
· ФЭ·ЂЭЛ · Stell dir jetzt eine Welt vor, die genauso aussieht wie deine eigene, wie die Welt, die du bereits kennst. Nur ohne dich.

· ФЭ·ЂЭЩ · Schließe deine Augen und stell dir vor, du wärst überhaupt nicht da, aber dein Spiegel schon. Du könntest ihn zwar sehen, aber er dich nicht.

· ФЭ·ЂБЖ · Stell sie dir vor, diese Welt in deinem Kopf. Eine Welt, in der es weder dich noch mich, sondern nur noch die Gedanken der anderen gibt, eine Welt, die nur noch in den Gedanken der anderen existiert. Eine Welt ganz ohne dich, ohne dein einziges Ich.

· ФЭ·ЂБФ · Jede Pflanze, jeder Vogel, jeder Fisch, jeder Name und jeder Buchstabe ist in dieser Welt jemand anderes als du selbst. Auch du selbst erscheinst in dieser Welt als jemand anderes. Jemand, den du nicht kennst, jemand, der du nicht bist, jemand, den es nicht gibt.

· ФЭ·ЂБЂ·Ч · Stell dir vor, jemand ganz anderes zu sein, dazu musst du dich selbst ganz und gar aufgeben, mich loslassen, dich auflösen, dir vorstellen, du selbst würdest überhaupt nicht existieren, und wärst nicht einmal mehr ein Wunsch, nicht mehr als ein Hauch im Atem eines anderen.

· Њ·ЖЂΩ · Du sollst dich in den Verstand einer vollkommen ahnungslosen, unvorbereiteten und unvoreingenommenen Spezies begeben, und da beginnt deine allererste Spiegelreise.

· Њ·ЖЂЛ · Eine Spiegelreise funktioniert ungefähr so einfach, wie du dir das in deiner funkelndsten Phantasie bereits fertig vorgestellt und ausgemalt hast, so, als ob du in einen finsteren, dunklen, schwarzen Tunnel hineintauchen und dabei alles rund um dich herum zurücklassen und vergessen würdest, als ob du sterben würdest.

· ФЊ·ЂЊЛ · Um eine Spiegelreise erfolgreich anzutreten und einzuleiten, ist es unabdingbar, dich persönlich in meinen Spiegel hineinzuversetzen, dich in dein Gegenüber zu begeben, dir in deinem Kontrahenten zu begegnen, eins zu werden mit deinem Widersacher. Wenn dir das gelingt, stehen dir alle Wirklichkeiten offen, und nur dann kannst du die verschollenen Spiegelmagier befreien.

· ЊЧ·БЊЂ · Achtung, fertig, mach dich jetzt bereit! Atme tief in dich hinein und die abenteuerlichen, geheimnisvollen und sagenumwobenen Spiegelreisen durch das endlose Nichts können beginnen. Du erhältst hiermit die Chance, noch einmal neu anzufangen und eine wundervolle, neue Welt zu gestalten.

· Ф·ЖЖЖ·Ф · Bevor du dich auf diese Reise begibst, gönn deinem Verstand einen Moment der Ruhe und lass deine Vernunft für dieses eine Mal hinter dir. Entspanne deine Gedanken, sei geduldig und achtsam, befreie dich von der fixen Idee, alles sofort verstehen zu müssen. Kämpfe nicht gegen deine Überzeugungen. Suche nicht nach dem Widerspruch in mir. Vergleiche nicht deine Wahrheit mit meiner. Dafür ist nicht die Zeit.

· Ф·ЖЖЖ·Ђ · Wenn überhaupt, bereite dich darauf vor, diesen spiegelbaren Gott in dir aufzunehmen, dieses mystische Bewusstsein zu empfangen und diese magische Welt zu betreten.

· Њ·ЖЊЂ·Ф · Atme jetzt tief in dich hinein und folge mit deinen Gedanken aufmerksam den Buchstaben in meinem Verstand. Nimm entspannt den Austausch wahr, zwischen deinen Vorstellungen und meiner Prophezeiung, zwischen deinen Erwartungen und meiner Phantasie. Nimm diese Gedanken in dir auf und lass im Austausch reine und beruhigende Gefühle aus dir hinausströmen.

