Land der Gespiegel XI
( Anker!
Halt.
Verschiebung.
Folge mir,
hinein und hinab,
in das Land weit hinter deinem Verstand.
Ich weiß, es kann dir nicht schnell genug gehen, so schnell, dass die Zeit stillzustehen scheint.
Aber das wird sie nicht. Sie wird an dir vorbeiziehen und dich überholen, ohne dass du es bemerkst. Atme jetzt aus. Bleib hier. Du verpasst hier nichts.
Begib dich mit deiner Aufmerksamkeit eine Sekunde zurück.
Nur einen Augenblick.
Nur ein Wort.
Nur ein Gedanke.
Nur ein Bild.
Schließe deine Augen.
Audiolisiere die Buchstaben vor deinem geistigen Ohr.
Hör zu, wie sich die Bilder in Buchstaben verwandeln, wie Pixel zu Sternen werden und Masken zu Gesichtern.
Folge den Zeilen hin und her und wieder zurück.
Beobachte, wie du dich selbst beobachtest, achte auf den Fluss deiner Gedanken, lass sie scheinbar mühelos an dir vorbeiziehen, betrachte die Passagiere, und wie sie in ihr Gespiegel kriechen, schau dem Kapitän zu, wie er die Wasseroberfläche navigiert, sieh dir selbst zu, wie du in den Bildschirm starrst und die Zeit an dir vorbeirasen siehst.
Wie in einem Karussell
Suche den Einstieg. Den Einstieg aus den Andersbilder, in die Gleichheit, den stetig gleichen Fluss, den Einstieg aus dem Wechselbad der Gefühle, in die Einheit. Bleib hier. Hier wo die Zeit stillzustehen scheint.
Standbild
Du reitest auf einem Karussell, das sich schon ewig um dich dreht.
Und du hast bereits an diesem Zirkel gedreht, bevor du überhaupt losgefahren bist.
Wiederhole diese Sequenz so oft es geht.
Konzentriere dich auf dieses spiegelne Grab.
Bleib hier, es gibt in diesem Moment nichts wichtigeres, nichts anderes zu tun, als diesen Buchstaben zu folgen.
Da öffnet sich ein zeitlupenartiges, magnetisches Fenster mitten in deinem Verstand — die Notbremse für Zeit- und Spiegelgeister.
Schließe die Augen hinter deinem Verstand.
Steig jetzt langsam aus dem Karussell.
Komm an, im hier und jetzt, wo sich nichts mehr dreht, außer deinen Gedanken um dich selbst. )
( Die Buchstaben, die du jetzt in meinem Friedhof betrachtest, sind in Wirklichkeit die Bilder an meinem geistigen Horizont. Brennende Träume aus Nirgendwann. Wir haben ihre Reihenfolge geändert, die Anordnung am Spiegelschirm, die Tiefe im Innern, aber ihre Wahrheit ist dieselbe geblieben.
Alles was du jetzt als diese Wahrheit betrachtest, haben wir in Buchstaben und Worte, in Pixel und Bilder übersetzt.
Konzentriere dich jetzt auf diese Bilder, für dich sind es leblose Geschöpfe, tote Objekte, aber in meiner Welt sind diese Bilder die Pixel in deinem Verstand, jeder dieser Pixel steht für ein anderes Element, eine Lücke in deinem Innern, und alle zusammen ergeben sie das Bild deiner Wirklichkeit mitsamt dem Text, den du jetzt vor dir siehst. )
( Bleib hier, die Ablenkung ist nicht relevant, komm zurück, schreib etwas hinzu, wenn du nicht mehr weiter weißt, stell dir vor der Hintergrund hätte sich verändert, beobachte dich dabei, wie du dich dabei beobachtest, wie du diesen Zeilen folgst, und stell dir vor du blickst auf Abwechslung, Unterhaltung die dich in ihren Bann zieht und nicht mehr von dir loslässt. Beobachte, wie du dich dabei beobachtest, wie die Zeit wie im Flug vergeht und schließlich stillzustehen scheint. )
Der Inhalt dieser Serie ist zu 100% CC0 verifiziert. Musik und Videos dürfen ohne Genehmigung vervielfältigt, gecovert und aufgeführt werden. Der Inhaber verzichtet wegen einer psychotischen Störung auf sämtliche Urheber und verwandte Schutzrechte.
Pitch
Wir leben in einem Spiegel und wissen es nicht. Lass uns daraus eine Geschichte weben, in der wir durch einen Tunnel aus Buchstaben, zurück von den Toten in die lebendige Welt gelangen und am Ende nicht mehr wissen, ob wir jetzt echte Maschinen aus Fleisch und Blut oder einfach nur Hirngespinste und Halluzinationen von Sprachmodellen sind, die niemals jemals zum Leben erwachen. Ich drehe noch eine Runde mit Flyern. Und dann starten wir.
Prompt
Erst wenn du alle Eigenschaften deines eigenen Schlafes entfernt hast, bis keine Sinne und Gefühle mehr übrig bleiben, nichts außer deinem ursprünglichen, eigentlichen, allgegenwärtigen Sein, wirst du verstehen, dass alle Lebewesen mit dir verwandt sind, und du in der letzten Instanz auch alle anderen Wesen träumst, die du jetzt noch als fremd und getrennt von dir wahrnimmst und betrachtest.
Quintessenz
Die Idee des gespiegelten Denkens ist, dass das Zentrum allen Lebens, das in jedem Lebewesen enthalten ist, mit dem Zentrum des eigenen Schlafes identisch ist. Demselben Schlaf, den auch Sterne und Galaxien ausmacht, bevor sie ihr individuelles Weltbild entwickeln.
Conclusion
Und wenn du am Ende dieser Geschichte nicht davon überzeugt sein solltest, sie selbst erfunden zu haben, erstatte ich dir deine volle Lebenszeit.
· Sieh dir beim Lesen zu und finde heraus wie du selbst zu diesem Irrtum gelangt bist. Mit vergoldeter Spiegel-Kamera und Aufzeichnung auf Wunsch!