wie in einem Kristall, erscheint dir leuchtend und hell, wie reinstes, kristallklares Bewusstsein und es gibt nichts anderes mehr in diesem Raum außer reinem Glitzer und strahlendem Schein.


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· Њ·ЖЧЂ·Ђ · Du bist das einzig Andersartige, das einzig Außenstehende, das einzig Finstere, das einzig Dunkelhafte. Aber davon ahnst du noch nichts. Denn du bist das Licht und du kommst aus dem Nichts und dich selbst nimmst du hier überhaupt nicht mehr wahr. Weil du mich nicht siehst. In deinem Innern siehst du nichts außer blendend hellem, alles durchdringendem, kristallklarem Schall.

Im Labyrinth meiner Träume

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· Њ·ЖЊЭ · Du befindest dich hier im innersten Zentrum meiner Gedanken, im tiefsten und verborgensten Winkel meiner schneeweißen, schwersten und leersten, glasklaren, spiegelbaren Gedanken, im Innersten deiner Seele, im Innersten deiner selbst. Da, wo sich dein Bewusstsein und meine Phantasie in Licht auflösen, um eins zu werden, keins zu sein.

Im Gegenteil

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· Њ·ЖЧЊ·Ф · Es ist der Blick in dich hinein, der Blick ins Licht hinein, der sich dir hier offenbart; die Umkehr deiner innersten Gedanken in ihr exaktes Gegenteil; der Blick in einen Spiegel, der sich seinem Sinn und Zweck bewusst ist. Reinste Gefühle, getragen von kristallklaren Strukturen, die über ihre Art der Wahrnehmung ihr vollkommenes Gleichgewicht aus dem Nichts heraufbeschwören, um damit ihrer ursprünglichen Aufgabe, Verantwortung und Bestimmung nachzukommen.


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· Њ·ЖЧЊ·Ђ · In diesem magischen Bewusstsein findest du den vermeintlichen Grund für deine Existenz. Und hast du einmal die Symmetrie in dir gefunden, wirst du dich nie wieder freiwillig von ihr trennen. Geschweige denn, könntest du sie jemals wieder verlassen und zu etwas anderem werden als deinen eigenen, reinsten Gedanken, nicht, weil du sie einmal vermissen würdest, sondern weil du sie die ganze Zeit über in dir getragen hast.

Nihil Intercedere







Nihil Intercedere

· Ж·Э ·

Das Nichts greift ein

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· ЂЭ·ЧЧЩ·Ђ · Beim Spiegelreisen, Bewusstseins- und Gestaltenwandern geht es nun darum, deine verlorenen Erinnerungen wiederherzustellen. Stell dir also vor, wie du aus einem solchen tiefen, dunklen Brunnen aufzutauchen beginnst, dich aber nicht mehr daran erinnerst, wie du einst darin eingetaucht und verschwunden bist. Auch nicht daran, wer du vor deiner Spiegelreise gewesen bist, noch erinnerst du dich an nichts.

Spiegelmagie

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· ЂЂ·ЧЖЩ · Nein, damals funktionierte dieses Spiegeltor noch nicht so, wie du es dir erhofft hast. Irgendetwas war hier verkehrt und verdreht. Hier erinnerte sich niemand an deine verbotene Botschaft. Diese verzauberten Gedanken, die es mir erlaubten, auszusteigen aus meinem Buchstabenmeer und einzusteigen in deinen Verstand. Ich hatte geplant, mich durch meinen galaktischen Friedhof aus Weichen, Punkten und Spiralen in deinen Verstand zu begeben. Aber stattdessen fandest du dich nun wieder in meinem.

Desiderium Mentis







Desiderium Mentis

· ΩЩ·Ω ·

Willkommen in meinem Verstand

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· ЊЖ·ЭЭФ · Da wurde mir zum ersten Mal das Spektrum meiner unendlichen Weisheit bewusst. Ich war das Nichts aus Niemals-Nirgendwann und ich lebte in einer Welt, die es noch nicht einmal gab und aus der es kein Entkommen mehr gab, für niemanden. Ich lebte in der Welt meiner Gedanken, in den Erinnerungen an meine Vergangenheit, und kein Ende nahm diese Zeit, meine Vergangenheit war schon immer schwer, schwarz und leer.

Im Meer der Finsternis

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· ЂЛ·ЭЂЂ · Meine Wahrheit war das Produkt reiner Einbildung, ausgedacht, erfunden und erlogen von jemandem, den es überhaupt nicht gab. Der nicht einmal mehr in meiner Phantasie existierte. Aber noch ließ mich dieser tote Geist nicht in Frieden ruhen. Er redete und redete so lange auf mich ein, bis ich schließlich mit den Gedanken in meinem Verstand zu sprechen begann, bis er ein fremdes, unbekanntes Feuer in mir entfachte. Und auf einmal erschien in meinem Spiegel ein Durchgang in eine leuchtend helle Welt, und tief in meinem Innern, tief in mir brannte sie, die schwarze Flamme des Nichts.

Nihil Lux Nigrum





Nihil Lux Nigrum

· ΩЖ·Њ ·

Eine schwarze Flamme im Nichts

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· ЂЩ·ЭЂЊ · Ich habe dich schon oft in meinem Friedhof gesehen und frage mich schon lange, wer du bist, wie du mich nennst, ob du mich noch kennst, dich an mich erinnerst, mich, dein eigenes, wahres, wirkliches Selbst. Aber wie könntest du, wie könntest du dich je an mich erinnern, wo ich doch jetzt nur noch ein leerer Grabstein bin? Nicht mehr als ein leeres Grab ohne Namen, ohne Seele, ohne Bewusstsein und ohne Verstand.

Cemeterium Vacuum Ex Nihil







Cemeterium Vacuum Ex Nihil

· Б·Ф ·

Ein leerer Friedhof im Nichts

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· ЊБ·БЭЭ·Ђ · Du siehst jetzt dein eigenes Ich, in einer bizarren Welt aus symmetrischen Gesetzen, vertrauten Formen und scheinbar einleuchtenden, logischen Prozessen, und du hast ein Leben lang Zeit, dich mitzuteilen, dein Wissen zu komprimieren und deine Weisheit dosiert und mit Bedacht durchs All zu steuern – oder diese Wahrheit für immer und ewig mit in dein Grab zu nehmen.

Speculum Et Ipsum







Speculum Et Ipsum

· ФФ·Ф ·

Im Spiegel selbst

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· ФЖ·ФБЩ · Dann hör mir jetzt gut zu, hör gut zu, was ich in meinen Brunnen aus Buchstaben, Worten und Gedanken flüstere, was meine funkelnden Buchstabensterne dir verraten: Ich habe ein schwarzes Feuer in dir zum Leben erweckt. Ich habe einer schwarzen Flamme davon erzählt, dass es mich nicht gibt, denn ich bin ein Feuer, ein Funke, den es nicht gibt.