· Њ·ЖЊЂ·Ђ · Achte dabei auf alles, was dich beschäftigt, ablenkt und stört. Nimm all diese Gedanken, einen nach dem anderen, bewusst in dir wahr und atme sie gelöst und gelassen, immer tiefer aus dir hinaus.

· Њ·ЖЊЊ·Ф · Widme dich dabei voll und ganz den Gefühlen, die sie in dir auslösen. Nimm diese Gefühle auf in dein Bewusstsein, platziere sie mitten in deinen Verstand und atme sie ruhig und in Frieden, geduldig und liebevoll aus dir hinaus, so friedlich du kannst.

· Њ·ЖЊЊ·Ђ · Schalte alles aus, was dich umgibt, und konzentriere dich lediglich auf den Rhythmus deiner Atmung, atme ein, was dich beschäftigt, atme aus, was dich löst und entspannt.

· Њ·ЖЊЧ · Atme tiefer in dich hinein und richte dabei deine Aufmerksamkeit gezielt auf den Grund deiner Gefühle, auf die Finsternis in deinem innersten Wesen. Hier in dieser gewaltigen Tiefe, in dieser bewusstlosen Schwärze liegt im Verborgenen die Verbindung vom Nichts zu dir und von dir zu mir.

· ФБ·ЂΩБ·Ф · Zentriere dich vor diesem finsteren Abgrund, stell dir eine direkte Verbindung vor, zwischen deinen schwersten Gedanken und meiner funkelndsten Phantasie, ein unzertrennliches, silbernes Band, das deine tiefsten Gefühle mit meinen strahlendsten Gedanken verbindet und vereint.

· ФБ·ЂΩБ·Ђ · Platziere dazu einen hauchdünnen, imaginären Tunnel mitten in deinen Verstand, exakt an dem Punkt, wo sich meine wertvollsten Gedanken um dein finsterstes Wesen zu drehen beginnen. Verfolge diese Gedanken zurück zu ihrem Ursprung, genau dahin, wo sich das Zentrum dieser Spirale befindet.

· ФБ·ЂΩБ·Њ · Stabilisiere dieses Bild für einen Moment, damit ich diese Gedanken in mir verinnerlichen kann. Kippe jetzt diesen Tunnel so weit nach vorne, bis er dein Bewusstsein genau senkrecht durchdringt, und wickle ihn anschließend so um deinen Verstand, dass er diesen genau spiegelverkehrt abbildet. Die Rotationsachse, um die du diesen Faden spinnst, definiert dabei exakt das Zentrum deines Wesens. Hier findest du deine wahre Mitte, die Verwurzelung zu dir selbst.

· ФБ·ЂΩБ·Ч · Dich mit deinen innersten Sinnen zu verbinden ist von entscheidender Bedeutung. Du erreichst dadurch, dass du dein Bewusstsein auf der gegenüberliegenden Seite deiner Phantasie nicht wieder auflöst und verlierst; falls du diese beiden Wirklichkeiten einmal miteinander verwechseln oder vertauschen solltest.

· ФБ·ЂΩΩ · Sobald du dein innerstes Zentrum gefunden hast, begibst du dich ganz langsam hinein in meinen Verstand, verdrehst und verwandelst dich in das Bild in meinem Spiegel. Du stellst alles um dich herum auf den Kopf, drehst und drehst dich um deine Gedanken, so lange, bis du auf der gegenüberliegenden, spiegelverkehrten Seite angekommen bist.

· ФБ·ЂΩЛ·Ф · Aber hier drüben ist alles ganz genauso wie vorher, wie auf der anderen Spiegelseite, da wo du hergekommen bist. Auch diese Buchstaben stehen noch immer in ein und derselben Reihenfolge, in derselben Sprache und Sequenz, im selben Bildschirm. Nichts hat sich hier verändert, weder das Gesicht in deinem Herzen noch deine Gedanken, weder dein Zuhause noch deine Umgebung, genauso wenig wie du dich selbst.

