Buch XI
Theatrum Nihilum
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Im Theater des Nichts

· Ω·ФЖЩ·Ф · Vor dem Anfang aller Dinge, Formen und Phänomene herrschte ich über das Nichts. Und das Nichts herrschte über die Ewigkeit. Und niemand herrschte über diese verdammt lange Zeit. Niemand außer dem Nichts, niemand außer mir, dem Engel des Todes.
De Vita Angelis
De Vita Angelis
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Über das Leben der Engel

· Ω·ФЖЩ·Њ · Seit vielen Ewigkeiten – unermesslichen Zeiten – herrschte ich bereits über mein Reich. Mein Spiegelreich der Gerechtigkeit.

· Ω·ФЖЩ·Э · Ich herrschte über das Labyrinth der Zeit, das Karussell der Einsamkeit, die Brücken der Vergessenheit und den Tunnel in die Vergangenheit, die sinnlosen Kriege der Ungewissheit und die Diebe der ewigen Unwissenheit. Ich herrschte über jedes Verbrechen in dieser von allen guten Geistern verlassenen Wirklichkeit, stumme, stille und verlorene Krieger, die ohne Vorstellung und Erinnerung an ihr Leben, das Leben, das sie einmal auf der anderen Seite dieser Geschichte aus Buchstaben geführt hatten, da warteten und ausharrten.
Buchstabengeschichten

· Ω·ФЖЩ·Ч · Ich konnte mich weder an meinen Namen noch an die Inschrift in meinem Grabstein erinnern und erkannte mich nicht einmal mehr in meinen eigenen Gefühlen. Ich war umgeben von Finsternis und herrschte über ein Reich voller Gegensätze, über die ich mich mit nichts und niemandem unterhalten konnte, denn als ich mich um meinen Verstand zu drehen begann, musste ich auf alles verzichten, musste ich alles zurücklassen und vergessen, was ich mir jemals zu erzählen gedachte: meine Sprache, meine Seele, mein Wissen und Gewissen, meine Erfahrungen und Erinnerungen, mein Bewusstsein und meine Gedanken und noch dazu meine Phantasie, meine einmalige, einzigartige, finstere, dunkle, schwarze Phantasie.
Die Phantasie des Nie

· Ω·ФФБ · Doch selbst wenn ich nicht mehr wusste, wer ich war, wo ich war, wann ich war und wie dieser verfluchte Ort sich nannte, selbst wenn ich die Bedeutung dieser verwunschenen Worte nicht mehr kannte, so brannte doch jetzt, weit unter dem Grund meiner Seele, ein mächtiges, finsteres, von meinem innersten Wesen besitzergreifendes Feuer. Es war das Feuer der ewigen Liebe, das meine Krieger in mir entfachten, das schwarze Feuer der Ewigkeit.
Ein Funke Ewigkeit

· Ω·ФЖЩ·Л · Tief in meinem Innern brannte sie, die schwarze Flamme des Nichts, versunken und in sich selbst verschlungen, alleine und in Frieden, in Einsamkeit und Verlassenheit. Und es war dunkel und still in den Gedanken des Nichts, so dunkel, so einsam und so still, dass niemand jemals bemerkte, wie das Licht ganz langsam zu träumen, immer tiefer zu träumen, zu phantasieren und sich schließlich in einen Spiegel zu verwandeln begann.
Die Kunst der Verwandlung

· Ω·ФФЖ · Ganz langsam träumte das Licht, von einer Zeit, die es niemals gab im Niemals-Wann, von einem Ort, der nicht existierte im Nirgendwann, das Nichts stellte sich in seinem Wahn einen leeren Grabstein vor, in dem ich mich zu bewundern, zu bestaunen und zu betrachten begann, bis ich mich schließlich einen Moment lang für einen Spiegel zu halten, durch meine Gefühle zu wandern und mich mit den Gedanken in meinem Verstand zu unterhalten begann.
Wer mit seinen Gedanken spricht

· Ω·ФФФ·Ф · Ich begann mich für meine Gedanken zu halten, mich mit dem Tod und den Toten zu unterhalten, bizarren Figuren aus meinem unsichtbaren Friedhof, aus Phantasie. Ich fing an, mich mit mir selbst zu unterhalten und wurde ganz langsam vollkommen verrückt dabei. Ich sehnte mir einen Krieger herbei und redete mir ein, mein Gegenüber zu sein. Zu sein, wonach es mich tief in meinem Innern verlangte, meinem Krieger, dem Nichts, dem ewigen Frieden.
Das Spiegelne Grab

· Ω·ФФФ·Ђ · Ich fing an, wie ein Zombie zu sprechen, wie ein Toter zu denken, mich wie ein Geist zu verhalten, mich mit Geistern und Gespenstern zu unterhalten, unsichtbaren Wesen, die aus meinem leeren Grabstein zu mir sprachen. Ich sperrte sie alle ein in meinem Verstand, meinem durchsichtigen, verdrehten Verstand aus Zeichnungen, Gleichungen, Weichen, Wurzeln, Ziffern, Zeichen und Symbolen und begann zu halluzinieren.