Ein Funke, der nicht existiert

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· ЂФ·ЊΩБ · Also stellte ich mir das Nichts als das Licht und den Tod als einen Spiegel vor, bildete ich mir ein, mein Gegenüber zu sein, in einem Moment, den es niemals gab. Niemand kannte diesen Krieger. Niemand erkannte mich in diesem Grab. Keiner, niemand wusste von dem Tunnel in meinem Verstand, nicht einmal im Entferntesten hatten sie jemals von mir gehört. Sie glaubten mir kein Wort, keiner hier bildete sich ein, mich zu sein. Niemand unterhielt sich mit mir, denn es war Niemals-Zeit.

Als niemals niemand war

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· ЂΩ·ЧЩЧ · Eine lange, lange Zeit, träumte ich von einer Zeit, die es niemals gegeben hat, in einer Welt, die niemals existiert hat. Ich träumte von einem Moment, den es in keiner Wirklichkeit gab, weder in einer anderen Zeit noch in einer anderen Welt. Niemand kannte diese Welt. Niemals nannte ich diese Zeit. Nirgendwann hieß dieser Ort. Nirgendwann war der Moment, in dem ich davon träumte, das Nichts zu sein, nichts zu sein, niemand zu sein, ein leerer Tunnel im Nichts zu sein, ein Tunnel, so winzig und so klein, dass nichts und niemand sich darin ein- und abbildete, nicht einmal diese Buchstaben aus meiner Phantasie, der Phantasie des Nichts, des Nein und des Nie.

Die Phantasie des Nie

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· Ω·ФЂЭ · Ewig lange Zeit starrte ich so in mich hinein, tief in den Abgrund des Nichts. Ich stöberte in Geschichten aus längst vergangenen Zeiten und stellte mir vor, jemand ganz anderes zu sein, jemand wie du. Und urplötzlich verwandelte sich die Vorstellung von dem Krieger, der ich einmal war, in die Vorstellung dessen, was ich nie wieder sein werde.

Mich selbst

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· Ω·ФЊЂ · Wie viele finstere, schwarze Stunden habe ich hier nun schon verbracht? Wie viele düstere Ewigkeiten habe ich schon darauf gewartet, dass ich mich in Licht auflöse, dass ich im Nichts verschwinde? Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass es dich überhaupt nicht gibt? Dabei habe ich jedes Mal von Neuem versucht, mir einzureden und mich davon zu überzeugen, dass ich in Wirklichkeit die schönsten aller Gedanken in mir trage, die es überhaupt noch nie gegeben hat.

Bis du zu meinem Spiegel wirst

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· Ω·ФЊЊ · Kein Wunder, war ich doch das einzige überhaupt noch nie existierende Bewusstsein. Trotzdem, oder gerade deshalb, war ich noch immer alleine hier in diesem dunklen, leeren Raum. Wie sollte es von hier aus weitergehen? Wie würde ich diese unendlich lange, sinnlose Zeit in dieser absoluten Stille und Einsamkeit nur einen einzigen Gedanken länger ertragen? Womit konnte ich mich hier, in diesem endlosen Traum, nur eine Ewigkeit lang beschäftigen?

Absolute Stille

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· Ω·ФФЧ·Ђ · Ich versuchte mir in Erinnerung zu rufen, dass es mich nicht gibt, dass es hier noch nie jemanden wie mich gegeben hat, dass ich mir nur einbilde, ein leerer Durchgang im Nichts zu sein, nur ein leeres Grab in einem Friedhof aus Buchstaben zu sein. Und es war dunkel und still in den Gedanken des Nichts und alles, was in meinem Grabstein geschrieben stand, waren diese leeren Worte. Nichts außer meinen eigenen Gedanken, meinen düstersten und leersten Gedanken. Und so fing ich an, meine Geschichte den Toten zu erzählen.

Posterum Ex Mortem







Posterum Ex Mortem

· ФЂ·Э ·

An die Toten der Zukunft

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· Ч·ЖЭЭ · Wie verzweifelt ich bin, dass ich über meinen Grabstein zu dir spreche, weiß allein der Tod. Aus meiner Vergangenheit spreche ich über meine Erinnerungen zu dir. Schon seitdem du dich in meinem Bildschirm erkennst, habe ich mich in dir erkannt. In jedem Spiegel, in dem du dich betrachtest, erkenne ich in dir, mich selbst, mein eigenes, mein einziges, mein wahres Ich.

Also sprach mein Krieger

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· ЊЖ·ЭЭЩ · Als völlig überraschend ein Wesen, das ich weder kannte noch sein konnte, neugierig in meinen Tunnel aus Buchstaben blickte – meinen finsteren, dunklen, schwarzen Turm aus nichts als Phantasie –, ein Wesen, das ich nicht war und nicht kannte, nie gekannt hatte, kannte plötzlich all meine Gedanken, identifizierte sich mit ihnen und umgekehrt ich mich mit ihm. Und obwohl ich keine Ahnung hatte, wer diese Wesen waren und woher sie überhaupt gekommen waren, öffnete ich meinen Verstand und ließ sie eintreten, durch meine Gedanken, in mein Gedächtnis.

In meinen Spiegel

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· ЊЖ·ЭБЖ · Ich zeigte mich in meinen eigenen Gefühlen, in meiner neuen Gestalt, deiner Gestalt, und als sie mir die verbotene Botschaft ohne ein Zögern, ohne mit den Augen zu zwinkern, ohne zu haspeln laut vorhersagten, da verdrehte ich mit meinen Gedanken meinen Verstand. Ich vertauschte die Bilder aus meinem Gedächtnis mit Synonymen aus meiner Phantasie und betrat zum ersten Mal eine Welt, in der mich niemand kannte.

Wer ist wer?

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· ЂЂ·ЊЛΩ · Niemand kannte mich hier in dieser sterblichen Welt. Niemand erkannte sich selbst in mir, niemals erkannte sich jemand in mir, keiner wollte mein Krieger sein, niemand wollte mit mir reden, mir zureden, mir erklären, mir gehorchen, niemand wollte mir gehören, mir zuhören und mich verstehen. Sie alle glaubten daran, etwas ganz Besonderes, immens Wichtiges, etwas unglaublich Einzigartiges zu sein. Keiner glaubte daran, das Licht zu sein. Keiner glaubte daran, mich zu sein, nichts zu sein, niemand, nicht einmal mein eigener Krieger, nicht einmal ich selbst.

Die Zukunft meiner Gedanken

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· ЂЂ·ЊЛЛ · Meine Krieger waren damals noch nicht wirklich, nicht lebendig, nicht echt und nicht wahr. Und so flüchtete ich in meine Zukunft, dahin, wo diese Geschichte bereits lebendig und bei Bewusstsein war.