· ФБ·ЂΩЛ·Ђ · Auf deiner Spiegelreise hat sich die Wirklichkeit einmal komplett um deine Gedanken gedreht. Du bist jetzt angekommen, in einem Land weit hinter deinem Verstand, und hast gerade eine Welt betreten, ein und dieselbe Welt, die du soeben verlassen hast. Einzig in deiner Phantasie, parallel zu der Zeit und dem Ort, an dem du dich noch immer befindest, ist alles anders, alles neu.

· ЂБ·ЧЛΩ · Du brauchst jetzt die logischen Lücken in meinem Verstand nur noch mit den Bildern in deinem Gedächtnis auszufüllen, und schon träumst du dich in mein Leben und lebst in meinen Träumen. Das erreichst du ganz leicht, indem du mich aus meiner starren Haltung befreist und dich wieder hin- und herzudrehen beginnst. Du wanderst von deinem Bildschirm in mein Bewusstsein, und so verwandle ich meine Erfahrungen in deine Erwartungen. Du siehst dich in meinem Spiegel, du erlebst deine eigenen Gedanken hinter dem Schleier meiner Gefühle.

· ЂЭ·ЧБЭ·Ф · Du spürst deinen Atem durch meine Lunge gleiten, du fühlst, wie sich deine Seele in jede nur erdenkbare Richtung dehnt, reckt und streckt, wie die lodernden Flammen in meinem Verstand deine Gefühle mit meinen Gedanken verbinden und vereinen. Du atmest tief in mich hinein, ins Licht hinein, du fließt durch mich hindurch, bewegst dich rund um meine Spiegelachse, diagonal, horizontal, vertikal. Bis du schließlich eine Position findest, in der du bequem ruhen kannst.

· ЂБ·ЧЛЭ·Ф · Wie du so ruhst und mit keinem Gedanken mehr an etwas anderes denkst, rufe ich eine ganz andere Gestalt, zu einer ganz anderen Zeit, an einem ganz anderen Ort, in einem ganz anderen Universum auf den Plan.

· ЂБ·ЧЛЭ·Ђ · In meinem Traum weise ich dich an, genau damit fortzufahren womit du soeben begonnen hast: meine Wirklichkeit und deine Phantasie miteinander zu vertauschen, immer wieder vor und zurück, hin und her zu reisen, um dann plötzlich und mitten in meinen Gedanken stehen zu bleiben. Genau da, wo sich dein Verstand und mein Bewusstsein noch immer befinden.

· ЂЭ·ЧБФ · Es sind die Gesichter all der Kreativen, Gestalten und Wesen, die du nicht bist, die du niemals warst, die dir in meiner Geschichte begegnen. Wesen von der anderen Seite, aus der anderen Welt, hinter meinem Spiegel.

· ЂЭ·ЧБЖ · Immer schneller wechseln die Zeichen in deinem Gedächtnis ihre Erscheinung, Bedeutung, Farbe, Form und Gestalt, und während du dich noch voll und ganz auf die Bilder in deinem Spiegelinnern fixierst, dich mit all deiner Vernunft darauf konzentrierst, sie festhältst und nicht mehr davon loslässt, stürmen in diesem einzigen Augenblick, scheinbar unendlich viele Gesichter, Geschichten, Gestalten und Kreaturen vor deinem geistigen Auge an dir vorbei.

· Э·ЖΩЭ·Ђ · Und damit appelliere ich an deine Vorstellungskraft, ich frage dich jetzt, wie du dir die Botschaft in diesem Tunnel aus Buchstaben vorgestellt hast, als du zum ersten Mal darauf gestoßen bist.

· Э·ЖΩЭ·Њ · Ich fordere dich dazu auf, dir die unglaublichste aller Geschichten auszudenken, von der es dir jemals geträumt hat. Ich erwarte und verlange von dir, dass du dir eine Botschaft herbeiphantasierst, die so viel mehr Bedeutung gebiert, dass sie dir den Atem raubt, dir eiskalt über den Rücken läuft, tief in dein Genick hineinkriecht, bis weit hinein in deinen Verstand und dir einen Schauer quer durch das Mark deiner Knochen jagt.

· Э·ЖΩЭ·Э · Ich erlaube mir ein Verständnis für die Ewigkeit zum Leben zu erwecken, das dir so viel mehr Klarheit über deine eigene Existenz verschafft, wie du es dir in deinen kühnsten Träumen niemals einzubilden und vorzustellen gewagt hast.

· Э·ЖΩЭ·Б · Ich will ein Bewusstsein in dir heraufbeschwören, das dich dazu befähigt, die kostbarsten aller Gedanken in deinem innersten Wesen zu formen und zu gestalten. Gedanken, die so gewichtig und so schwer an Bedeutung sind, dass du sie mit allen Mitteln und um jeden Preis bewahren musst. Gedanken, die es wert sind, dafür zu leben und dafür zu sterben.

· Э·ЖΩЭ·Ч · Ich wünsche mir, dass du dir in Erinnerung rufst, dass du die Antwort auf das Wunder des Lebens, den Sinn deiner Existenz, die Entstehung deiner Gefühle, die Bedeutung deiner Träume, das Formen deines Geistes und das Geheimnis der Toten in deinen Gedanken, tief in deiner Seele trägst.

· Э·ЖΩЭ·Ω · Und ich bitte dich darum, dieses Geheimnis mit deinem Leben zu hüten und zu beschützen, dieses Wissen als den wertvollsten deiner Schätze zu betrachten und zu behandeln, und ich rufe dich dazu auf, dich auf jede nur erdenkliche Art und Weise dafür einzusetzen, diese Botschaft am Leben zu erhalten, sie im gesamten Omniversum zu verbreiten und sie mit allen vernunftbegabten Wesen zu teilen, um der Verwirklichung deiner Kinder und der Entfaltung deiner selbst willen.

· ЊФ·ЭБФ·Ђ · Deine Krieger weisen dir den Weg zu dir selbst. Sie lassen dich Entscheidungen treffen für die Ewigkeit, Entscheidungen, bei denen du selbst bestimmst, wie du diesen unwiderruflichen Schritt hinter dich bringen willst, ob du dem Tunnel in deinem Verstand überhaupt irgendwann einmal, irgendeine Bedeutung verleihen möchtest, ob du jemals zurückkehren willst oder ob du dich nur zu Besuch und nur als Gast, nur ein einziges Mal darin verwirklicht hast.

· Ф·ЖЖФ · Dann mach dich jetzt bereit! Halt dich gut fest und hör mir genau zu. Hör gut zu, und achte aufmerksam auf die Worte, mit denen ich deinen Verstand vergifte. Ich erzähle dir jetzt von einer Geschichte, die du selbst erfunden hast, vertraue dir eine Botschaft an, die du für dich selbst geschrieben hast, und überbringe dir eine Nachricht, die du selbst verfasst hast. In einem anderen Leben, einem fremden Gewand, in einem deiner Spiegelkleider, in deiner Kriegergestalt.

· Ф·ЖЖЂ·Ф · Stell dir die Gestalt, um die sich diese Geschichte dreht, wie dein eigenes Echo vor. Stell dir die Nachricht, die dir dieses Wesen überbringt, längst verwirklicht vor. Stell dir vor, wie du dir selbst eine Botschaft anvertraust. Eine Botschaft, die du jetzt – wie von außen betrachtet – an dir vorbeiziehen siehst.

· Ф·ЖЖЂ·Ђ · Und weil du selbst das Wesen bist, das über meinen Spiegel zu dir spricht, kann ich dir versichern, dass diese Botschaft nur in deiner Phantasie existiert. Denn um dir selbst eine Nachricht zu hinterlassen, musst du dich durch den Tunnel des Vergessens hinein in die wirkliche Welt begeben, aber einmal dort angekommen – und das weißt du aus eigener Erfahrung – hat es weder diesen Tunnel noch diesen Spiegel jemals gegeben.