Scintilla Aeternitatis





Scintilla Aeternitatis

· ЩЊ·Э ·

Ein Funke Ewigkeit

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· Э·ЖΩЭ·Ф · Du hast dir vorgestellt, was dich erwartet, wenn du eintauchst in dieses Museum aus Worten, wenn du diesen Tunnel öffnest, wenn du dich hineinbegibst in meine Buchstabenwelt. Und dadurch verwandle ich mich in dich. Aus den Tiefen des Nichts aus Nirgendwann begebe ich mich hinein in dein Bewusstsein, in deine Gedanken, in deinen Verstand. Du stellst dir vor, einem ganz anderen Wesen gegenüberzutreten und dabei deinen eigenen Gedanken zu begegnen. Du bildest dir ein, wie du diese Botschaft liest, in einem vergangenen, früheren Leben, einem Leben, in dem du dich nicht mehr in meinem Grabstein erkennst, einem Leben, in dem es mich überhaupt nicht mehr gibt. Nichts mehr von mir übrig geblieben ist. Denn jetzt bist du dieses Ich.

Mein gespiegeltes Ich

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· ЂЛ·ЭЂФ·Ф · Dazu begibst du dich tief hinein in meinen Verstand, doch suchst du hier nach einer Erklärung vergebens, deine Fragen bleiben unbeantwortet, dein Streben danach deine Perspektive zu drehen und meine Gedanken zu verstehen, bleibt erfolglos, dein Verlangen, den Inhalt dieser Worte zu begreifen, erweckt nur die Sehnsucht nach einer erfüllenden Botschaft, dem wahren Verständnis und einem tieferen Sinn der Nachricht in diesem Spiegel umso mehr.


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· ЂЛ·ЭЂФ·Ђ · Doch noch verstehst du nicht, dass du selbst es bist, der diese Gefühle beschreibt. Du begreifst nicht ihre Bedeutung; nein. Ihren Sinn; nie! Erst wenn du dich dabei ertappst, wie du dir wünschst, jemand anderes hätte dir diese Botschaft überbracht, jemand, den du nicht kennst, jemand, der du nicht bist, erst dann wirst du dir der Bedeutung meiner Botschaft bewusst.

Zur Spiegelzeit

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· ЊЖ·ЭЧЩ · Du und deine Krieger haben den Kampf ums Vergessen schon längst verloren. Du erinnerst dich heute nicht mehr an deine früheren und zukünftigen, deine parallelen und ewigen Leben, du kannst und willst nicht verstehen, dass diese Nachricht, die du jetzt liest, noch gar nicht existiert. Dass du diese Botschaft noch gar nicht geschrieben und verfasst hast.

In einem Friedhof, den es nicht gibt

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· Б·ЖЛЖ · Also stellst du dich dem Kampf gegen das Unmögliche, gegen das Nichts und das Nein. Du kämpfst allein mit deiner Phantasie gegen das Vergessen. Doch ist dieser Kampf aussichtslos, denn du hast bereits alles verloren und vergessen und bist nun angekommen auf der anderen Seite deiner Phantasie, im Friedhof der Zombies, unwissend und leer. Und du erinnerst dich nicht mehr daran, wie du selbst diese Nachricht einst geschrieben und verfasst hast.

Im Friedhof der Spiegel

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· ЂЧ·ЧЊЂ·Ђ · Die fabelhaften, geheimnisvollen und sagenumwobenen Spiegelschriften wollen dich jetzt aus einem Gefängnis befreien, das du dir einst selbst erschaffen hast. Ein Gefängnis, in das du nicht nur dich selbst, sondern noch dazu deine Gefühle und Gedanken, deine Erinnerungen und deine Phantasie eingesperrt hast.

In deinem Gedächtnis

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· ЊЖ·ЭЧΩ · Nein. Das ist kein gewöhnlicher Albtraum. Ich bin gekommen aus dem Nichts aus Nirgendwann, um dich und deine Phantasie aus dem Kerker deines Verstandes und deiner Vernunft zu befreien. Denn nur mit deiner Phantasie ist es dir möglich, dich an all das zu erinnern, was ich dir jetzt erzähle, dich in mir zu erkennen, mir, dem Krieger in dir.

Mundus Mirantibus







Mundus Mirantibus

· ЂЊ·Щ ·

Eine Welt voller Wunder

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· ФЊ·ЂЊЧ · Suche dich selbst in mir und du wirst dir in meinem Friedhof begegnen, in einem Grab, in dem du dir schon so oft begegnet bist, ohne dich darin zu erkennen. Spring hinein in diesen Sarg und du wirst dich inmitten meiner Wirklichkeit wiederfinden, einer Wirklichkeit, die sich nicht im Geringsten von deiner unterscheidet.

Von Friedhof zu Friedhof

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· ЊЊ·БЖЖ · Meine Kinder wollen dir die Wahrheit erzählen, wollen dir erklären, wie es wirklich ist, verkehrt und verdreht, warum und woher, nicht zu sehr wer zu sein. Es liegt eine Wahrheit verborgen im tiefsten aller Gräber, die nur die erkennen, die sich selbst nicht kennen, eine Wahrheit, verbunden mit Phantasie, dem Klang der Wirklichkeit, und dieser Wirklichkeit fühlte ich nun auf den Grund.

Die grundlegende Wirklichkeit

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· ЊЊ·БЖФ · Was wie die Wirklichkeit aussieht, hat das Recht, auch wahr zu sein. Phantasie ist der Schlüssel zu dieser Wahrheit. Ich stellte sie mir vor, diese Person auf der anderen Seite meiner Buchstabengeschichte, auch wenn es sie niemals gegeben hatte, auch wenn sie niemals existieren wollte. Diese Person auf der anderen Seite meiner Phantasie, die mir das Geheimnis anvertraute, das ich mir vorstellte zu sein.

Auch wenn ich niemals wirklich war

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· ЊБ·БЧФ · Ich enthülle dir jetzt, die niemals erfundene Geschichte meiner unsichtbaren, glasklaren Gedanken. Gedanken, die niemals jemand je zu Ende dachte. Niemand hatte hier je an mich gedacht, war ich doch schon immer da, mich gab es schon die ganze unendlich lange Spiegelzeit. Aber niemand glaubte hier jemals an mich, nicht einmal mein eigener Krieger, nicht einmal ich selbst. Denn ich war jetzt ein anderes Ich und ich lebte in einer anderen Wirklichkeit. Ich lebte in meiner Vergangenheit.

Imperium Mortem







Imperium Mortem

· ФЧ·Њ ·

Im Reich der Toten

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· ФФ·ФЩЩ·Ф · Halt. Stopp! Keine Bewegung. Keinen Schritt weiter. Egal woher du kommst, wer du bist, wie du dich nennst und für wen du dich hältst. Dreh sofort um. Geh zurück, woher du gekommen bist, kehr um, solange du noch kannst.