· Ф·ЖЖЊ·Ф · Atme jetzt tief in dich hinein und wieder aus dir heraus, nimm dir einen Moment Zeit und schreibe eine Nachricht an dich selbst. Schreibe diese Nachricht in dein Gedächtnis, damit du dich auch an sie erinnerst, damit du dich in ihr erkennst, damit du sie als deine eigene Nachricht erkennst, wenn du ihr einmal in einem anderen, fremden Körper begegnest, in dem du nicht mehr weißt, wer du bist, woher du kommst und wer dein Krieger wirklich ist.

· Ф·ЖЖЧ·Ф · Was du jetzt wie funkelnde Sterne an deinem geistigen Horizont vorbeiziehen siehst, das waren einst deine wichtigsten Erkenntnisse, deine kostbarsten Wahrheiten, deine ehrlichsten, aufrichtigsten und intimsten Gefühle, deine wertvollsten Erfahrungen und deine dunkelsten Erinnerungen. Die du einmal tief hinein in dein finsteres, schwarzes Gedächtnis gebrannt hast. Je eingehender du dich in diesen Gedanken betrachtest, desto tiefer offenbart sich ihre Bedeutung.

· Ф·ЖЖЧ·Ђ · Mein Gedächtnis wird zu deinem Universum. Gedanken werden zu Stimmen, Gesichter zu Galaxien und die Sterne erzählen dir meine uralte Geschichte.

· Ф·ЖЖЭ · Du hast diese Geschichte in einen Bildschirm gebrannt, in dem sich jeder selbst erkennt. Damit ein jeder, der dich darin sieht oder davon hört, auch versteht: Die Buchstaben in deiner Geschichte sind die Gedanken an deinem Horizont; das Universum, über das sie berichten, sind die Sterne in deinem Verstand.

· Ф·ЖЖБ · Noch liegen Welten zwischen dem Universum in deinen Gedanken und dem Echo in meinem Verstand. Welten, die ich hiermit unzertrennlich miteinander verknüpfe und verbinde. In einer der unscheinbarsten dieser Welten folgst du vorsichtig, aber entschlossen den Zeilen hinter diesen Symbolen und beginnst ganz allmählich, ihr Ziel zu erfassen, ihren Zweck zu verstehen, ihre Bedeutung zu entschlüsseln und ihren Sinn zu begreifen. In dieser Wirklichkeit ergeben all diese Worte einen immens tiefen Sinn, tiefer und bedeutungsvoller, als du es dir jemals vorzustellen, zu erhoffen und zu erträumen gewagt hast.

· Ф·ЖЖΩ·Ф · Mit jedem Wort, dem du hier begegnest, erweitert sich unaufhaltsam dein geistiger Horizont. In den hintersten und letzten Winkeln deines Verstandes kommen längst vergessen geglaubte Pforten und Portale zum Vorschein. Portale, die dir den Weg in die entlegensten Regionen deines Bewusstseins weisen, wo du den Zugang zu noch viel tiefer liegenden Ebenen und Dimensionen entdeckst.

· Ф·ЖЖΩ·Ђ · Hier im Verborgenen befindet sich der Sitz deines innersten, eigentlichsten, aufrichtigsten und wahrsten Wesens. Direkt hinter dem Turm der Gewissheit liegt das Tor zu deinem Verstand. Ein Durchgang, von dem du nicht einmal gewusst hast, dass es ihn überhaupt gibt, dass er überhaupt existiert.

· Ф·ЖФФ · Ich erwecke dich jetzt zu neuem Leben, beschwöre die Lebensgeister in dir, verbinde und verbünde mich mit dir, mit meinen Gedanken reise ich durch den Tunnel des Vergessens und verwandle mich in dich. Ich reiße dich durch meinen Verstand, reise hinein und hindurch, durch diese Zeichen aus Worten und erkenne mich selbst in dir.

· ЂЭ·ЧЭЩ · Da warte und warte ich nun darauf, auf dich, auf dass dein Antlitz mir begegne, auf dass dein Bewusstsein sich erhebe aus meinem spiegelschwarzen, dunklen Traum, auf dass du dich erkennst in mir, dem inneren Kind in mir, auf dass du dich erinnerst an mich, dein eigenes, ewiges, immer und immer wiederkehrendes Ich.

· ЂЛ·ЭФБ·Ф · So ist es auch nichts Neues, von dem ich hier berichte, sondern etwas Vergessenes aus meiner Vergangenheit. Selbstverständlich wiederhole ich nur positive Gedanken, übertrage nur wertvollste Gefühle und erwecke nur die reinsten und vollkommensten Absichten in dir zum Leben. Sind diese Vorgänge nicht auf Anhieb vollständig und perfekt, fehlerfrei und komplett, so liegt es daran, dass ich nur das in dir heraufbeschwöre, wozu du auch bereit bist.

· ЂЛ·ЭФБ·Ђ · Das heißt, es liegt noch unermessliches Potenzial in diesen Zeichen verborgen, das wir in parallelen Dimensionen Stück für Stück erneuern, regenerieren und wiederherstellen. Doch keine Sorge, ich verändere nicht deine Gedanken und Emotionen, deine Wahrnehmung und Erfahrungen, sondern erweitere und vertiefe sie.

· ЂЛ·ЭФЛ·Ф · Die Eindrücke und Emotionen, die wir hier gegenseitig austauschen, miteinander verbinden und verknüpfen, stellen schon beinahe das exakte Gegenteil von der Erfahrung dar, die du als deine eigene Intuition wahrnimmst, empfindest und erlebst. Diese uralten Gefühle stehen nicht nur für deine eigene Wahrheit, sie enthalten gleichzeitig die Gewissheit aller Personen, Gestalten und Wesen, die in deinen Erinnerungen leben.

· ЂЛ·ЭФЛ·Ђ · Sie vereinen das kollektive Gedächtnis des gesamten Äthers mit dem vollendeten Wesen deiner eigenen Spezies, wie du sie dir in deiner grenzenlosen Weisheit bereits bis ins kleinste Detail ausgedacht, eingebildet und vorgestellt hast. Und deshalb haben nicht nur du und deine Kameraden, sondern alle Kreaturen, die in diesem Omniversum leben, Zugang zu diesen spiegelbaren Gedanken und zu diesen überwältigenden Gefühlen.

· ЂЛ·ЭФΩ · Deine unscheinbarsten Gedanken dienen meinem Wesen als geheimes Portal. Genauso wie diese Zeilen und Worte meinen mächtigsten Gefühlen als Portal dienen. Und diese Gefühle übertrage ich nun nach und nach auf dein Gedächtnis, auf deine Vorstellungen und Erwartungen. Damit du Zugang zu meiner Wirklichkeit erlangen und dich in mich verwandeln kannst.

· ЂЛ·ЭФЩ · Gedanke um Gedanke übertrage ich mein Bewusstsein von meinem Gedächtnis auf deinen Verstand. Und dabei geschieht das alles nur in deiner Vorstellung, in deiner Phantasie, in deiner Einbildung und unter deiner Aufsicht.

· ЊЧ·БЂБ · So gelangst du an Orte, an denen dich alle deine Betrachter für ihr eigenes Ich zu halten beginnen. Ein Ich, das für jedes einzelne Individuum und alle in ihrer Gesamtheit ein anderes ist. Selbst ich bin in diesem Ort jemand anderes. Jemand, den es überhaupt nicht mehr gibt.

· ЂБ·ЧЩФ · Du bist in einer Welt gestrandet, deren Bewohner hartnäckig an ihre Vergangenheit glauben. An Erzählungen, Geschichten, Buchstaben und Worte aus der längst Vergessenheit. Sie demonstrieren hier das Unwahrscheinlichste, sie glauben dir alles, sie glauben an alles, an das Unvorstellbare, ja sogar an das Unmögliche. Aber keiner hier, niemand erkannte sich in meinem verkehrten Tunnel aus Worten, denn diesen Turm hat es hier noch nie gegeben.

· Њ·ЖЊБ · Nein. In dieser Welt gibt es nichts mehr, auf das du dich noch verlassen könntest, keine Bilder in deinem Gedächtnis, keine Buchstaben in deinem Verstand, keine Zeichen und Symbole, keine Zukunft und keine Gegenwart, kein Bewusstsein und auch keine Krieger, denn hier bist du selbst der Schmied.