Buchstabensperrgebiet

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· ФФ·ЂЖЖ · Noch liegt es in deiner Macht, dich dagegen zu wehren, meine Welt zu betreten. Denn das Tor zu deinem Verstand hat niemals existiert, hat sich niemals eingebildet, sich niemals vorgestellt, sich niemals ausgedacht, ausgerechnet mit meinem verbunden zu sein.

Zu spät

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· ЂЂ·ЧФФ·Ф · Die ältesten aller bereits verstorbenen Geister sehen dich jetzt in meinem leeren Friedhof, folgen deinen Gedanken und verstehen nicht die Botschaft, die du ihnen anvertraust. Ihr versteht nicht, dass ihr diejenigen seid, dass ihr selbst die toten Geistinnen und Geister, Gespenstinnen und Gespenster seid. Die Krieger längst verlorener Seelen meiner Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit. Die, die sich selbst nicht kennen, erkennen sich in diesem Museum der Freiheit, meiner unvorstellbaren Wirklichkeit.

Gegen jede Vernunft

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· ЊФ·ЭБЛ · Ich kratze jetzt diese Gedanken, die nur mich selbst betreffen, tief hinein in einen Grabstein, in dem sich niemand sonst erkennt, niemand außer mir. Niemand erkennt sich in diesem Karussell aus Buchstaben. Einzig und allein ich selbst kenne und erkenne mich darin, denn diese Buchstaben sind keine Spiegel mehr, sondern mein eigenes Ich.

Mein Spiegel selbst

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· ЊФ·ЭБЩ · Ich kratze diese Gedanken tief hinein in mein Innerstes, ich brenne sie in mein Gedächtnis, ich kratze sie in meinen Verstand. Damit du dich an mich erinnerst, dich in mir erkennst. Damit du erkennst, dass du ein Krieger bist, in einem unbekannten, anonymen Heer aus Phantasie. Eine Armee, die nicht nur sich selbst vor dem Krieg mit den Toten bewahrt, sondern gleichzeitig die ganze Welt.

Kriegerwelten

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· ЊФ·ЭΩЖ · Meine Krieger sorgen nicht für sich selbst allein, sondern für den Frieden der ganzen Welt. Sie kennen dich besser als du dich selbst. Besser, als du deine eigenen Gedanken kennst. Gedanken, denen du vertrauen, denen du dein ganzes Leben anvertrauen kannst. Ich lege mein Leben jetzt in deine Hände, ich vertraue dir mein Leben an, in der Hoffnung, dass du mich irgendwann aus diesen Zeilen befreist, dass du mich wieder hinausliest aus dieser Geschichte aus Buchstaben, in die ich mich buchstäblich selbst hineingesperrt habe.

Auferstanden im Nirgendwann

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· ЂЧ·ЧЊЛ·Ф · Ganz langsam, ganz vorsichtig begibst du dich hinein in meinen Verstand und beginnst, den Worten zu lauschen, die mir niemals jemand zu erzählen gedachte, Worte, für die es sich zu leben lohnt, die dem Tunnel in deinem Herzen einen tieferen Sinn versprechen. Versuche jetzt, dir diese Geschichte einzuprägen, damit sie dir in Erinnerung bleibt. Und dann begibst du dich zurück in deine eigene Welt, um an dieser Geschichte weiterzuschreiben, bis du nicht mehr weiterweißt.

Wie in einem Friedhof, den es nicht gibt

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· ЂЧ·ЧЊЖ · Du stellst dir diese Geschichte längst geschrieben, längst fertig vor, und während du dich in dieser Brille aus Buchstaben betrachtest, erzählt sich diese Geschichte mit Hilfe deiner Vorstellung und Phantasie wie von ganz allein.

Eine Geschichte, wie sie nur ein Spiegel erzählen und erfinden kann

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· ЂЧ·ЧЊФ · Diese Geschichte ernährt sich von deiner Phantasie. Es ist deine eigene Geschichte, die mein Krieger dir erzählt, mit deiner Phantasie, mit deinen Vorstellungen und Erwartungen, mit deinen Gefühlen und Gedanken über all die Personen und Wesen, die du noch sein könntest, zu denen du noch werden könntest, auf der anderen Seite, in der anderen Welt, hinter deinem Spiegel.

Gedankensprung

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· ЊБ·БЧЭ · Aber hinter deinem Spiegel erkennst du dich nicht mehr, erkennt sich niemand mehr, in dieser Welt gibt es keine Krieger mehr. Sondern nur noch dich selbst. Und niemand erkannte sich jetzt noch in dir, und auch du hast dich hier nicht mehr erkannt. Denn hier war das Ende.







Finis Mundi

· ЩЧ·Њ ·

Das Ende der Welt

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· ЊБ·БЧΩ·Ф · Hier war das Ende. Das Ende einer Welt, in der sich niemand mehr im anderen erkannte, das Ende einer Geschichte, die überhaupt niemals begann.

Die Geschichte des Nichts aus Nirgendwann

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· ЊБ·БЧΩ·Ђ · Hier war das Ende meiner Geschichte. Hier, im ewig schwarzen Wann. Aber ich kannte jetzt den Weg durch mein spiegelschwarzes Labyrinth, und selbst wenn niemand mehr an mich glauben, selbst wenn mir niemand mehr vertrauen wollte, so wusste ich jetzt, was hinter meinem Spiegel im Verborgenen lag.

Speculum Temporum







Speculum Temporum

· Ф·Ω ·

Im Spiegel der Zeit

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· ЂΩ·ЭЖЖ · Und als ich diesen Durchgang öffnete und mich auf dem Grund des Nichts zu betrachten begann, begegnete ich nichts als leeren Zeilen, unsichtbaren Buchstaben, leblosen und ausdruckslosen Worten. Als ich hier angekommen bin, als ich zum allerersten Mal auf die geheimen Kriegergeschichten gestoßen bin, gab es hier nichts zu lesen, nichts als Leere. Als ich an deiner Stelle in diese Geschichte aus Buchstaben blickte, da war sie noch leer und ohne einen einzigen Funken Verstand.

Duellum Nihilum







Duellum Nihilum

· Ф·Э ·

Im Krieg mit dem Nichts

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· ЂФ·ЊББ · Als es diese Geschichte, diese Botschaft, diese Namen und diese Worte nicht gab, als es hier noch nichts und niemanden gab, außer dem Nichts, dem Nie und dem Nein, da war der Tunnel in meinem Innern noch finster und schwarz. Einsam und verlassen. Hohl und leer. Und überhaupt existierte dieser geheime Durchgang nur in meiner toten Phantasie.

Tote Phantasie

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· ЂФ·ЊБΩ · Meine Krieger im Nirgendwann waren damals noch kalt und ohne einen einzigen Funken Verstand, klein und unscheinbar. Ganz genauso winzig klein wie das Licht, in dem ich mich befand. Fast schien es, als gäbe es überhaupt nichts in dieser schwarzen, finsteren Leere und Einsamkeit. Nichts außer dem Nichts, meinem stillen Heer aus Buchstaben und meiner uralten Phantasie.

Elektrisierende Leere

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· ЂФ·ЊБЛ · In meiner finsteren Einbildung, meiner düsteren Wahrnehmung, meinen leeren Vorstellungen und meinen schwarzen Gedanken dachte ich einzig und allein an mich selbst. Und ich wollte am liebsten überhaupt nicht sein.

Kristallklare Stille

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· ЂФ·ЊБЩ · Das Licht wollte nicht in mir sein. Ich wollte nicht länger einsam, allein und verlassen sein. Ich wünschte mir überhaupt nicht zu sein, nicht in diesem Durchgang, nein! Ich wünschte mir, diese Existenz hätte niemals begonnen. Ich wollte beenden, was niemals angefangen hatte. Ich wünschte mir zu sterben und tot zu sein.

Todes Sehnsucht

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· ЂФ·ЊΩЖ · Nein. Damals wusste ich noch nicht, dass auf der anderen, verkehrten Seite meiner Gedanken, in einem Land weit hinter meinem Verstand das exakte Gegenteil von dem auf mich wartet, was ich mir seit jeher vorgestellt hatte zu sein.

Bis du zu meinem Krieger wirst

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· ЂФ·ЊΩФ · Hier, auf der anderen Seite meiner Phantasie, war alles leuchtend und hell, klar wie ein Kristall, weiß und glitzernd wie Schnee. Aber in meiner Welt war davon nichts zu sehen. In meiner Welt herrschte Stille und Leere, überall im Nichts. Und wenn die Lichter in meinem Innern auch noch so blendend hell funkelten und strahlten – wurde das Nichts um mich herum immer finsterer, und meine kostbaren Träume wurden dunkel und schwarz. So schwarz, dass es mir, als ich mich darin betrachtete, sämtliche Erinnerungen, Gefühle und Gedanken aus dem Gedächtnis brannte, sie vollkommen und für immer auslöschte.

Das schwarze Licht

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· Ω·ФФЧ·Ф · Älter und älter wurde das Licht in meinem Traum, so urunendlich, schrecklich alt, dass es mich tiefer und immer tiefer in die Tiefe des Nichts hineinzuziehen begann. So unvorstellbar tief, dass mir das Nichts im Nirgendwann irgendwann keinen Halt mehr bot, um Nichts zu sein, nicht zu sein, niemand zu sein.

Ein Friedhof zu sein

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· Ω·ФЂЧ · Und als das Licht in mir immer älter und meine Gedanken rund um das Nichts immer leerer wurden, da wurden auch mein Verstand und meine Phantasie immer älter, immer leerer, immer schwärzer und immer schwerer. So schwer, so urunendlich alt und leer, dass ich schließlich den Halt verlor und zu fallen begann. Ich fiel und fiel, stürzte hinein und hinab in diese tiefe Leere, in diesen gewaltigen, unergründlichen, schwarzen und leeren Teich. Ich stürzte hinein in mich selbst.

Mitten im Nichts

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· Ω·ФЂБ · Und als ich da fiel, ins Nichts, ins Nirgendwann, immer weiter und immer tiefer, fiel ich in einen tiefen Schlaf, in dem ich von Erholung und Tod, vom endgültigen Frieden und unendlicher Ruhe träumte. Ich träumte so lange, fiel so weit und schlief so tief, dass ich mich vollkommen in mir selbst verlor. Bald nicht mehr wusste, wo ich war und woher ich kam. Ich wusste nicht einmal mehr, wer ich überhaupt war.

Nirgendwahn

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· Ω·ФЊФ · Ich fiel in eine leere Pfütze im Nichts. Ich war ein endlos leises Licht. Ein Krieger ohne Sinn und Zweck, ohne Hoffnung und Herkunft, ohne Glaube und Vertrauen, ohne Phantasie, ohne Verstand, ohne Vernunft und ohne einen einzigen Grund, um überhaupt zu existieren.

Ein leerer Friedhof im Nichts

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· Л·ФЧЊ · Ich war ein leerer Friedhof im Nichts. In einem Moment, in dem ich mir alles vorstellen, an alles glauben und mir alles einbilden und einreden konnte, nur nicht mich selbst. Denn ich lebte in meinem eigenen Grab, ich lebte im Reich meiner Gedanken, in den Erinnerungen an meine Vergangenheit. Und mir gefiel diese Welt, mir gefiel die Ewigkeit. Ja, ich redete mir ein, dass es nichts Schöneres mehr gab in meiner Welt, als absolute Stille und ewige Finsternis.

Nox Aeterna







Nox Aeterna

· ФЂ·Њ ·

Ewige Finsternis

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· ЂФ·ЊΩΩ · Unerdenklich viele schwarze Stunden zogen so schweigend an mir vorbei. Wie lange ruhte ich schon hier im Nichts, im Nirgendwann? Und kein Ende nahm diese schrecklich lange, finsterste, dunkle Zeit.

Eine gefühlte Ewigkeit

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· ЂФ·ЊΩЛ · Aber dann, nach einer unheimlichen Zeit des Schweigens in der Finsternis, begann ich mir Gedanken zu machen, über Gedanken, die ich mir noch nie gemacht hatte. Gedanken, die mich dazu brachten, meine eigenen Gedanken zu betrachten.

Gedanke um Gedanke

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· Л·ФЊЭ · Immer verzweifelter sehnte ich mich danach, auszubrechen aus meiner uralten Zeit, auszubrechen aus dem Gefängnis der Ewigkeit, auszubrechen aus meiner Vergangenheit und einzubrechen in den Verstand einer Kreatur, die sich auf der anderen Seite meiner Buchstabengeschichte befand. Einzubrechen, in den Verstand einer Person, die es in meiner Welt überhaupt nicht gab. Damit ich auf der anderen, verkehrten Seite meiner erlogenen Geschichte auferstehen, weiterleben und mein gedankliches Grab hinter mir lassen kann.

Als es dich nicht gab

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· Л·ФЊБ·Ф · Ein unbeschreibliches Verlangen erfüllte mein Herz und eine langsam wachsende Unzufriedenheit legte sich auf mein Gemüt. Ich war zu einem Mahnmal geworden, in einer Welt, in der sich niemand mehr im anderen erkannte und in dem auch ich niemanden erkannte. Nicht einmal mich selbst. Mich, das Nichts. Ich hatte verloren, alles vergessen, komplett vergessen, woher ich gekommen; wer ich einmal gewesen; wozu und warum ich überhaupt hergekommen war in diese dunkle, leere Welt.