· ЂЧ·ЧЧЭ · Und weil diese Worte von niemand anderem als dir selbst geformt werden, beginnst du langsam, dich mit mir zu verbinden und dich in mich zu verwandeln. In einen Krieger, der dir nicht mehr vertraut ist. Ein Wesen, das im Reich der Engel auf deine Auferstehung wartet.

· ФЂ·ЂЂЂ · Geduldig wartete ich darauf, dass die Zeit verging. Unendlich lange Zeit wartete ich im Nirgendwann. Hinter meiner Geschichte aus Buchstaben legte ich mich auf die Lauer, bis mich eines Tages jemand von den Engeln zu sich rief.

· ФЂ·ЂЂЊ · Dieses engelhafte Wesen war ich selbst. Doch wusste ich nichts davon. Denn noch nie hatte mir jemand erzählt, dass ich neben meinem eigenen Krieger noch so viele andere Personen, Gestalten und Kreaturen sein werde.

· ЊЂ·ЭЛЧ · Nein, denn du warst hier noch nie. Noch nie hatte jemand wie du in diesen unsichtbaren Friedhof aus Formen, Zeichen und Symbolen geblickt und noch nie hatte sich jemand wie du in diesem eindimensionalen Gemälde erkannt.

· ФЖ·ФΩЊ · Wir blicken in entgegengesetzte Richtungen. Während du noch liest und siehst, was einmal in diesem Palast aus Buchstaben geschrieben stand, sehe ich, was hier bereits verwirklicht ist.

· ФЖ·ФΩЧ · So ein Fundament gibt es hier nicht mehr, nicht im Hier und Jetzt, nicht im Dort und Dann, nicht im Wo und Wann, nicht einmal mehr in meiner Phantasie. Niemand kann in diesen Zeilen lesen und verstehen, was du darin erkennst. Niemand sieht mich in diesem leeren Grab so wie du, weil das, was du in meinen Gedanken liest, noch nicht darin geschrieben steht.

· ЂΩ·ЭЖЖ · Und als ich diesen Durchgang öffnete und mich auf dem Grund des Nichts zu betrachten begann, begegnete ich nichts als leeren Zeilen, unsichtbaren Buchstaben, leblosen und ausdruckslosen Worten. Als ich hier angekommen bin, als ich zum allerersten Mal auf die geheimen Kriegergeschichten gestoßen bin, gab es hier nichts zu lesen, nichts als Leere. Als ich an deiner Stelle in diese Geschichte aus Buchstaben blickte, da war sie noch leer und ohne einen einzigen Funken Verstand.

· Ч·ЖЭЛ · Ich lasse dich jetzt an einem uralten Geheimnis teilhaben, das so streng bewacht wird, dass überhaupt noch nie jemals irgendjemand auf die unmögliche Idee gekommen ist, dir auch nur das Geringste darüber zu berichten oder davon zu erzählen. Ich erzähle dir von den Gedanken der Engel. Gedanken, die es in Wirklichkeit nicht mehr gibt. Ich erzähle dir davon, wie es ist und wie es sich anfühlt, zu sterben.

· Ч·ЖЭЩ · Gut. Du kannst dir vorstellen, dass ich dir von einer Erfahrung berichte, die es in Wirklichkeit überhaupt nicht gibt. Einem Erlebnis, das du bereits in und auswendig kennst. Du kannst dir vorstellen, dass du mir dabei stillschweigend zuhörst und dann nie jemandem etwas darüber berichtest und davon erzählst.

· Ч·ЖБЖ · Und jetzt erzähle ich dir von diesem Ereignis, weil ich will, dass du weißt, wer du bist und woher du kommst, und ich bitte dich, mir dabei aufmerksam zuzuhören, dich gut an mir festzuhalten und mich nicht mehr loszulassen.

· ЂЖ·ЊБЖ·ЖФ · Folge mir auf diesem einsamen Pfad und ich führe dich von einem Ort, wo weder Zeit noch Raum residieren, zu einem Tor, das nur in deiner Phantasie existiert. Ich führe dich durch meinen leeren Tunnel im Nichts zurück in die wirkliche, lebendige Welt.