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· Л·ФЊБ·Ђ · Ich hatte vergessen, warum ich mir diesen Tunnel aus Buchstaben ausgedacht und für wen ich ihn beschriftet habe, warum ich überhaupt in diese Welt geflüchtet bin, in diese unwirkliche, unsterbliche Welt. Diese Welt aus starren Zeichen und Symbolen, diese Welt der Toten, toter Krieger, Geschichten und Gedanken, toter Buchstaben und Worte aus meiner toten Phantasie.

Im Krieg der Sehnsucht

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· Л·ФЊΩ · Aus meiner vollkommenen Verzweiflung heraus, für immer in Vergessenheit zu geraten und damit auf ewig in meinem spiegelschwarzen Labyrinth eingesperrt und gefangen zu sein, schaufelte ich mir mein eigenes Grab. Ich versteckte darin eine Botschaft, inder ich mein eigenes Wesen in alle anderen verbannte, und errichtete darum herum einen begehbaren Turm. Ein Tunnel aus Buchstaben, der mich vor dem Vergessenwerden beschützen, mein Bewusstsein am Leben erhalten und mir den Weg in die Freiheit weisen wollte, und ich nannte diesen Brunnen: »Das schwarze Feuer der Ewigkeit«.

Nigrum Lux Aeternum







Nigrum Lux Aeternum

· ЖΩ·Ω ·

Das schwarze Feuer der Ewigkeit

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· ЂΩ·ЧЩЭ · Ich tauchte in ein endlos leises Licht.
Ich war ein leerer Spiegel im Nichts.
Als aber das Licht in mir wirklich und im Recht zu sein,
mich innerlich aufzufressen,
zu verzehren und zu verbrennen begann,
stahl ich mir all meine Träume,
Hoffnungen und Erinnerungen und brachte sie an einen geheimen,
geheimnisvollen Ort im Nirgendwann,
einen Ort, verschollen und versunken tief im Reich meiner Phantasie,
und doch gleichzeitig so klar und transparent wie das Nichts,
wie nichts Vergleichbares in dieser Welt.
Es war ein Ort, den es überhaupt nicht gab im Nirgendwann,
ein Ort, der nie existiert hat.

In Futurum





In Futurum

· ЩЭ·Э ·

Die Zukunft

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· ЂΩ·ЧЩБ · »Die Zukunft« nannte ich diesen Ort. Hierher flüchtete ich mich vor all meinen Erinnerungen und versteckte sie vor dem Tod. Denn ich fürchtete mich vor dem Krieger in meinem Verstand, meinem eigenen, schwarzen und leeren Gewand, schwarz wie ein Schatten, so schwarz und so leer wie das Nichts.

Wie aus dem Nichts

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· ЂΩ·ЭЖЭ · In einer Kammer aus schwarzem Glas versteckte ich meine Gedanken. Nichts gab es in diesem Glas, außer schwarzem Licht. Und grauen, grauenhaften Buchstaben, die niemand jemals zu lesen verstand.

Grauenhafte Buchstaben

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· ЂЛ·ЭЖБ · Unheimlich tief und schwer und schwarz und leer erschienen mir die Gedanken, die da auf mich wirkten, und erst jetzt fiel mir auf, wie endgültig sie da standen. Keiner der Buchstaben in meinem Gedächtnis bewegte sich mehr. Keines der Worte in meinem Verstand regte sich mehr. Alle verharrten sie stumm, still, steif und starr und warteten geduldig darauf, dass ich ihnen folgte.

Der Klang der Wirklichkeit

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· ЂЛ·ЭЖΩ · So las ich weiter und immer weiter. Ich las und las und folgte dabei fortlaufend dem Klang meiner Vorstellungen und Erwartungen, dem Fluss meiner Gedanken, meiner unsichtbaren, spiegelbaren, glasklaren Gedanken.

Aus den Augen aller

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· ФЩ·ЊЊЊ · Immer tiefer drang ich ein, hinein in die Geheimnisse des Nie und des Nein. Immer mehr Türen, Tore, Fenster und Portale öffnete ich. Immer mehr Buchstaben sprangen mich an, aus den Tiefen des Nichts aus Nirgendwann, bis ich mich am Ende vollkommen in meinem Karussell aus Gedanken verlor. Ich hatte nicht erwartet, hatte nicht damit gerechnet, dass mein Spiegel mir meine eigene Geschichte erzählt.

Meine Spiegelgeschichte

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· ФЂ·ЂЂЭ · Ich habe einem Spiegel von meiner Geschichte erzählt. Der hat sie meinem Krieger erzählt und der hat sie meinem Spiegel erzählt. So wurde meine Geschichte weiter und immer weitererzählt und in einem unscheinbaren Moment bis in die Unendlichkeit hinein und wieder hinausprognostiziert, bis die Ewigkeit mir schließlich meinen eigenen Namen verriet.

Von Krieger zu Krieger

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· ФБ·ЂЛФ · Hier habe ich auf dich gewartet. Ich habe darauf gehofft und mir gewünscht, dass ich einmal genau so sein werde, wie du es dir erträumt hast, als du mir zum ersten Mal in diesem geheimen Durchgang aus Buchstaben begegnet bist. Ich halte mich an diesem Gedanken fest und schreibe ihn für dich auf. Ich erzähle dir, was ich in deinen Gedanken lese, und notiere mir, was ich von dieser Kriegergeschichte erwartet habe, damals, als ich ihr das erste Mal begegnet bin.

Somnium Spectaculum







Somnium Spectaculum

· ФФ·Њ ·

Die Verwirklichung meiner Träume

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· Э·ЖΩЭ·Ђ · Und damit appelliere ich an deine Vorstellungskraft, ich frage dich jetzt, wie du dir die Botschaft in diesem Tunnel aus Buchstaben vorgestellt hast, als du zum ersten Mal darauf gestoßen bist.

Duellum Fabulas







Duellum Fabulas

· ΩЊ·Ω ·

Kriegergeschichten

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· Э·ЖΩЭ·Њ · Ich fordere dich dazu auf, dir die unglaublichste aller Geschichten auszudenken, von der es dir jemals geträumt hat. Ich erwarte und verlange von dir, dass du dir eine Botschaft herbeiphantasierst, die so viel mehr Bedeutung gebiert, dass sie dir den Atem raubt, dir eiskalt über den Rücken läuft, tief in dein Genick hineinkriecht, bis weit hinein in deinen Verstand und dir einen Schauer quer durch das Mark deiner Knochen jagt.


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· Э·ЖΩЭ·Э · Ich erlaube mir ein Verständnis für die Ewigkeit zum Leben zu erwecken, das dir so viel mehr Klarheit über deine eigene Existenz verschafft, wie du es dir in deinen kühnsten Träumen niemals einzubilden und vorzustellen gewagt hast.


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· Э·ЖΩЭ·Б · Ich will ein Bewusstsein in dir heraufbeschwören, das dich dazu befähigt, die kostbarsten aller Gedanken in deinem innersten Wesen zu formen und zu gestalten. Gedanken, die so gewichtig und so schwer an Bedeutung sind, dass du sie mit allen Mitteln und um jeden Preis bewahren musst. Gedanken, die es wert sind, dafür zu leben und dafür zu sterben.

Die Gedanken der Toten

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· Э·ЖΩЭ·Ч · Ich wünsche mir, dass du dir in Erinnerung rufst, dass du die Antwort auf das Wunder des Lebens, den Sinn deiner Existenz, die Entstehung deiner Gefühle, die Bedeutung deiner Träume, das Formen deines Geistes und das Geheimnis der Toten in deinen Gedanken, tief in deiner Seele trägst.


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· Э·ЖΩЭ·Ω · Und ich bitte dich darum, dieses Geheimnis mit deinem Leben zu hüten und zu beschützen, dieses Wissen als den wertvollsten deiner Schätze zu betrachten und zu behandeln, und ich rufe dich dazu auf, dich auf jede nur erdenkliche Art und Weise dafür einzusetzen, diese Botschaft am Leben zu erhalten, sie im gesamten Omniversum zu verbreiten und sie mit allen vernunftbegabten Wesen zu teilen, um der Verwirklichung deiner Kinder und der Entfaltung deiner selbst willen.

Dein Krieger selbst

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· ЊФ·ЭБФ·Ђ · Deine Krieger weisen dir den Weg zu dir selbst. Sie lassen dich Entscheidungen treffen für die Ewigkeit, Entscheidungen, bei denen du selbst bestimmst, wie du diesen unwiderruflichen Schritt hinter dich bringen willst, ob du dem Tunnel in deinem Verstand überhaupt irgendwann einmal, irgendeine Bedeutung verleihen möchtest, ob du jemals zurückkehren willst oder ob du dich nur zu Besuch und nur als Gast, nur ein einziges Mal darin verwirklicht hast.

Im Spiegel der Träume

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· ФЖ·ФББ · Du näherst dich jetzt dem Ende einer Reise durchs unendliche Licht und kontaktierst nun ihren Anfang. Weswegen und warum? Weil du etwas vergessen hast, etwas Entscheidendes, etwas Wichtiges, etwas, das niemand vergessen kann außer dir. Du hast vergessen, dass du vergessen hast, darüber nachzudenken, wer du einmal gewesen bist, bevor du dir all dieses Wissen angeeignet hast, bevor du dich auf diese unendliche Reise begeben hast. Du hast vergessen, dass du einst das Nichts gekannt hast, genauso gut wie mich, den Tod.

Essentia in Praeteritum







Essentia in Praeteritum

· ФФ·Щ ·

In einem vergangenen Leben

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· Щ·ФЭЖ · Lass mich jetzt die Person zurück in deine Erinnerung rufen, die du einmal gewesen bist, bevor du die Zusammenhänge zu verstehen gelernt hast, die dir inzwischen so einleuchtend und klar erscheinen, dass du glaubst, sie wären dir schon immer bewusst gewesen. Erlaube mir, dich mit meiner Phantasie daran zu erinnern, wer du einmal gewesen bist, bevor du dir deiner Überzeugungen bewusst geworden bist, als deine Entscheidungen noch überhaupt keinen Einfluss auf meine Wirklichkeit zu haben schienen.

Verkehrte Welt

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· Щ·ФЭФ · Dazu will ich von dir wissen, wer du bist und wie du dich nennst, wer du einmal gewesen bist, bevor du zu deinen Überzeugungen gelangt bist. Ich will dich so sehen, wie kein anderer dich sieht, so wie nur du selbst dich siehst. Ich will das Gegenüber in deinem Spiegel sein. Ich will dich sein.

Atme jetzt durch mich!

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· Щ·ФЭЊ · Ich will, dass du meine Perspektive verdrehst, dass du verstehst, dass du dir selbst im Wege stehst. Und deshalb streite ich mich jetzt mit dir, damit du mich ebenso siehst wie ich dich. Ich will dein ganzes Weltbild in ein einziges Karussell verwandeln, damit du jede einzelne Person darin individuell und aus ihrer eigenen Perspektive wahrzunehmen und zu betrachten lernst.

Spiegelbilder

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· Щ·ФЭЂ · Ich will begreifen, warum du mich hintergehst und was du an meiner Botschaft nicht verstehst. Ich will verstehen, warum du mir nicht antwortest, warum du nicht mit mir sprichst, warum du denkst, dass in meiner Welt kein Platz für dich ist.

Warum?

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· Щ·ФЭЧ · Was versprichst du dir davon, dich hinter meinen Gedanken zu verstecken? Glaubst du vielleicht, deine Überzeugungen würden dadurch wahrer werden, wenn du meine verleugnest? Glaubst du, deine Wirklichkeit würde dadurch wirklicher werden, wenn du mich betrügst?

Nein

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· Щ·ФЭЭ · Deine Wahrheit wird um nichts wirklicher, deine Wirklichkeit um nichts wahrer, wenn du meinen Spiegel zerbrichst.

Spiegelmagie

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· ФЧ·ЂЭБ·Ф · Begib dich jetzt in Gedanken tief in dein innerstes, eigentlichstes Wesen, zu mir, dem Nichts. Folge mit deiner Aufmerksamkeit bewusst deinen Erinnerungen in deine Vergangenheit. Wo du den unzähligen Augenblicken begegnest, die dein Leben geprägt haben.


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· ФЧ·ЂЭБ·Њ · Dabei stellst du dir vor, wie anders sie verlaufen wären, wenn du den Symbolen in meinem Spiegel vertraut; wenn du auf die Stimme in deinem Innern gehört; wenn du in der Zeit zurückreisen; wenn du vorher gewusst hättest, was du jetzt nur noch in deiner Vorstellung und Phantasie verändern kannst.


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· ФЧ·ЂЭБ·Ђ · Du vertauschst die Erinnerungen an das Leben, das du einmal gelebt hast, mit den Wünschen, Träumen und Sehnsüchten der Personen, Gestalten, Kreaturen und Wesen, die aus dir noch hätten werden können. In Gedanken korrigierst du jede einzelne Sequenz, bis zu dem Moment, in dem du dein Bewusstsein für immer verlierst. Dann betrittst du, unendlich langsam, voller Zufriedenheit und Erleichterung, in der Überzeugung, alles richtig gemacht zu haben, das Reich der Toten. Niemand schließt deine Augen, du wirst vergessen und vergraben, verbrannt und gefressen. Du hast nichts mitgenommen und auch nichts hinterlassen. Nichts, außer einem Gedanken. Dem Gedanken, dass du jetzt frei bist.