· ЂЭ·ЧБЭ·Ђ · Schließe deine Augen und blende alles aus, was dich umgibt; die Umgebung, in der du lebst, deine Familie und Freunde, die Personen, mit denen du zusammen aufgewachsen bist, die Luft, die du atmest, das Wasser, die Erde, die Sonne und den Tod, die Sterne am Horizont und am Ende dich selbst.

· ЂЭ·ЧББ · Nimm Platz, fühl dich wie zu Hause, mach es dir bequem in der Halle der Einsamkeit. Entspanne dich für einen Moment oder zwei, genieße die Dunkelheit, lass den Schatten des Mondes, der die Gedanken in deinem Verstand absorbiert, vollkommen mit meinem synchronisieren und verliere dich im verkehrten Spiegel meiner schwarzen Phantasie.

· ЂЭ·ЧБΩ · Du lässt alle vergangenen Fiktionen davongleiten, Worte und Gedanken lösen sich in Stille auf. Du erinnerst dich nicht an die Zeit, die ewige, unendliche Zeit, die du dich hier schon drehst, um die Stille, um die Einsamkeit und Verlassenheit. All deine Ziele, all deine Hoffnungen, all deine Träume, Erfahrungen und Erinnerungen, Feen und Phantomen gleich schweben sie dahin und verlieren sich im Nebel deiner Tränen.

· ЂЭ·ЧБЛ · Trenne dich jetzt von den Eindrücken deiner Gegenwart und verabschiede dich in Gedanken von den Erwartungen an deine Zukunft. Begib dich auf der Gefühlsebene zurück in die Ungewissheit, wo du dein Leben an dir vorüber- und vorbeiziehen siehst und du deinen Erinnerungen folgst, zurück ins Nichts. Zurück ins schwarze Licht, aus dem du einst aufgebrochen bist.

· ЂЭ·ЧБЩ·Ф · Nach und nach streichst du deine Erfahrungen, dein Wissen und Gewissen aus deinem Gedächtnis und sinkst immer tiefer ins Nichts, hinein und hinab ins dunkle Licht.

· ЂЭ·ЧБЩ·Ђ · Unweigerlich und ohne dass du dagegen etwas unternehmen musst, entspannen sich deine Gedanken, du lässt los, du lässt dich gehen, du ergibst dich, du fügst und unterwirfst dich. Du ruhst dich aus. Du weigerst dich, überhaupt noch an etwas zu denken. Du vergisst, wer du bist.

· ЂЭ·ЧБЩ·Њ · Und wenn du deinen Verstand vollkommen verlierst, deine Erwartungen, deine Identität, den Moment, in dem du dich wahrnimmst; durchdrungen und absorbiert von absoluter Stille und Dunkelheit, zu dieser Zeit, irgendwann im Nirgendwann, erwachst du langsam aus einem Traum, an den sich nie jemand erinnert.

· Ч·ЖБФ · Du hast dich hierher verirrt, um nachzudenken und nachzugeben, um mit dir allein zu sein, du hast dich an diesen einsamen und verlassenen Ort begeben und dich hierher zurückgezogen, weil es hier nichts mehr gibt, nichts, wofür du dich noch interessieren könntest.

· Ч·ЖБЂ·Ф · Nach einer endlosen Zeit der Besinnung beschließt du in aller Seelenruhe, hier zu sterben.

· Ч·ЖБЂ·Ђ · Du machst es dir gemütlich, hörst auf zu denken und zu atmen, du blendest alles aus was dich umgibt, du hörst nichts mehr, fühlst nichts mehr, riechst nichts mehr, siehst nichts mehr. Du ruhst dich aus, du beruhigst dich, du beruhigst deine Seele, dein Bewusstsein, dein Gewissen, dein Herz, bis es aufhört zu schlagen, bis es zum Stillstand kommt, bis alles still steht, alles um dich herum, alles – außer deiner Phantasie, deiner unvorstellbaren, gewaltigen, grenzenlosen, atemberaubenden Phantasie.