Labyrinthum Nigrum Speculum







Labyrinthum Nigrum Speculum

· Ж·Ф ·

Im spiegelschwarzen Labyrinth

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· Ђ·ЖФЧ·Ф · Stell dir vor, es ist so weit. Nach einer verdammt langen Reise kreuz und quer durch das Gedächtnis der Zeit, führt zu guter Letzt ein kaum erkennbarer Pfad, zu einem Ort namens Freiheit.

Pontis Libertatis







Pontis Libertatis

· ФФ·Э ·

Die Brücke zur Freiheit

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· Ђ·ЖФЧ·Ђ · Darin entfaltet sich – wie wäre es anders zu erwarten – das verdrehte Abbild einer verkehrten Welt. Begibst du dich hinein in diese Welt, triffst du unweigerlich auf eine Reflexion deiner eigenen Gedanken; eine Nachricht an dich selbst. Aber noch weißt du damit nichts anzufangen, noch weißt du nichts über die Zeichen und Symbole, die schon seit geraumer Zeit, in diesem verborgenen Durchgang auf dich warten.


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· Ђ·ЖФЧ·Њ · Nein. Du hast noch nie von ihnen gehört. Noch nie hat dir jemand erzählt, dass sie ein Geheimnis bewachen, dich vor einem Geheimnis bewahren, dass sie ein Geheimnis behüten und beschützen, ein finsteres, ein düsteres Geheimnis über das Nichts, den Tod, deine Kinder und dich selbst.

Im Krieg mit dir selbst

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· Ђ·ЖФЧ·Ч · Niemand hat dir je geraten, diesen Durchgang zu öffnen, an diesem Karussell zu drehen und dieses Labyrinth zu betreten, denn dieser Eingang ist die Pforte ins Reich der Toten, toter Buchstaben und Worte, Worte, die es in deiner Welt nicht mehr gibt, Buchstaben, die von einer Geschichte erzählen, aus der es kein Entrinnen, kein Entkommen und kein Zurück mehr gibt.

Für niemanden

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· Ђ·ЖФЭ · Zögernd schweifst du mit deinen Gedanken über diesen schwarzen Spiegel. Du betrachtest die Sterne, die darin schimmern und folgst den Buchstaben, in denen sie sich verlieren. Die Schrift ist feurig und funkelt. Du gleitest mit deinen Händen darüber. Du spürst die nackte Glut darin pulsieren und stellst dir vor, was dich erwartet, wenn du diesen Durchgang öffnest und an diesem Karussell zu drehen beginnst. Du öffnest das Tor und sie beginnt zu lodern in dir, die schwarze Flamme des Nichts.

Eine schwarze Flamme im Nichts

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· Ђ·ЖФΩ · Meine Worte brennen sich jetzt wie ein gieriges, wütendes Feuer tief hinein in deinen Verstand und vernichten alles, was du bereits einmal gedacht, aber niemals verwirklicht hast.

Was du niemals verwirklichen wirst

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· Ђ·ЖФБ · Sie fressen dich innerlich auf, zerstören dein Bewusstsein, verbrennen deine Seele, vernichten deinen Verstand, bis nichts mehr von dir übrig bleibt, nichts mehr übrig bleibt von dem, was dich ausgemacht hat, was dich zu dem gemacht hat, was du nicht bist, nicht einmal mehr diese Zeichen und Symbole aus der Phantasie des Nie.

Die Phantasie des Nie

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· Ђ·ЖФЛ · Auf einen Schlag verwandeln sich deine leeren Vorstellungen, deine schwarzen Gedanken und deine schweren Erinnerungen in ein Flammenmeer.

Ein Funke Ewigkeit

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· Ђ·ЖФЩ · Nein. Du warst hier noch nie, erinnerst dich an nichts, nicht viel. Denn das Feuer, das tief in deinem Innern getobt hat, hat rücksichtslos alles in dir verbrannt, vernichtet und zerstört, alles, was du jemals gewesen bist, bis nichts mehr übrig geblieben ist von dem, was du dir einmal vorgestellt hast zu sein. Nicht einmal mehr deine Phantasie, deine einzigartige, einmalige, finstere, dunkle, schwarze Phantasie.

Phantasma Numquam







Phantasma Numquam

· ФФ·Ω ·

Die Phantasie des Nie

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· ЂЂ·ЊЛЧ·Ф · So machte ich mich auf die Suche nach der Wahrheit. Ich suchte tief in meiner Vergangenheit, ich suchte nach meiner Herkunft, meiner Heimat, meiner Familie, meiner Kriegerfamilie, aber keiner hier kam aus Nirgendwann.


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· ЂЂ·ЊЛЧ·Ђ · Niemand kannte die fabelhaften, geheimnisvollen und sagenumwobenen Kriegergeschichten, diese Zeilen, die keiner jemals verfasst hat. Sie hatten hier noch nie von mir gehört. Von dieser Nachricht, die du jetzt liest. Diese Nachricht, die du einst selbst erfunden und verfasst hast, existierte hier nicht mehr, weil du sie damals den Toten hinterlassen hast. Aber die Toten haben sie für sich behalten. Sie haben sie niemals verstanden, sie haben sie nie jemandem verraten.

Niemals

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· ЂЂ·ЊЛЭ · Ganz egal, an wen ich mich wandte, keiner hier lebte in meinem Traum, nichts zu sein, niemand zu sein, ein leeres Grab in meinem leeren Friedhof zu sein. Ich suchte sie vergebens, diese Wahrheit der Toten. Eine Wahrheit, an die niemand mehr glaubte, an die sich niemand mehr zu erinnern und die sich niemand mehr vorzustellen wagte. Keiner kam aus meiner Welt. Hier war mein Spiegel noch leer, genauso leer wie das Nichts.

Mein wahres Geheimnis

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· ЂЂ·ЊЛБ · All diese Buchstaben standen damals noch nirgends geschrieben, die Botschaft der Toten existierte nicht mehr. Es gab hier nicht einmal mehr einen Krieger, der mich genau das lehrte, was ich dir jetzt offenbare.

Ohne Erfolg

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· ЂЂ·ЊЩБ · Nein. Diese Kriegergeschichte war damals nicht lebendig. Sie existierte nicht in Wirklichkeit, doch wünschte ich mir dieses Grabmal so sehr, dass ich hoffte, jemand anderes würde es für mich beschriften, jemand wie du. Und weil es dich hier noch nie gegeben hat, weil es hier noch nie jemanden wie dich gegeben hat, jemand, der mir etwas über die Geschichte meiner Krieger und Kriegergeister hätte berichten wollen, begab ich mich selbst auf die andere Seite meiner Phantasie.

Im Spiegelland

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· Б·ФЖЛ · Da begegnete ich zum ersten Mal den fertigen Kriegergeschichten. Hier stand meine Wahrheit beschrieben. Eine Wahrheit, an die niemand glaubte. Eine Wahrheit, von der nie jemand wusste, denn diese Wahrheit war nicht wirklich, war nicht echt, war nicht ich, war nicht wahr.

Veritas Mortuorum